4.04.2024
Allgemeines Gefahrenstufe - Donnerstag, 4. 4. 2024
Die Gefahr beträgt Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MODERAT.
Hauptproblem: verharschter Schnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenmuster: Frühlingssituation
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist MODERAT, Stufe 2. Auf höheren Gipfeln ist die Schneedecke vor allem in den durch Schneefall bei Süd- und Westwind entstandenen Verwehungen instabil. Dort kann bei starker Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden. Unter ca. 2400 m ist die Schneedecke stabiler, da sie nach dem letzten Regen stark gefroren ist. Dort können tagsüber auf sonnigen Hängen Nassschneelawinen abgehen. Die Gefahr steigt durch die starke Tauwetterentwicklung von Tag zu Tag bis Sonntag!
Schneelage
Nach der Abkühlung nach dem letzten Regen hat sich unter 2400 m auf der Schneedeckeoberfläche eine so dicke Regenerinde gebildet, dass sie das Gewicht eines Fußgängers trägt - Rutschgefahr besteht. Schnee hat sich dienstags tagsüber nur auf sonnigen Hängen aufgelockert, auf schattigen blieb er gefroren. Mittwoch war bewölkter, daher lockerte sich der Schnee langsamer bzw. später. Lokal fielen einige Zentimeter Neuschnee. Die Schneedecke unter 2400 m ist stabil, solange die gesamte Regenerinde durch tagsüberliches Tauen durch Sonne nicht aufweicht. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit von Nassschneelawinen, Gleitschneelawinen und Cornisenabbrüchen. Durch hohen Wüstenstaubgehalt lockert sich Schnee auf sonnigen Hängen schneller als üblich für diese Jahreszeit. Auf höchsten Gipfeln ist Schnee in Verwehungen weniger stabil, dort kann bei Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden.
Voraussichtliche Wetterentwicklung
Vor uns liegt ein außergewöhnlich warmer Wochenendabschluss, die 0-°C-Isotherme steigt bis Sonntag über 4000 m, auf 2000 m Sonntag mittags ca. 15 °C. Donnerstag und Freitag strömt von Südwesten noch feuchtere Luft zu, daher bewölkt vor allem im Posočje-Gebirge, tagsüber bildet sich auch anderswo Kumulusbewölkung. Vor allem in den Julischen Alpen kann nachmittags ein Schauer entstehen. Die 0-°C-Isotherme steigt bis Freitag auf 3000 m. Samstag und Sonntag trockene Luft, ruhige Atmosphäre, meist sonnig überall. Sonntag nachmittag kann in der Bergwelt ein Gewitter entstehen. Ab Sonntagnachmittag enthält die Luft auch Wüstenstaub, mehr Montag und Dienstag, daher etwas eingeschränkte Sicht.
Tendenz der Schneelage
Bei starker trockener Erwärmung steigt die Gefahr am meisten auf sonnigen Hängen, wo sich tagsüber durch Sonne der Schnee bis zu den höchsten Gipfeln durchweicht. Dort können besonders auf steilen Hängen Nassschneelawinen abgehen. Das Aufweichen der Schneedeckeoberfläche erfolgt durch hohen Wüstenstaubgehalt etwas schneller als üblich bei rein weißem Schnee. Nachts bildet sich trotz hoher Temperaturen durch geringe Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich eine Kruste auf der Schneedeckeoberfläche, die mit steigender Lufttemperatur jede Nacht dünner wird. Daher weicht sie jeden Tag früher vormittags auf, die Schneedecke wird früher instabil. Auch die Wahrscheinlichkeit unvorhersehbarer Gleitschneelawinen und Cornisenabbrüche steigt. Auf schattigen Hängen der höchsten Gipfel bleibt Schnee wahrscheinlich trocken, dort bleiben Verwehungen nahe Graten die größte Bedrohung.
Nächste Ausgabe: Sonntag, 7. 4. 2024
Quelle: ARSO