Schneelage in den Bergen 21.12.2010
21.12.2010
In der Nacht auf Samstag und samstagvormittags schneite es. Bei niedrigen Temperaturen fielen 10 bis über 30 cm trockener Schnee. Dieser hat sich meist nicht gut mit dem Untergrund verbunden. Der Wind hat ihn stark weggeblasen, und an windexponierten Stellen gibt es keinen neuen Schnee, aber neue Windpackungen, Lawinenkamine und Platten sind entstanden. Mit dem Zufluss wärmerer und feuchterer Luft ist die Schneegrenze bis heute auf ca. 1200 m ü. M. gestiegen. Der neue Schnee hat sich daher tiefer schnell abgesetzt und begonnen zu tauen, höher ist er vorerst noch trocken geblieben, nur leicht abgesetzt. Der Südwestwind hat ihn transportiert und an den Ostseiten von Graten und Übergängen Windpackungen gebildet.
In den Julischen Alpen bis ca. 320 cm Schnee in 2500 m, in 1500 m bis ca. 130 cm. Sonst in unseren Bergen bis ca. 60 cm in 1500 m. Tiefer deutlich weniger Schnee, in 1000 m oft blank. Die Schneedecke oberhalb ca. 1400 m ist weich und locker, windexponierte Lagen sind bis zur alten, teils vereisten Unterlage weggeblasen. Viele Lawinenkamine und Windpackungen. Tiefer feuchter Schnee, darunter härterer alter Schnee.
Lawinengefahr derzeit Stufe 2. Auf steileren Hängen und windbelasteten Stellen können unter Zusatzbelastung kleine Lawinen aus mäßig haftendem Schnee ausgelöst werden. An weggeblasenen Stellen Rutschgefahr durch vereiste Oberfläche.
In den nächsten Tagen wird es noch etwas wärmer. Schneegrenze bis morgen früh auf ca. 1800 m ü. M.
Geringe Niederschläge vor allem in den Julischen Alpen mit Schwerpunkt im Westen. Höher bis morgen früh einige cm Neuschnee, tiefer Regen benetzt und aufweicht die Schneedecke. Vorerst steigt die Lawinengefahr nicht wesentlich.
Nächster Bericht erscheint am Mittwoch, 22. Dezember.
Allgemeine Lawinengefahr mäßig, d.h. Stufe 2 auf der europäischen 5-stufigen Skala.
Quelle: ARSO