31.05.2021
Die Lawinengefahr liegt bei Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala – MODERAT.
Hauptproblem: Nasser Schnee
Gefahrenmuster: Frühjahrssituation
Einschätzung der Gefahrenlage
Die Lawinengefahr ist derzeit meist GERING, Stufe 1, wird sich jedoch tagsüber im Hochgebirge durch die Sonne erhöhen und MÄSSIG, Stufe 2, werden. Besonders gefährdet sind steile sonnige Hänge, wo der Schnee tagsüber durch die Sonne weich wird, sowie schattige Lagen, wo noch etwas unverarbeitetem Schnee vorhanden ist. Tagsüber können durch die tagtägliche Erwärmung einzelne kleine Lawinen von nassem Schnee auftreten. Auch steile Rinnen mit Schneehaufen sind gefährlicher. Im Mittelgebirge ist alter und eingeschneiter Schnee, der stabil ist. Gefährlich kann es vor allem in Bereichen nahe an Wänden und am Auslauf längerer Rinnen sein, wo sich aus höheren Bereichen eine Lawine lösen kann. Im Hochgebirge gibt es auch viele Windkissen, die bei stärkerer Belastung der Schneedecke ausgelöst werden können. Die Bedingungen dort sind winterlich. Die Schneedecke ist durch die klare Nacht gefroren, weshalb besonders vormittags und mittags das Abrutschenrisiko besteht.
Schneelage
Im Hochgebirge und auch stellenweise im Mittelgebirge ist relativ viel Schnee vorhanden. Neue, erwähnenswerte Niederschläge gab es am Wochenende nicht, stellenweise im Hochgebirge fielen gut 10 cm Schnee, der sich in schattigen Lagen durch niedrige Temperaturen nur wenig umgewandelt hat, aber krustig ist. Sonst liegt auf alter und umgewandelter Schneedecke neuerer, weniger umgewandelter Schnee. Im Hochgebirge gibt es Windkissen und Überhänge. Morgens ist der Schnee gefroren und stellenweise vereist, tagsüber taut er auf, bleibt aber in schattigen Hochgebirgs-Lagen hart und gefroren.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute zunächst meist klar. Tagsüber bilden sich Kumuluswolken und einige Gipfel können bewölkt sein. Nachmittags sind besonders im östlichen Teil unserer Berge kurze Schauer möglich. Wind schwach aus nördlichen Richtungen, Schnegrenze steigt tagsüber auf ca. 2400 m ü. NN. Morgen ähnliches Wetter, nachmittägliche Schauer nicht erwartet. Wind schwach und richtungsweise, im Hochgebirge schwacher Nordwind. Schnegrenze ca. 2700 m ü. NN. Mittwoch und Donnerstag fortgesetzt sonniges Wetter, nachmittägliche Schauer vor allem im Nordwesten wieder etwas wahrscheinlicher. Noch wärmer, Schnegrenze über den höchsten Gipfeln.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Heute und auch in den nächsten Tagen erwarten wir typische Frühjahrssituation. Neuer Schnee reift tagsüber und wird instabiler, nachts friert er durch klares Wetter ein. Die Lawinenauslösungsgefahr ist somit meist GERING, Stufe 1, nur im Hochgebirge steigt sie tagsüber auf MÄSSIG, Stufe 2. Besonders morgens hohes Abrutschenrisiko. Im Mittelgebirge schmilzt der Schnee, höher transformiert und setzt er sich. Es ist noch viel Schnee in den Bergen und Schneeflächen halten sich wahrscheinlich auch noch im Sommer. Dies ist das LETZTE LAWINENBULL. DER SAISON 2020/2021. Mit neuen Berichten starten wir beim ersten stärkeren Schneefall im Herbst oder Winteranfang.
Nächste Ausgabe: Montag, 15. 11. 2021
Quelle: ARSO