29.01.2020
Die Lawinengefahr liegt auf der europäischen 5-Stufen-Skala bei Stufe 2 – MODERAT.
Hauptproblem: Neuschnee, windverfrachteter Schnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenmuster: Frühjahrssituation
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr ist oberhalb 1800 m Seehöhe MODERAT, Stufe 2, tiefer wegen geringerer Schneehöhe meist GERING, Stufe 1. Durch Neuschnee hat sich die Lawinengefahr leicht ERHÖHT. Besonders gefährdet sind steilere Hänge im Hochgebirge, wo sich spontan trockene, nicht haftende Schneelawinen lösen können. Unter geringer Belastung können auch kleine bis mittlere Plattenlawinen ausgelöst werden.
Schneeverhältnisse
Dienstag oberhalb ca. 1600 m Seehöhe schneite es meist, tiefer wechselten Regen und Schnee. Am Ende der Niederschläge sank die Schneegrenze stellenweise auf ca. 800 m, aber in tieferen Lagen fiel sehr wenig Schnee. Insgesamt fielen im Hochgebirge 15 bis 40 cm Schnee, am meisten in den westlichen und südlichen Julischen Alpen. Im Mittelgebirge beträgt die Neuschneehöhe 5 bis maximal 20 cm. Während des Schneefalls wehte mäßiger bis starker Südwestwind, der Schnee transportierte und Lawinenbalken und Verwehungen aufbaute. Die neue Schneedecke ist somit besonders im Hochgebirge sehr ungleichmäßig verteilt, an exponierten Stellen kann sie bis zur harten und stellenweise vereisten Unterlage verweht sein. Vor allem an Nord- und Westhängen sind neue Platten entstanden. Bei der heutigen Abkühlung ist der südlichere Schnee im Mittelgebirge gefroren und gut mit dem Untergrund verbunden. Höher ist die Schneedecke meist locker, dort wo stärkerer Windeinfluss war, entstand eine schwache Kruste. Im Hochgebirge haftet der Schnee schlecht am Untergrund.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute teils klar, gelegentlich zunehmende Wollentwolken. Nachmittags Aufklarung. Mäßiger bis starker Nordwestwind setzt ein. Auf 1500 m ca. -2, auf 2500 m -11 °C. Donnerstag zunächst meist klar, nachmittags zunnehmende hohe Bewölkung. In den südlichen Julischen Alpen und deren Vorland auch niedrige Bewölkung, einige Gipfel dort können in Wolken sein. Mäßiger Südwest-, im Hochgebirge Westwind. Auf 1500 m ca. -2, auf 2500 m -6 °C. Freitag teils klar mit gelegentlich zunehmender hoher Flockenwolken. Im Vorland der Julier auch etwas niedrige Bewölkung. Schwacher bis mäßiger Westwind. Erwärmung. Auf 1500 m ca. 6, auf 2500 m 2 °C.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Die Lawinengefahr nimmt zunächst allmählich ab. Immer noch gefährdeter sind windverfrachtete Bereiche, wo besonders an bereits mittelsteilen West- und Nordhängen Plattenlawinen ausgelöst werden können. Gelegentlich starker Wind baut im Hochgebirge neue Verwehungen auf. Freitag verküstet Neuschnee an sonnigen Hängen und transformiert sich schneller, im Mittelgebirge taut er auch. Besonders an steileren Hängen steigt tagsüber die Gefahr nasser Schneelawinen. Größere Gefahr besonders im Hochgebirge der südlichen und westlichen Julier, wo nun die größten Neuschneemengen sind. Windstark exponierte Stellen werden bis zur alten Unterlage freigeblasen, dort besteht weiterhin Gleitschneelawinengefahr.
Nächste Ausgabe: Samstag, 1. 2. 2020
Quelle: ARSO