5.01.2022
Allgemeine Gefahrenstufe - Mittwoch, 5. 1. 2022
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, windgepresster Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verfestigter Frischschnee mit Wind
Risikobewertung
Lawinengefahr ist derzeit noch meist GERING, 1. Stufe, wird sich aber heute tagsüber bei Schneefall STEIGERN. Neuschnee fällt auf harten Untergrund, daher entsteht im Schneeprofil eine schwache Schicht, Nordwind transportiert Schnee in Windkissen.
Schneeverhältnisse
Im Hochgebirge ist die Schneedecke hart und teils vereist, nur in Schattlagen in Frostmulden kann Schnee stellenweise weich sein. Schneegrenze war heute früh bei ca. 2000 m ü. M. Tiefer war Schnee nass. Schneedecke vor neuen Niederschlägen meist stabil, einige harte Krusten. In westlichen und südlichen Julischen Alpen oberhalb ca. 1800 m bereits bis 15 cm Schnee gefallen. Heute tagsüber ändern sich Schneeverhältnisse und Lawinenlage rasch.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt und neblig. Niederschläge breiten sich allmählich über Nordslovenien aus und mittags sowie nachmittags über das ganze Land. Schneefallgrenze sinkt nachmittags an, abends und nachts schneit es auch in Tieflagen im Landesinneren Sloweniens. Bis Donnerstag früh enden die Niederschläge. Meisten Schnee erwartet in Julischen Alpen, vor allem westlichem und südlichem Teil, im Hochgebirge auch mehr als 50 cm! In Karawanken und Kamnik-Savinja-Alpen 20 bis 40 cm Neuschnee, weiter östlich 20 bis 30 cm. Starker Nordwind weht Schnee stark weg. Starke Abkühlung. Donnerstagnachmittag teils Aufklarung, Temperatur in Bergen unter null. Mäßiger bis starker Nordwind. Freitag meist klar und kalt, Wind schwach.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Heute verschlechtert sich die Lawinenlage RASCH! Neuschnee trocken im Hochgebirge, Untergrund hart, daher schwache Schicht unter Neuschnee. Starker Nordwind drückt Schnee in Kissen, umfangreiche Flächen mit windgepresstem Schnee entstehen. Windexponierte Lagen können bis zur alten, vereisten Basis komplett abgetragen sein. Unter ca. 1700 m anfangs nasser Schnee, schneit auf nassen Schneeuntergrund, stellenweise in Mittelgebirge auf blanken Boden. Dort bessere Bindung zwischen altem und neuem Schnee, aber bei Abkühlung wird Neuschnee trockener, daher auch tiefer bei starkem Wind Krustenbildung. Lawinengefahr STEIGT und wird voraussichtlich BEACHTLICH, 3. Stufe. Bei mehr als 70 cm Schnee in westlichen Julischen Alpen dort um eine Stufe höher. Von steileren Hängen trockener Lösschnee, oberhalb ca. 1700 m auch spontane Plattenlawinen möglich. Plattenlawine kann sich schon bei geringer Belastung lösen. An windexponierten Lagen Gleitrisiko. Verhältnisse äusserst anspruchsvoll und gefährlich. Unter ca. 1700 m geringere Lawinenmöglichkeit, besonders beim Neuschnee, aber heute nachmittag und morgen auch tiefer Bereiche mit windgepresstem Schnee, daher auch dort Plattenlawine bei geringer Belastung möglich.
Nächste Ausgabe: Freitag, 7. 1. 2022
Quelle: ARSO