Schneelage in den Bergen 6.12.2010
6.12.2010
Freitag und Samstag schneite es in den Bergen noch leicht. Es fielen 5 bis 15 cm trockener Schnee. Am Sonntag begann ein starker Südwestwind zu wehen, der Schnee in Windhäufen transportierte. Die Temperatur blieb bis heute mittags überall unter null. Die Schneedecke hat sich etwas abgesetzt. Von steileren Hängen lösten sich kleine Lawinen aus teilweise gebundenem, trockenem Schnee.
In den Julischen Alpen sind derzeit auf 2500 m ca. 290 cm Schnee, auf 1500 m ca. 160 cm. Sonst in unseren Bergen auf 1500 m ca. 100 cm Schnee. In 1000 m Seehöhe 50 bis 80 cm. Die Schneedecke ist weich und pulvrig und sackt tief unter menschlichem Gewicht ein. Nur an windexponierten Stellen gibt es eine dünne Kruste, die einen Menschen nicht trägt. Es gibt viel windtransportierten Schnee.
Lawinengefahr ist 3. Stufe, 2. Stufe in den östlichen Karawanken und Steirischen Alpen unter ca. 1500 m. Eine Lawine kann bei zusätzlicher Belastung leicht ausgelöst werden, besonders an Stellen mit Windschnee und steileren Hängen.
Von steileren Hängen erwarten wir auch spontane Abgänge kleiner und mittelgroßer Lawinen aus lockerem Schnee sowie Plattenlawinen.
Beim Auftauen steigt die Schneemarge bis morgen auf ca. 2800 m. Gelegentlich, vor allem in den Julischen Alpen und westlichen Karawanken, Regen unter ca. 2000 m, Schnee darüber. Die Schneefallgrenze ist im Nordwesten des Landes tiefer. Am wärmsten in der Nacht auf Mittwoch. Die Schneedecke setzt sich und wandelt sich daher schneller um.
Zunächst destabilisiert sie sich und die Möglichkeit spontaner Lawinenabgänge steigt etwas, besonders in Bereichen mit Regen.
Das nächste Bulletin wird am Mittwoch, 8. Dezember, herausgegeben.
Die allgemeine Lawinengefahr ist erheblich, d.h. 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala.
Quelle: ARSO