Schneelawine kennt keinen Fahrplan
20.01.2023
In den kommenden Tagen und generell in der Wintersaison werden viele die Berge besuchen, die mit bezaubernder Weiße locken. Um die Freuden der Bergwelt zu genießen, muss man einige grundlegende Verhaltensregeln bei Lawinengefahr kennen sowie wann es besser ist, das Ziel in niedrigere Lagen zu verlegen.
Vor dem Aufbruch in die Berge muss man die Lawinengefahr prüfen, die ständig und überall dort besteht, wo Schnee liegt. Es gilt, dass man Informationen aus verlässlichen Webportalen bezieht. Für das Gebiet Sloweniens sind das sicherlich die Umweltagentur der Republik Slowenien (ARSO) und der Webportal CROSSRISK.
Im letzten Lawinenbericht ist die Lawinengefahr oberhalb ca. 1600 m ü. M. ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer MODERAT, 2. Stufe. Moderate Gefahr (2. Stufe) auch im Gebiet Idrijsko-Cerkljansko, Škofjeloško, Polhograjsko und in höheren Teilen des Zasavsko hribovje. Dort sind vor allem steile grasbewachsene Hänge gefährlich. In den Bergen häuft sich die Schneedecke weiter an. Besonders gefährlich sind Hänge oberhalb der Waldgrenze, wo der Wind Schnee transportiert und neue Schneelager gebildet hat. Schon unter geringer Belastung kann man eine Plattenlawine auslösen. In der alten Schneedecke, nun verborgen unter dickem Neuschnee, sind besonders auf Nordhängen schwache Schichten vorhanden, die an einzelnen Stellen unter Zusatzbelastung nachgeben können. Dies passiert vor allem dort, wo durch Wind weniger Neuschnee liegt. Vor allem in Mulden und sehr steilen Hängen können noch einzelne Lawinen von trockenem und unverbundenem Schnee auftreten. Unter ca. 1600 m ü. M. sind vor allem steile grasbewachsene Hänge gefährlich. Schneeverhältnisse und Lawinensituation sind sehr anspruchsvoll, die Gefahr schwer erkennbar. Bei der Wahl des Hanges muss man sehr zurückhaltend handeln. (Quelle: ARSO)
Lawinengefahr nach 5. europäischer Skala ist 3. Stufe bzw. erheblich. Erheblich bedeutet auch ÜBERMÄßIG. Aus diesem Grund RATEN WIR vom Bergbesuch ab, bis sich die Schneedecke stabilisiert.
Schneeverhältnisse und Lawinensituation ändern sich bis Freitagnachmittag kaum. Freitagnachmittag wird der Nordwind stark genug sein, um an vielen Stellen Schnee zu transportieren. Samstag ändern sich die Bedingungen rasch. Der Nordwind wird an vielen Stellen große Mengen leichten Schnees transportieren und auf Südhängen ablagern. Die Anzahl gefährlicher Stellen mit windgepresstem Schnee wird deutlich zunehmen! Der Wind transportiert Schnee auch in den Voralpen- und Dinarischen Hügeln. Schneeverhältnisse und Wetter werden durch Kälte, Wind, schlechte Sicht und Lawinengefahr sehr anspruchsvoll sein. (Quelle: ARSO)
„Angesichts der Tendenz der Schneedecke und ihrer Umwandlung rate ich, niedrigere Lagen zu wählen und Bereiche mit erheblicher (3. Stufe) Lawinengefahr vollständig zu meiden. Unerfahrenen rate ich dringend, auch Bereiche mit moderater 2. Stufe Lawinengefahr zu vermeiden. Alle, die in die Berge gehen, sorgt dafür, dass ihr den obligatorischen Lawinen-3er-Set dabei habt, geht nicht in Mulden und Hänge mit hohem Lawinenrisiko. Die Schneedecke bleibt noch einige Tage nach Schneefall instabil. Setzt Kinder keinen Gefahren aus“, warnt PZS-Experte Matjaž Šerkezi. Dazu kritisch: Auf Social Media tauchen unangemessene Einladungen in verschneite Berge mit mangelhafter Kleidung wie Shorts oder sogar Badekleidung auf, was sehr unverantwortlich ist und schwere Fahrlässigkeit darstellt. Bei Unfall trägt der Organisator die Konsequenzen.
„Auch wenn die Zeit günstiger für Bergbesuche wird, vergessen wir nicht die vollständige Winterausrüstung - Lawinen-3er-Set, Eispickel, Steigeisen und Helm. Natürlich müssen wir alle Hilfsmittel beherrschen. Für häufige Winterbergbesucher und begeisterte Skitourengeher empfehle ich einen Rucksack mit Airbag, ein Gerät, das ich hoffe, ihr nie benutzen müsst.“
Fünf Faktoren, die hohes Lawinenniveau beeinflussen und rotes Tuch für Berggänger sind
Neuschnee
Der Großteil der Lawinen löst sich am ersten oder zweiten Tag nach Schneefall aus. Neuschnee erhöht die Lawinengefahr, daher meiden wir damals gefährliche Hänge oder passen unsere Absicht an und wählen einfachere Ziele.
Kürzlich ausgelöste Lawinen auf ähnlichem Gelände
Deutlichstes Gefahrzeichen sind kürzlich ausgelöste Lawinen auf ähnlichem oder umliegendem Gelände. Besondere Aufmerksamkeit für Bereiche mit vergleichbarer Ausrichtung, Neigung, Seehöhe usw.
Knacken und plötzliches Absacken der Schneedecke
Anzeichen von Gefahr sind auch Risse, die sich um uns ausbreiten, plötzliches Absacken der Schneedecke, manchmal hört man tiefe „vuuum“-Geräusche. Das deutet auf hohe Gefahr hin, eine Plattenlawine in der Nähe auszulösen. Risse können Hunderte Meter gehen, Lawine kann von flachem Gelände unter/über dem Hang ausgelöst werden!
Aufwinde, Platten und Kronen
Wind ist Meister im „Bauen“ von Plattenlawinen. Schnee lagert sich schnell im Lee ab und bildet Formen, an denen man Gefahr erkennt.
Schnelles Auftauen und Regen
Temperaturanstieg, starke Sonneneinstrahlung und Regen erweichen und schwächen die Bindung der Schneedecke. Bei Tagestau (Erwärmung durch Sonne) sind Nachmittagsstunden gefährlicher als Vormittags.
Grundausstattung für verschneite Berge
· LAWINEN-3ER-SET, bestehend aus:
ORTUNGSGERÄT – für schnelle Suche Verschütteter,
SONDE – für präzise Ortung,
ALUMINIUMSCHAUFEL – zum Ausgraben.
· Helm zum Schutz des Kopfes vor Schlägen an harten Schnee, Boden, Felsen, Bäume und Hindernisse,
· Erste Hilfe und Biwaksack,
· Mobiltelefon mit voller Batterie. Wir raten, das Telefon während der Tour ausgeschaltet oder im Flugmodus zu lassen, um Batterie zu sparen.
„Im Planinska zveza Slovenije raten wir unabhängig von Erfahrung zu Kursen für sicheres Betreten verschneiter Berge und Lawinenworkshops der Planinska zveza Slovenije und einzelner Vereine, des Verbands slowenischer Bergführer und des Bergrettungsverbands Sloweniens“, schließt Matjaž Šerkezi.
Mehr zum sicheren Berggehen in der Broschüre Achtung, Lawine.