5.02.2021
Die Lawinengefahr liegt auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala bei Stufe 3 - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Nassschnee, schwache Schichten
Gefahrenbeurteilung
Die Lawinengefahr ist oberhalb etwa 1500 m SEEHOHE BEACHTLICH, Stufe 3, tiefer in der Regel MAßIG, Stufe 2. Besonders gefährdet sind steile grasbewachsene Hänge und Geröllrinnen, wo sich Nassschneelawinen und Gleitschneelawinen spontan lösen können. Oberhalb der Waldgrenze sind im Firn schwache Schichten vorhanden, dort kann man bei geringer Belastung eine Plattenlawine auslösen. In höheren Bereichen des Hochgebirges gibt es auch Bereiche mit gewindetem trockenem Schnee, der schlecht mit dem Untergrund verbunden ist.
Schneelage
In den letzten Tagen stand auch der Großteil der Berge unter dem Einfluss von Tauwetter. In den Hügeln regnet es gelegentlich leicht, im Hochgebirge fiel am Donnerstag einige Zentimeter Schnee, der von starkem Westwind getragen wurde. Die Nullgradisotherme liegt bei ca. 2000 m. Unterhalb der Waldgrenze bleibt der Schnee auch nachts nass und setzt sich schneller ab bzw. taut, etwas höher wird der Firn durch Sonne, Bewölkung und nächtliche Abkühlung tagsüber nass, nachts gefriert er. Die Kruste verstärkt sich, windexponierte Stellen sind auch vereist und an vielen Orten vereist. Im Hochgebirge ist der Firn trockener, dort wird er aber auf sonnigen Hängen durch Sonneneinwirkung weich und setzt sich ab. Der Firn ist durch Wind- und Sonneinwirkung krustig und lokal sehr unterschiedlich.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute wird im Hochgebirge oberhalb ca. 2200 m teilweise klar, etwas Klarheit auch in den östlichen Karawanken und im Pohorje. Sonst bewölkt und neblig. Vor allem in den westlichen und südlichen Gebirgsgruppen gelegentlich Nieseln oder leichter Regen. Es weht mäßiger West- bis Südwestwind. Temperatur in 1500 m ca. 3, in 2500 m ca. 0 °C. Samstag im Hochgebirge oberhalb ca. 1900 m sowie in den östlichen Karawanken und im Pohorje teilweise klar. Sonst bewölkt und neblig. An den Südabhängen der Julier und in den Notranjska-Hügeln gelegentlich Nieseln oder leichter Regen. Mäßiger bis starker Südwestwind. Temperatur in 1500 m ca. 4, in 2500 m ca. 1 °C. Sonntag bewölkt und neblig. Niederschläge treten bereits morgens im Bereich der Julischen Alpen auf und breiten sich bis nachmittags auf die meisten Gebirge aus. Schneefallgrenze anfangs bei ca. 2100 m SEEHOHE, nachmittags sinkend. Es weht starker Wind aus südlichen Richtungen. In 1500 m ca. 4, in 2500 m ca. -2 °C. Montag weiter wechselhaft mit vereinzelten Niederschlägen, Schneefallgrenze bei ca. 1000 m SEEHOHE, im Norden tiefer. Wind nimmt ab. In 1500 m ca. -1, in 2500 m ca. -7 °C.
Tendenz der Schneelage
Die Schneelage wird sich durch Fortsetzung des Tauwetters weiter verändern. Unterhalb ca. 2000 m SEEHOHE treten spontane Nassschneelawinen und Gleitschneelawinen auf. Besonders gefährliche Lage erwartet am Sonntag, wenn bei hoher Schneefallgrenze stärker regnen wird. Mittelgroße bis große Nassschneelawinen können sich lösen, auch Abbrüche einiger Lawinenhäupfer möglich. Größere Schneelawinen können auch Alpentäler erreichen. In höheren Bereichen des Hochgebirges schneit es, 30 bis 60 cm Schnee möglich, getragen von starkem Südwind. Die Lawinenauslösungsgefahr erhöht sich so ÜBERALL und beträgt im Bereich der Julischen Alpen und westlichen Karawanken STARK, Stufe 4, im Bereich der Kamnik-Savinja-Alpen und östlichen Karawanken BEACHTLICH Stufe 3. Montag wird die Lawinenauslösungsgefahr voraussichtlich nachlassen.
Nächste Ausgabe: Montag, 8. 2. 2021
Quelle: ARSO