30.12.2022
Allgemeine Lawinengefahrenstufe - Freitag, 30.12.2022
Die Gefahr liegt auf Stufe 2 der europäischen Fünfstufen-Skala - MÄSSIG.
Hauptproblem: Schneeablagerungen durch Wind, schwache Schichten
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Auftauen nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr liegt derzeit oberhalb ca. 1800 m MÄSSIG, Stufe 2, tiefer meist GERING, Stufe 1. Erhöhte Vorsicht ist im Hochgebirge erforderlich, insbesondere an Nordost- und Osthängen, wo frischer windtransporterter Schnee liegt; eine Plattenlawine kann bei starker Belastung ausgelöst werden. Besonders an Nordhängen können auch schwache Schichten in der Schneedecke vorhanden sein, durch Tauwetter kann eine Schicht nachgeben. An steilen grasbewachsenen Hängen sind vereinzelte Grundlawinen von nassem Schnee möglich. Die Schneedecke ist im Hochgebirge refrostet und vereist, daher besteht weiterhin Rutschgefahr.
Schneeverhältnisse
In der Nacht und heute herrscht verhangenes und windiges Wetter mit vereinzelten Niederschlägen vor. Die Schneefallgrenze liegt in Höhen von 1500 bis 1900 m. Mehr Niederschlag gab es in den südlichen Gebirgszügen und weniger nach Norden. Im Hochgebirge fiel meist nur wenige Zentimeter Schnee, mehr frischer Schnee fiel im Bereich der westlichen und südlichen Julischen Alpen mit 5 bis 10 cm, stellenweise etwas mehr. Es wehte mässiger bis starker Südwestwind, der neue kleine Verwehungen und Windkissen aufbaute. Grate sind ausgefegt und vereist. Die Schneedecke ist stellenweise krustig. Im Mittelgebirge regnet es meist, der Schnee ist nass, die Schneedecke setzt sich weiter ab und taut, Schnee ist relativ wenig vorhanden.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute setzt sich bedecktes und nebliges Wetter mit leichten Niederschlägen fort. Am Nachmittag steigt die Schneefallgrenze etwas weiter. Im Hochgebirge fallen noch ca. 5 cm Schnee. Die 0-°C-Isotherme liegt bei ca. 2000 m. Temperatur bei 1500 m um 2, bei 2500 m um -3 °C. Morgen im Hochgebirge meist klar. Am Tag klart es auch im Mittelgebirge auf, tiefer bleibt es an vielen Orten bewölkt. Es weht schwacher bis mässiger Westwind. Am Tag deutlich wärmer. Temperatur bei 1500 m zwischen 6 und 10, bei 2500 m um 3 °C. Auch Sonntag und Montag ähnlich. Mehr Bewölkung und Nebel südlich des Grats von Bohinj-Tolmin-Gebirge bis Snežnik, dort gelegentlich Niesel oder leichter Regen. Mehr Sonne in den nördlichen Gebirgen. Der Westwind nimmt zu, mässig bis stark. Sehr warm, 0-°C-Isotherme bei ca. 3500 m. Temperatur bei 1500 m von 5 bis 11, bei 2500 m um 5 °C, wärmer im Osten. Dienstag wahrscheinlich Kaltfront, bewölktes und nebliges Wetter, leichte Niederschläge möglich.
Tendenz der Schneeverhältnisse
In den nächsten Tagen wird die Schneedecke unter Einfluss eines ausgeprägten Tauwetters stehen. Nachts friert sie an vielen Stellen wieder auf, tagsüber wird sie weicher und feuchter. Im Mittelgebirge taut der Schnee, es entstehen mehr kahle Stellen. Erhöhte Vorsicht im Hochgebirge, wo schwache Schichten in der Schneedecke nachgeben können. Gefährlich besonders unter Wänden und an steilen Hängen, auch einzelne Windkissen können abrutschen. Lawinengefahr oberhalb ca. 1800 m bleibt MÄSSIG, Stufe 2, tiefer durch geringe Schneemenge GERING, Stufe 1.
Nächste Ausgabe: Montag, 2.1.2023
Quelle: ARSO