Schneeverhältnisse 16.12.2020
16.12.2020
Die Lawinengefahr liegt auf der europäischen Fünfstufen-Skala auf Stufe 2 - MÄSSIG.
Hauptproblem: Windschnee, Rutschschnee
Gefahrenbeurteilung
Die Lawinengefahr liegt derzeit oberhalb 1500 m Seehöhe MÄSSIG, Stufe 2, tiefer GERING, Stufe 1. Besonders gefährdet sind Stellen mit Windschnee, am meisten an den nördlichen und westlichen Seiten von Graten und Sätteln sowie steilere Hänge. An diesen Stellen kann bereits bei geringer Belastung der Schneedecke eine Plattenlawine ausgelöst werden. Vor allem an steilen südlichen grasigen Hängen bilden sich Risse, es entstehen auch Gleitlawinen.
Schneelage
Die Schneedecke hat sich besonders an Südhängen durch Erwärmung und Sonneneinwirkung schneller zu verändern begonnen. Nachts ist die Schneedecke gefroren, es hat sich eine Kruste zu bilden begonnen. Die Schneedecke ist relativ kompakt, nur tagsüber, besonders an Südhängen, wird der Schnee weich und matschig. Trockener und unbearbeiteter Schnee befindet sich in höheren und geschützten schattigen Lagen, wo auf der Schneedecke auch Reif bildet. Gestern wehte an windexponierten Lagen ein verstärkter Südwestwind, der jedoch meist keine zusätzlichen Schneelagerungen erzeugte. Besonders im Hochgebirge gibt es noch viel Sulzschnee, windexponierte Lagen sind stellenweise bis zur harten Unterlage weggeblasen und vereist. Die Rutschgefahr nimmt zu.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute liegen unsere Gebiete unter dem Einfluss einer abschwächenden Tiefdrucktroges in der Höhe, daher meist bewölkt, besonders im Mittelgebirge auch neblig. Gelegentliche leichte Niederschläge sind möglich. Im Hochgebirge meist als leichter Schnee, tiefer als leichter Regen. Es weht schwacher bis mäßiger Südwestwind. In 1500 m ca. 2, in 2500 m ca. 0 °C. Donnerstag oberhalb ca. 1300 m Seehöhe meist klar, tiefer hält sich niedrige Bewölkung. Es weht schwacher bis mäßiger Wind aus westlichen Richtungen. In 1500 m ca. 3, in 2500 m 1 °C. Ähnliches Wetter auch am Freitag. Samstag und Sonntag verstärkt sich der Südwestwind, der mehr Feuchtigkeit bringt. Die Bewölkung nimmt allmählich zu, zunächst klarer im Hochgebirge. Sonntag vor allem in den westlichen Gebirgen auch leichte Niederschläge. Nullgradgrenze um 1800 m Seehöhe.
Tendenz der Schneelage
Die Schneedecke wird sich besonders an sonnigen Lagen weiter umwandeln, die Kruste verstärkt sich. Auch die vereisten Flächen nehmen zu. Die Lawinengefahr bleibt wegen des relativ warmen Wetters MÄSSIG, Stufe 2, besonders gefährdet sind steile Südhänge, wo tagsüber Gleitlawinengefahr besteht. Stellenweise im Hochgebirge können noch Plattenlawinen ausgelöst werden.
Nächste Ausgabe: Freitag, 18.12.2020
Quelle: ARSO