28.12.2017
Allgemeines Gefahrenstufen-Niveau - Donnerstag, 28. 12. 2017
Gefahr ist Stufe 4 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - GROß.
Hauptproblem: Neuschnee, windverfrachteter Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist derzeit oberhalb etwa 1400 m ü. M. GROß, Stufe 4, tiefer MAßGEBLICH, Stufe 2. Während des Schneefalls sind in den letzten 48 Stunden in den Bergen 20 bis ca. 100 cm Schnee gefallen, am meisten in den Julischen Alpen und westlichen Karawanken, am wenigsten auf dem Pohorje sowie im äußersten Osten der Karawanken. Die Schneefallgrenze lag anfangs auch bei ca. 1300 m ü. M., an Orten mit starken Niederschlägen deutlich tiefer. Am Ende der Niederschläge sank sie unter 1000 m. Es wehte kräftiger Südwestwind, der Verwehungen und Ortsteile bildete. Vieleorts schneite es auf krustige oder sogar harte Unterlage, weshalb im Schneeprofil schwache Schichten vorhanden sind.
Schneelage
Die Schneedecke ist weich und locker, vor allem oberhalb ca. 1500 m schlecht gebunden. Viele Verwehungen und Platten, windexponierte Lagen stark ausgefegt, stellenweise bis zur alten Unterlage. Tiefer unten ist Schnee durch Regen abgeschmolzen und durchweicht worden, danach schneite es auf diese Unterlage, sodass neuer Schnee gut daran haftet.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt mit gelegentlichen Niederschlägen, die aber östlich und südlich häufiger auftreten. Schneefallgrenze sinkt, Nachmittag und Abend lokal bis in die Tieflagen Schnee. Voraussichtlich fallen in den Bergen 5 bis ca. 20 cm Schnee, diesmal mehr im östlichen Teil unserer Berge, besonders in den Hügeln der mittleren und südlichen Slowenien. Es weht Nordwind, der Schnee wieder transportiert. Der Wind ist nicht so stark wie der Südwestwind der Vortage. Schneebatt wird auf ca. 700 m ü. M. sinken. Freitag teils klar und trocken, Wind tagsüber nachlassend. Samstag meist trocken, in Höhenlage wieder allmählich wärmer. Schneebatt steigt samstags bis Abend auf ca. 2000 m ü. M. Sonntag ebenfalls meist trocken, Schneebatt meist über unseren höchsten Gipfeln. Schon samstags verstärkt sich Südwestwind, der auch sonntags weht. Neue Niederschläge montags erwartet, Schneefallgrenze anfangs zwischen ca. 900 und 1400 m ü. M.
Tendenz der Schneelage
Die Schneedecke setzt sich heute und morgen nur langsam, bleibt meist locker und weich. Nord- und Nordostwind bildet neue Verwehungen an Südseiten von Graten und Sätteln. Sowohl heute als auch morgen möglich spontaner Abgang von Lawinen aus trockenem, unverbundenem Schnee vor allem von steilen Hängen. Samstags transportiert Südwestwind wieder Schnee, der sich durch Erwärmung besonders im Mittelgebirge etwas schneller absetzt und umwandelt. Der Prozess tritt sonntags noch ausgeprägter auf. Durch Erwärmung wird die Schneedecke besonders sonntags zunächst etwas labilisiert. Oberflächenkruste entsteht, auch durch Wind. Besonders gefährdet sind steilere Hänge und Stellen mit windverfrachtetem Schnee. Lawinengefahr nimmt nur LANGSAM AB. Bei neuen Niederschlägen montags steigt die Gefahr wieder an.
Nächste Ausgabe: Montag, 1. 1. 2018
Quelle: ARSO