29.03.2024
Allgemeine Lawinenstufe - Freitag, 29. 3. 2024
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen 5-stufigen Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windplatte, Neuschnee, Nasses Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Kälte
Gefahrenmuster: Südhang schneebedeckt
Gefahrenmuster: Regen
Gefahrenbewertung
Lawinengefahr ist vor allem im Hochgebirge der Julischen Alpen oberhalb ca. 1800 m ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer und anderswo MÄSSIG, 2. Stufe. Aufgrund Neuschnee und starkem Wind ist die Schneedecke im Hochgebirge instabil. Vor allem an Nord- und Osthängen sind neue Verfrachtungen entstanden, die sich schon bei geringer Belastung lösen können. In der Schneedecke sind schwache Schichten vorhanden, stellenweise verbergen sich in den Schichten Windkappen. An windexponierten Stellen ist der Schnee auch hart und vereist, dort besteht Gleitgefahr. Unter ca. 2000 m ist der Schnee zunehmend nass, einzelne Nassschneelawinen können sich lösen. Ausgeprägtere Tausalven erwarten wir von Samstag bis Montag.
Schneelage
Seit Dienstag häufige Niederschläge in den Bergen. Schneegrenze schwankte stark. Dienstag Schneefall bis ca. 1500 m. Mittwoch stieg die Schneegrenze vorübergehend bis ca. 2500 m, stellenweise im Hochgebirge Regen bei negativen Temperaturen! Entstand eine Eiskruste. In der Nacht auf Donnerstag abgekühlt mit Kaltfront, Schneegrenze unter 1300 m. Donnerstag Schneegrenze wieder auf ca. 2000 m gestiegen. Im Hochgebirge seit Dienstag 40 bis 60 cm Neuschnee gefallen, im Bereich westlicher und südlicher Julier eventuell noch mehr. Wind nimmt zu, derzeit mäßiger bis starker Südwestwind, der Neuschnee verdriftet und neue Ablagerungen bildet. Windexponierte Lagen hart und vereist. Schneedecke unter ca. 2000 m tief nass, oben mit trockenem Schnee bedeckt. Im Mittelgebirge immer mehr freies Gelände. Dünne Schneedecke an sonnigen Hängen erst oberhalb ca. 1600 m oder höher, in schattigen Lagen verdichtete Schneedecke ab ca. 1300 m.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute, Freitag, meist bewölkt und neblig. Gelegentlich leichter Regen oder Nieseln, häufiger im Bereich Julischer Alpen. Schneefall nur hoch genug im Hochgebirge. In Höhen erwärmen, im Hochgebirge starker bis sehr starker Südwestwind. Temperatur auf 1500 m ca. 6 °C, auf 2500 m 1 °C. Samstag teils klar mit mäßiger Bewölkung, vor allem Gipfel der Julier und westlicher Karawanken nebelverhangen den Großteil des Tages. Mögliche kleinere Schauer. Starker Südwestwind. Noch etwas wärmer, Temperatur auf 1500 m ca. 8 °C, auf 2500 m 2 °C. Nacht auf Sonntag vor allem im Julierbereich erneut erhöhte Niederschlagsgefahr, in Bergen tagsüber möglich. Schneegrenze ca. 2300 m. Südwestwind wiederholt sich deutlich verstärken. Montag intensivieren sich Niederschläge in Bergen, Schneegrenze hoch bleibend. Noch starker Südwestwind. Dienstag in Höhen deutlich abkühlen, tagsüber noch Schauer und Gewitter möglich.
Tendenz Schneelage
Heute möglich noch einige cm Neuschnee im Hochgebirge, sonst leichter Regen oder Nieseln. Wochenendende ausgeprägtes Tauwetter, Lawinenablaufgefahr WIRD Zunehmen. Wegen Bewölkung und Nebel friert Schnee meist nicht an. Häufig spontane Nassschneelawinen. An Hängen, die diese Saison noch nicht abgegangen sind, möglich einzelne größere Lawinen. Auch Cornicenabbruch möglich. Montag wieder reichlichere Niederschläge angesagt, Schneefall nur im höchsten Teil unserer Berge, sonst Regen. Regen durchtränkt und destabilisiert Schneeboden, neue, auch größere Nassschneelawinen möglich. Dienstag mit Abkühlung Schneelage stabiler.
Nächste Ausgabe: Dienstag, 2. 1. 2024
Quelle: ARSO