Schneeverhältnisse 15.12.2022
15.12.2022
Allgemeine Lawinengefahrenstufe - Donnerstag, 15.12.2022
Die Gefahr ist Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MÄSSIG.
Hauptproblem: Windschnee, Neuschnee, Nasseschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, frischer Schnee schlecht verfestigt durch Wind
Risikobewertung
Lawinengefahr oberhalb ca. 1800 m MÄSSIG, Stufe 2, tiefer hin GERING, Stufe 1. Besonders gefährlich sind Platten, meist auf westlichen und südlichen Seiten von Graten und Sätteln. Dort kann bei geringer Belastung des Schneebretts eine Lawine ausgelöst werden. Auf ausgehangenen Stellen ist stellenweise vereist. Tiefer liegt durch geringe Schneemenge sowie dazwischenliegende Tauwetter und Abkühlungen die Schneedecke stabiler. In den nächsten Tagen verschlechtern sich die Lawinenlage in den Bergen!
Schneeverhältnisse
Schnee im Hochgebirge meist trocken und weich, stellenweise krustig durch Wind. Durch Tauwetter wird im Mittelgebirge Schnee feuchter, höher ist die Luftfeuchtigkeit noch zu niedrig. Viele Verwehungen und Flecken, ausgehangene Stellen stellenweise vereist.
Voraussichtliche Wetterentwicklung
Wetter ändert sich rasch. Heute bewölkt es auch im Hochgebirge. Gegen Abend beginnen im Westen Niederschläge und breiten sich abends schnell nach Osten aus. Schneefallgrenze steigt, im Alpenraum meist um 1700 m ü. M., in manchen geschlossenen Tälern zunächst deutlich tiefer. Südlicher regnet es bis ca. 1900 oder sogar 2000 m ü. M. Morgen, Freitag, schwächen Niederschläge vorübergehend ab und stoppen besonders im Nordosten. Am Tag häufiger, aber in Bändern von Südwest nach Südost. Mehr davon im Westen und Südwesten Sloweniens. In der Nacht auf Samstag kühlt es ab, Schneefallgrenze sinkt im zweiten Teil der Nacht stellenweise im slowenischen Inland bis in die Ebene. Niederschläge enden bis Mittag überall. Starke Abkühlung, Nordwinde. Samstagmorgen Temperatur bei 1500 m ca. -5, bei 2500 m ca. -9 °C. Ab Sonntag einige Tage trocken. Schon Sonntag strömt in Höhen wärmere Luft zu und bis Sonntagabend oder Montagmorgen wird es bei 1500 m auf 0 °C aufgehen, aber trockene Luft. Temperaturgefälle verstärkt sich.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Nacht auf Freitag und Freitag tagsüber unter Schneefallgrenze durchfeuchtet sich Schneedecke, daher können Nassschneelawinen von steilen Hängen abgehen, besonders auf grasbewachsenen auch Grundlawinen. Im Hochgebirge fallen voraussichtlich 10 bis ca. 40 cm Schnee, am meisten in den Julischen Alpen, am wenigsten in den östlichen Karawanken. Südwestwind verweht Schnee. Möglichkeit spontaner Abreißer neuer Schnee von steilen Hängen steigt, viele neue Platten bilden sich. Auf dem Pohorje meist Regen. Nacht auf Samstag und bis Samstagvormittag schneit es rasch tiefer. Niederschlagsmenge etwas geringer als Freitag. Im Hochgebirge auf weiche und lockere Unterlage, tiefer auf nass, dort verbindet sich Schnee besser. Fallen 10 bis 30 cm Schnee, hauptsächlich abhängig von Seehöhe, etwas weniger wieder im östlichen Teil der Berge. Nord- bis Nordostwind bildet neue Verwehungen. In Lagen, wo Freitag regnet, verschlechtert Neuschnee Lawinenlage nicht wesentlich, da zu wenig und Bindung zwischen Unterlage und Neuschnee relativ gut. Höher erhöht Neuschnee etwas das Abreißpotenzial, Windschneegebiete entstehen auch an Süden und Westen. Sonntag kalt, Lawinenlage ändert sich kaum.
Nächste Ausgabe: Freitag, 16.12.2022
Quelle: ARSO