30.12.2020
Gefahr ist 4. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - GROß.
Hauptproblem: Neuschnee, schwache Schichten
Gefahrenlage
Lawinengefahr nimmt ab und wird tagsüber oberhalb ca. 1200 m ü. M. MAßGEBLICH, 3. Stufe, tiefer MODERAT, 2. Stufe. Der starke Südwestwind hat den Neuschnee stark verweht und zahlreiche Gruben und Windschneerücken gebildet. Auf steileren und mittelsteilen Hängen können Sie schon bei geringer Belastung eine Lawine vom Gürteltyp auslösen. Aufgrund der Menge an Neuschnee sind noch spontane Trockenschneelawinen von ausreichend steilen Hängen zu erwarten. Unter dem Neuschnee befinden sich im alten Firn schwache Schichten. Etwas geringere Gefahr in den östlichen Karawanken, wo weniger Neuschnee als anderswo liegt.
Schneelage
Im Hochgebirge liegt eine dicke Schneedecke, die der starke Wind stark umgearbeitet hat. Windexponierte Stellen sind stark ausgefegt, auf Leeseiten zahlreiche Gruben, die auch gekrochen sind. Schnee ist leicht und weich und reagiert tief, unter ca. 1200 m nass, höher trocken. Weniger Schnee im östlichen Teil unserer Berge.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute zunächst bewölkt und neblig, keine nennenswerten Niederschläge mehr. Am Tag nimmt die Bewölkung ab und reißt am Nachmittag auf, Gipfel zeitweise bewölkt. Es weht schwacher West- bis Südwestwind. Morgen teilweise klar mit wechselnder Bewölkung, einige Gipfel zeitweise bewölkt. Zunächst einzelne Schneeschauer möglich. Es weht schwacher bis mäßiger Nordostwind, der sich tagsüber in Südwestwind dreht. Freitag bewölkt und neblig, Südwestwind nimmt zu. Im westlichen und mittleren Teil unserer Berge schneit es wieder, Samstag bewölkt und neblig, es schneit weiter, im östlichen Teil unserer Berge weniger Niederschlag. Es weht mäßiger bis starker Südwind. Sonntag nimmt die Schneefälle allmählich ab.
Tendenz der Schneelage
Oberhalb ca. 1300 m ü. M. setzt sich die Schneedecke nur langsam ab und wandelt sich um. Spontanes Rutschen beruhigt sich. Heute und morgen keine größeren Neuansätze. Lawinengefahr nimmt vorübergehend leicht ab. Freitag und Samstag steigt die Gefahr durch Neuschnee und stärkeren Wind wieder an, im östlichen Teil unserer Berge keine größeren Veränderungen, nur Wind bildet dort neue Ansätze. Mengen an Neuschnee können noch nicht genau vorhergesagt werden, davon hängt ab, wie stark die Lawinengefahr zunimmt. Mittwoch, Donnerstag und Freitagvormittag gefährlicher vor allem steilere Hänge und windbelastete Stellen, wo Sie schon bei geringer Belastung der empfindlichen Decke eine Gürtellawine auslösen können. Möglich sind auch kleinere und einzelne mittelgroße spontane Lawinen sowohl vom Gürteltyp als auch trockener nicht verklebter Schnee von steilen Hängen. Die Lage in den Bergen ist anspruchsvoll und lokal noch gefährlich.
Nächste Ausgabe: Sonntag, 3. 1. 2021
Quelle: ARSO