29.04.2019
Die Lawinengefahr liegt im Grad 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, schwache Schichten, verharschter Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenmuster: Frühjahrssituation
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr im Hochgebirge des größten Teils unserer Berge liegt derzeit über ca. 1700 m ü. NN bei ERHEBLICH, Grad 3, tiefer MÄSSIG, Grad 2. Im Hochgebirge können sich von steilen Hängen Plattenlawinen aus neuem, schlecht verklebtem Schnee lösen. Der Neuschnee ist auch stark verharscht, weshalb gefährlich auch die Lawinenbalken sind, die meist auf Süd- und Westseiten von Graten und Sätteln entstanden sind. Im Hochgebirge war der Schnee trocken, daher gibt es im Firnschnee eine schwache Schicht, auf der sich der Neuschnee ablösen kann. Eine Lawine kann man schon auf weniger steilen Hängen auslösen, besonders an Stellen mit verharschtem Schnee, schon bei geringer Belastung der Schneedecke.
Schneeverhältnisse
In den Bergen ist am Wochenende insgesamt 15 bis ca. 70 cm Schnee gefallen, am meisten in den Julischen Alpen, etwas weniger in den mittleren und westlichen Karawanken, deutlich weniger im östlicheren Teil unserer Berge. Der Neuschnee ist durch die Abkühlung weich und leicht. Viele Lawinenbalken, windexponierte Lagen sind stark ausgehängt. Tiefer, wo zunächst geregnet hat, hat sich der Neuschnee gut mit dem Untergrund verbunden, die Menge an Neuschnee ist geringer, daher ist die Schneedecke trotz Neuschnee stabiler.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute wechselnd bis meist bewölkt. Es weht starker Nordwind. Morgen zunächst teilweise klar, tagsüber bewölkt sich es und besonders nachmittags lokale Niederschläge mit Schneefallgrenze um 1400 m ü. NN. Wind zunächst schwach, nachmittags wieder verstärkter Nordwind. Mittwoch und Donnerstag teilweise klar mit wechselnder Bewölkung, nachmittags einzelne Schauer. Etwas wärmer, Nullgradgrenze um 2400 m. Freitag wieder bewölkter mit gelegentlichen Niederschlägen. Schneefall oberhalb ca. 1800 m.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Aufgrund niedriger Temperaturen und meist bewölktem Wetters bleibt der Schnee im Hochgebirge, besonders in Nordhängen, schlecht umgewandelt und weich und damit instabiler als tiefer und an Südhängen. Dort wirkt die Sonne gelegentlich beschleunigend auf Umwandlung und Setzung des Neuschnees. Besonders gefährlich bleiben Stellen mit verharschtem Schnee sowie Nordlagen im Hochgebirge auf ausreichend steilen Hängen. Dort kann sich noch eine trockene, schlecht verklebte Platte oder ein Balken lösen, vor allem aber könnt ihr selbst eine Lawine mit geringer Belastung der Schneedecke auslösen. Mittwoch und Donnerstag ist durch klareres Wetter die Schneedecke morgens und vormittags etwas stabiler, da sie nachts vereist, danach wird sie an sonnigen Lagen durch Sonne weich. An Nordhängen keine wesentliche Unterschiede zwischen Morgen und Nachmittag. Im Allgemeinen nimmt die Lawinengefahr nur LANGSAM ab. Freitag neue Niederschläge erwartet. Der Einfluss der Niederschläge auf die Lawinenlage hängt vor allem von der Menge ab. Die Verhältnisse sind im östlichen Karawankenanteil und in den Kamnischen und Savinjeralpen anders, wo wenig Schnee gefallen ist.
Nächste Ausgabe: Freitag, 3. 5. 2019
Quelle: ARSO