3.12.2021
Allgemeine Lawinenwarnstufe - Freitag, 3. 12. 2021
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, Windschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Kälte
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr liegt oberhalb etwa 1600 m ERHEBLICH, Stufe 3, tiefer meist MÄSSIG, Stufe 2. Gefährdet sind steile Hänge, wo heute wegen größerer Neuschneemengen noch Spontanschneelawinen trockenen Schnees möglich sind. Besonders gilt das für Bereiche, wo Schnee auf harten Untergrund gefallen ist. Gefährlich sind auch Windschneeflächen, meist auf Ost- und Nordosthängen. Diese hat Neuschnee bedeckt, sodass die Gefahr schwer erkennbar ist. Vor allem wo weniger Neuschnee liegt, kann unter geringer Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden.
Schneelage
Donnerstag hat in den Bergen reichlicher geschneit, 20 bis 50 cm Schnee sind gefallen. In den nördlichen Gebirgsgruppen schneite es meist bis in die alpinen Täler, anderswo lag die Schneefallgrenze anfangs weit über 1400 m, erst nachmittags senkte sie sich. Im Mittelgebirge fiel zunächst Südschnee, später zunehmend trockener Schnee. Während des Schneefalls wehte schwacher bis mäßiger Wind zunächst aus West, nachmittags aus Nordost. Der Nordwind hat sich nachts verstärkt und transportiert vor allem im Hochgebirge bereits trockenen Schnee und baut neue Aufhäufungen, Giebel und Platten auf. In geschützten Lagen ist der Schnee weich, versinkt tief und erschwert die Fortbewegung. Die Verhältnisse sind besonders oberhalb der Waldgrenze sehr anspruchsvoll.
Erwartete Wetterentwicklung
Vormittags noch meist bewölkt, nachmittags Aufklarungen. Zunächst starker Nordwind, der nachmittags nachlässt. Temperatur auf 1500 m ca. -6, auf 2500 m ca. -12 °C. Morgen teilweise klar bei zeitweise zunehmender mittlerer und hoher Bewölkung. Nachmittags nimmt die Niedrigbewölkung im voralpinen Raum Westslovenien und in den südlichen Julischen Alpen zu, einige Gipfel in Wolken. West- bis Südwestwind verstärkt sich, transportiert auf exponierten Stellen wieder trockenen Schnee und baut Schneehaufen auf. Auf 1500 m Temperatur ca. -5, auf 2500 m ca. -4 °C. In der Nacht zum Sonntag setzt Schneefall ein. Sonntag bewölkt und neblig mit häufigem Schneefall. Im Süden Sloweniens Schneefallgrenze anfangs über ca. 1200 m, nachmittags sinkend. Niederschläge sonntags abends nachlassend und in der ersten Nachthälfte zum Montag endend. Während Schneefall schwacher bis mäßiger Nordostwind. Auf 1500 m morgens ca. -1, auf 2500 m ca. -7 °C, tagsüber Abkühlung um ca. 5 °C. Montag Aufklarungen, Nordostwind anhaltend. Auf 1500 m mittags ca. -5, auf 2500 m ca. -11 °C.
Tendenz der Schneelage
Die Schneelage ändert sich zunächst kaum. Wegen Kälte bleibt der Schnee trocken. Morgen und in der Nacht zum Sonntag mäßiger Westwind, der stellenweise Schnee transportiert. Das Geschehen ist deutlich schwächer als in den Vortagen. Die Schneedecke stabilisiert sich zunächst leicht, Spontanlawinen unwahrscheinlicher. Dennoch gefährlich Windschneeflächen unter Neuschnee. Unter geringer Belastung nahe Graten können auch frische Platten ausgelöst werden, vor allem auf Südhängen. Sonntag wieder reichlicher Schneefall erwartet. Gesamt ca. 20-40 cm Neuschnee, im Mittelgebirge zunächst noch nasser. Lawinengefahr STEIGT erneut. Spontane Abreißer trockener Schneelawinen zu erwarten. Vielleicht lösen sich auch jetzt unter Neuschnee begrabene Platten. Verhältnisse anspruchsvoll.
Nächste Ausgabe: Montag, 6. 12. 2021
Quelle: ARSO