29.01.2021
Die Lawinengefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala – ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windschnee, schwache Schichten, Neuschnee
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr oberhalb etwa 1800 m ist ERHEBLICH, Stufe 3, tiefer in der Regel MODERAT, Stufe 2. In den Bergen gibt es viel Windschnee, der sich besonders im Hochgebirge bereits bei geringer Belastung des Schnee mantels lösen kann. Aufgrund der dicken Schneedecke bilden sich durch die Erwärmung vor allem an steileren Hängen zusätzliche Risse, und einzelne Gleitschneelawinen sind möglich. Unterhalb etwa 1800 m Seehöhe ist der Schnee bei der letzten Tauwetterphase und Regen stark abgegangen, daher ist dort aktuell die Wahrscheinlichkeit für eine Lawine geringer.
Schneelage
In den Bergen hat es wieder aufgeklart, die Luft ist jedoch relativ trocken, sodass die Schneedecke noch nicht zu sehr durchgeweicht ist. Im Hochgebirge ist sie meist weich, stellenweise gibt es Windkruste. Tiefer, wo Neuschnee auf verhärteter, vereister Basis liegt, wird die Oberflächenschicht langsam feuchter. Windexponierte Lagen sind stark ausgefegt, stellenweise vereist. Es gibt viel Windschnee, besonders im Hochgebirge ist der neuere Schnee durch starke Abkühlung schlecht verfestigt.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt, stellenweise zeitweise neblig. Gelegentlich leichter Schneefall mit Schneefallgrenze zwischen 1000 und 1500 m. Die Schneefallgrenze steigt tagsüber. Wenig Niederschlag. Mäßiger bis starker Südwestwind, der nachmittags nachlässt. Gefriergrenze um 2200 m Seehöhe. Morgen vormittags sonnig, danach von Westen zunehmend bewölkt. Morgens schwacher Wind, dann Südwestwind auffrischend. Temperaturverhältnisse ähnlich wie heute. In der Nacht zum Sonntag setzen Niederschläge ein. Schneefallgrenze zu Beginn der Niederschläge wahrscheinlich bereits unter 1000 m und sinkt rasch bis in die Ebene, Abkühlung. Zunächst noch mäßiger Südwestwind, der bis Sonntagmorgen abnimmt und auf Ostwinde dreht. Sonntags tagsüber nimmt der Schneefall ab und hört nachmittags auf. Voraussichtlich 10 bis 30 cm Neuschnee in den Bergen. Mehr Schnee im Hochgebirge, wo kälter und der Schnee trockener und leichter. Montag teils klar und zunächst kalt, tagsüber strömt bereits wärmere Luft in die Höhen.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Die Schneedecke wird heute und morgen etwas nasser und wandelt sich daher etwas schneller um und setzt stärker. Morgen wirkt vormittags auf sonnenseitigen Hängen auch die Sonne auf den Schnee. Stellenweise Risse an den Hängen, dort können Gleitschneelawinen abgehen. Im Hochgebirge bleibt erhebliche Windschneegefahr, bei ausreichend steilen Hängen kann bei geringer Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden. Stellenweise liegt unter der Oberflächenschicht Reifkornschnee, was die Gleitneigung weiter erhöht. Sonntags erhöht sich die Möglichkeit des Abrutschens von neuem, schlecht verfestigtem Schnee von steilen Hängen besonders im Hochgebirge leicht. Tiefer verbindet sich der Neuschnee voraussichtlich besser mit dem Untergrund. Südwestwind schafft neue Verwehungen. Grate sind vielfach hart oder vereist, dort Sturzgefahr.
Nächste Ausgabe: Montag, 1. 2. 2021
Quelle: ARSO