Schneelage in den Bergen 3.3.2017
3.03.2017
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 3. 3. 2017
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: schwache Schichten, Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenmuster: Sodra schneebedeckt
Risikobewertung
Die Lawinengefahr oberhalb ca. 1300 m NN ist ERHEBLICH, Stufe 3, unterhalb ca. 1300 m NN MODERAT, Stufe 2, in den Kamnisch-Savinja-Alpen und östlichen Karawanken, wo weniger Schnee liegt, GERING, Stufe 1. Besonders gefährdet sind steile Hänge und windgefüllte Stellen auf allen Seiten der Grate. Dort kann schon bei geringer Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden. Spontanlawinen werden größtenteils nicht mehr erwartet. Der Schnee ist durch starken Wind während des Schneefalls stark windgepresst.
Schneelage
In der Schneedecke unter der oberen Schicht des neuesten Schnees liegt an vielen Stellen eine Schicht Graupel, was eine potenzielle Gleitfläche bedeutet. Die Schneedecke hat sich bei teils sonnigem Wetter bereits etwas abgesetzt. Die Schneegrenze lag meist zwischen 1300 und 1500 m, höher hat sich der Schnee besser umgewandelt nur an sonnenexponierten Hängen, in schattigen Bereichen ist an vielen Stellen noch Pulverschnee vorhanden. Viele Windplatten, an windexponierten Hängen ist der Schnee an vielen Stellen bis zur älteren Unterlage komplett windgepresst.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute mäßig bis meist bewölkt, etwas mehr Sonne im östlichen Teil unserer Berge. Es weht schwacher bis mäßiger Südwestwind. Morgen teilweise klar in den östlichen Karawanken, sonst in den Bergen meist bewölkt und teils neblig. Gelegentliche Niederschläge morgens und teils vormittags vor allem in den westlichen Julischen Alpen, tagsüber breiten sie sich allmählich auf westliche und mittlere Karawanken und Kamnisch-Savinja-Alpen aus. Schneefallgrenze meist zwischen 1200 und 1500 m, östlich höher. Mehr Niederschlag in den Julischen Alpen, wo im Westen bis ca. 40 cm Schnee fallen können, sonst in den Julischen Alpen und westlichen Karawanken 10 bis 20 cm, im restlichen Teil unserer Berge ca. 10 cm. Es weht starker Süden- bis Südwestwind. In der Nacht auf Sonntag treten Niederschläge vorübergehend auch in den östlichen Karawanken auf. Sonntag bis Montagmorgen wechselnd bis meist bewölkt. Gelegentliche kleinere Niederschläge vor allem in den Julischen Alpen sowie in den Hügeln der nördlichen Primorska und Notranjska. Etwas kälter, Schneefallgrenze ca. 300 m niedriger als Samstag. Südwestwind nimmt etwas ab.
Tendenz der Schneelage
Heute setzt sich die Schneedecke weiter langsam ab und umwandelt, an sonnigen Orten auch im Hochgebirge, sonst nur unter ca. 1500 m. Höher und an schattigen Hängen bleibt der Schnee schlecht umgewandelt und meist weich und trocken. Morgen sammelt sich mit Neuschnee wieder Neuschnee an, den der stärkere Südwestwind in Windpackungen an den nördlichen und östlichen Gratseiten transportiert und auflädt. Schnee oberhalb ca. 1500 m meist trocken und haftet schlecht an der Basis, wo die Oberfläche krustig oder durch Wind härter ist. Sonntag wandelt sich der Neuschnee wegen stark bewölkten Wetters und etwas niedrigerer Temperaturen größtenteils nicht wesentlich ab und stabilisiert. Die Schneedecke bleibt POTENZIELL INSTABIL vor allem an windgefüllten Stellen, wo Plattenlawinen ausgelöst werden können, auf alten Windpackungen auch Neuschnee. In den Julischen Alpen, wo am Wochenende mehr Schnee fällt, auch spontane Lawinen vor allem von steilen Hängen zu erwarten.
Nächste Ausgabe: Montag, 6. 3. 2017
Quelle: ARSO