9.01.2023
Allgemeine Lawinenwarnstufe - Montag, 9. 1. 2023
Die Gefahr ist Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, Windschnee, schwache Schichten
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr STEIGT durch Niederschläge. Im Hochgebirge oberhalb ca. 1500 m sind 20 bis 60 cm Schnee gefallen, deutlich weniger im östlichen Teil der Berge, nur bis 10 cm, aber es schneit noch und die Schneefallgrenze sinkt. Durch starke Winde gibt es viele Aufwinde und Überhänge, Grate sind fast vollständig ausgescheuert. Gefährlich sind Stellen mit Windschnee, unter dem Neuschnee oberhalb ca. 1800 m liegt eine schwache Schicht. Tiefer ist der Schnee abgesackt oder war nass und besser mit dem Untergrund verbunden. Die Gefahr ist oberhalb ca. 1800 m meist BEACHTLICH, Stufe 3, tiefer derzeit GERING, Stufe 1. Sie können eine Lawine auf steilen und mäßig steilen Hängen vor allem an Stellen mit Windschnee auslösen, es können sich auch kleinere und mittelgroße Nassschneelawinen von steilen Hochgebirgshängen lösen. Auch tiefer steigt die Lawinengefahr langsam.
Schneelage
Neuer Schnee ist im Hochgebirge trocken und leicht und stark verweht, tiefer nass und weich. Ausgeblasene Stellen im Hochgebirge sind hart und stellenweise vereist. Die Schneelage verändert sich durch Niederschläge und Abkühlung noch.
Voraussichtliche Wetterentwicklung
Heute bewölkt mit Niederschlägen. Es wird kälter, bis abends sinkt die Schneefallgrenze auf ca. 800 m über Meer, stellenweise tiefer. Es weht starker Nordwind. In der Nacht zum Dienstag lassen die Niederschläge nach. Am Dienstag klart es auf, spätstens im östlichen Teil der Berge. Gelegentlich sind einige Gipfel in Wolken. Noch weht starker Nordwind. Nullgradgrenze bei ca. 1200 m über Meer. Am Mittwoch teilweise klar bei gelegentlich zunehmender Bewölkung, mehr im Osten. Im Hochgebirge schwacher bis mäßiger Nordwind, der am Nachmittag nachlässt. Etwas wärmer. In der Nacht zum Donnerstag bewölkt sich es und vorübergehend schneit es in den Bergen. Voraussichtlich 5 bis 10 cm Schnee. Vorübergehend mäßiger Nordwind. Donnerstagvormittag Aufklarung, nachmittags Südwestwind.
Tendenz der Schneelage
Die Lawinengefahr wird voraussichtlich überall im Hochgebirge BEACHTLICH, Stufe 3, tiefer steigt sie bis morgen früh leicht auf MÄSSIG, Stufe 2, aber nur in Gebieten mit alter Schneedecke. Dort nimmt sie in den nächsten Tagen schnell wieder ab auf GERING, Stufe 1, während sie im Hochgebirge Stufe 3 bleibt. Die Gefahr hält länger an wegen zahlreicher Aufwinde an allen Seiten von Graten und Pässen sowie wegen der schwachen Schicht unter dem Neuschnee. Die Temperatur bleibt oberhalb ca. 1800 m bis Freitag unter null, daher wandelt sich der Neuschnee nur langsam um und setzt sich, gelegentlich wird er noch von Wind wechselnder Richtung transportiert. Die Niederschläge in der Nacht zum Donnerstag beeinflussen die Lawinenlage kaum, da zu wenig. In dieser Zeit können Sie an Stellen mit Windschnee auf ausreichend steilen Hängen schon bei geringer Belastung eine trockene Platte auslösen, von steilen Hängen sind einzelne kleine Lockerlawinen möglich. Unter ca. 1800 m ist die Gefahr deutlich geringer.
Nächste Ausgabe: Dienstag, 10. 1. 2023
Quelle: ARSO