8.03.2024
Allgemeines Lawinengefahrenstufe - Freitag, 8. 3. 2024
Die Gefahr beträgt Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MODERAT.
Hauptproblem: Windschnee
Gefahrenmuster: Schneebedeckte Südabhänge
Gefahrenmuster: Regen
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist oberhalb etwa 1500 m MODERAT, Stufe 2, tiefer MAI, Stufe 1. Besonders gefährdet sind steile Hänge mit Windschnee, wo bei Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden kann. Die Stabilität der Schneedecke ist stark veränderlich, im Allgemeinen schlechter in den Julischen Alpen und Westkarawanken. Sie variiert stark mit der Seehöhe, Neigung und Ausrichtung des Hanges. Die Schneebedingungen erfordern derzeit viel Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit, die Wetterbedingungen sind und bleiben bis Montag ungünstig für Bergtouren. Bereits morgen, Samstag, steigt die Gefahr auf BEACHTLICH, Stufe 3.
Schneelage
In der letzten Nacht fielen oberhalb 1000 m 10 bis 20 cm Schnee. Der Schnee fiel bei schwachem Wind, daher blieb er ausser an den windseitigsten Stellen leicht und erhöhte die Auslösungswahrscheinlichkeit von Lawinen nicht. In den Nordhängen der Julischen Alpen und westlichen Karawanken fiel neuer Schnee auf weiche Schneeunterlage der Vorwoche, die stellenweise auch Reif enthält. An Südhängen fiel Schnee auf eine dünne durchdringende Kruste. Weiter östlich fiel Schnee auf gefrorene Schneeunterlage.
Erwartete Wetterentwicklung
Bis Montag bewölkt und neblig in den Bergen mit gelegentlichen Niederschlägen. Heute schneit es leicht oberhalb ca. 500 m, doch die Schneefallgrenze steigt bis Abend auf 1000 m, morgen Samstag mittags bereits auf 1500 m. Bis Sonntagmorgen fallen in den West- und Südlichen Juliern oberhalb 1500 m 10-20 cm Schnee, in den übrigen Gebirgen bis 10 cm. Bereits heute verstärkt sich der Südwestwind, der vor allem im Hochgebirge den Schnee der letzten Nacht und frisch gefallenen Schnee transportiert. Samstag überschreitet der Wind im Hochgebirge 50 km/h, Sonntag ist er noch stärker. Sonntag bewölkt und neblig mit gelegentlichen leichten Niederschlägen, Schneefall oberhalb 1800 m. Nachmittags verstärken sich die Niederschläge von Westen, es weht starker Südwestwind und die Schneefallgrenze steigt über 2000 m; dort können noch 30-50 cm Schnee fallen.
Tendenz der Schneelage
Zu den Windschneearealen, die der Nordwind am Mittwoch aufbaute, kommen bereits morgen Samstag, vor allem in den Julischen Alpen, neue Lawinenrisiken hinzu. Der verstärkte Südwestwind lagert bestehenden schlecht verklebten Schnee und frisch gefallenen Schnee in neue Verwehungen ab, die sich voraussichtlich nicht gut mit dem Untergrund verbinden. Erwärmung mit Regen destabilisiert Samstag in den Juliern, Sonntag auch anderswo die Schneedecke, sodass unter der Schneefallgrenze Nassschneelawinen spontan abgehen können. Oberhalb der Schneefallgrenze gibt es durch neue Schneefälle viel lockerem Neuschnee, dort können auf steilen Hängen Trockenschneelawinen ausgelöst werden.
Nächste Ausgabe: Montag, 11. 3. 2024
Quelle: ARSO