28.02.2020
Die Lawinengefahr liegt auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala bei Stufe 2 – MÄSSIG.
Hauptproblem: Windschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verklebter frischer Schnee durch Wind
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr liegt derzeit oberhalb ca. 1700 m MÄSSIG, Stufe 2. Besonders gefährdet sind Stellen mit Windschnee, die durch wechselnde Winde auf verschiedenen Hängen liegen. Auf steileren Hängen können sich noch kleinere Lawinen aus schlecht verklebtem Schnee lösen. An windexponierten Lagen, wo Neuschnee bis zur alten Basis weggeweht ist, besteht Gleitrissgefahr.
Schneelage
In der Nacht hat es kurz leicht geschneit, die Neuschneehöhe ist jedoch sehr gering. In höheren Lagen liegen noch 20 bis 40 cm lockerer Schnee auf fester Basis. Der während der Woche Mitte gefallenen Schnee hat sich bereits langsam umgewandelt und mit der harten Basis verklebt begonnen. An windexponierten Lagen ist der Schnee bis zur harten Basis weggeweht. Der Südwestwind hat gestern Nachmittag und nachts Verwehungen gebildet, nun hat sich der Wind auf Nordwest gedreht, sodass neue Verwehungen auch auf Südabhängen entstehen. Wegen der Kälte wandelt sich die Schneedecke nur langsam um.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute teilweise klar mit zeitweiliger Zunahme der Bewölkung vor allem an Gipfeln und Graten. Vereinzelt leichter Schneefall möglich. Starke Winde aus nördlicher Richtung, gegen Abend nachlassend. Mittags Temperatur bei 1500 m ca. -4, bei 2500 m ca. -12 °C. Morgen im Bovško und an den südlichen Ausläufern der Julischen Alpen meist bewölkt und teils neblig. Sonst zunächst teilweise klar, tagsüber von Westen zunehmend bewölkt, auch sonst in den Julischen Alpen sowie in Karawanken und Steiner Alpen Gipfel in Wolken. Lokal in westlichen und südlichen Julischen Alpen gegen Abend leichter Niederschlag nicht ausgeschlossen. Südwestwind nimmt zu, nachmittags mäßig bis stark. Wärmer. Temperatur bei 1500 m ca. -1, bei 2500 m ca. -2 °C. Sonntag bewölkt und neblig mit Niederschlag. Schneefallgrenze um 1600 m, bei stärkerem Niederschlag tiefer möglich. Erniedrigte Schneefallgrenze erwartet im Gebiet der östlichen Julischen Alpen, dort über 1400 m meist Schnee. In der Nacht auf Montag nimmt Niederschlag ab und verstärkt sich Montag tagsüber wieder. Vor allem über 1600 m große Mengen Neuschnee erwartet, auch über einen halben Meter. Bei Niederschlag mäßiger bis starker Südwestwind.
Tendenz der Schneelage
Lawinengefahr bleibt auch morgen MÄSSIG, Stufe 2. Gefährlich sind Windschneestellen, wo Plattenlawinen ausgelöst werden können. Morgen transportiert Südwestwind erneut Schnee auf die Nordseite von Graten und Sätteln. An windexponierten Graten, wo Neuschnee stark weggeweht wird, Gleitrissgefahr. Sonntag verändert sich die Schneelage in den Bergen durch Schneefall rasch. Lawinengefahr STEIGT überall, größere Neuschneemengen erwartet in den westlichen Julischen Alpen.
Nächste Ausgabe: Montag, 2. 3. 2020
Quelle: ARSO