Schneelage in den Bergen 16.1.2017
16.01.2017
Gefahrstufe 3 auf der europäischen Fünfstufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windschnee
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, frischer Schnee schlecht verfestigt durch Wind
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist in weiten Teilen unserer Berge oberhalb ca. 1000 m noch ERHEBLICH, Stufe 3. Spontane Lawinen sind selten, aber eine Lawine kann durch geringe Belastung des Schnee Decke ausgelöst werden VOR ALLEM an Stellen mit Windschnee und auf steileren Hängen, besonders dort, wo Schnee auf kahlen, grasbewachsenen Boden gefallen ist. Im Mittelgebirge und in niedrigeren Hügeln sind nur steile, grasbewachsene Hänge gefährlich, wo Schnee auf kahlen Boden gefallen ist.
Schneelage
Bis Samstagnacht sind in Bergen und Hügeln 25 bis über 70 cm Schnee gefallen, mehr im Hochgebirge und im Gebiet der westlichen und südlichen Julischen Alpen, in hügeligem Gelände ca. 10 bis 25 cm. Im Hochgebirge war der Schnee die ganze Zeit trocken, daher ist die Bindung an den Untergrund schwach. An der Schneegrenze zwischen 900 und 1300 m und darunter war der Schnee zunächst nass und hat sich daher besser mit dem Untergrund verbunden. Zunächst wehte starker Südwestwind, dann Nordwinde, die Schnee in Aufhäufungen trieben. Vor allem an den Südseiten der Grate bildeten sich zahlreiche Lawinenbalken. An windexponierten Stellen ist die Schneedecke stark ausgefegt und stellenweise mit dünner Kruste bedeckt, anderswo ist der Schnee noch relativ locker und weich. Tiefer im Hügelgelände hat sich auf sonnigen Hängen durch Tagestau und Nachtfrost eine dünne Kruste auf dem Schnee gebildet, in schattigen Lagen ist der Schnee bis in die Tieflagen weich.
Erwartete Wetterentwicklung
Vor uns liegt eine Phase trockenen oder zumindest meist trockenen Wetters. Leichter Schneefall möglich vor allem dienstags in der südlichen Hälfte Sloweniens, wo einige cm trockener Schnee fallen können. Temperaturen unter null. Heute verstärkt sich der Ost- bis Nordostwind, der am Mittwoch nachlässt.
Tendenz der Schneelage
Wegen niedriger Temperaturen setzt sich die Schneedecke nur langsam ab und wandelt sich um. Schnee bleibt weich, nur an windexponierten Stellen kann Kruste entstehen. Verstärkter Nordost- bis Ostwind treibt Schnee an und bildet neue Aufhäufungen. Lawinenrisiko nimmt nur langsam ab. Vor allem sinkt die Möglichkeit spontaner Lawinen, während die Schneedecke POTENZIELL UNSTABIL bleibt.
Nächste Veröffentlichung: Mittwoch, 18.1.2017
Quelle: ARSO