Schneeverhältnisse 17.12.2021
17.12.2021
Allgemeiner Gefahrenstand - Freitag, 17.12.2021
Die Gefahr beträgt 2. Grad auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MODERAT.
Hauptproblem: verharter Schnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist vor allem oberhalb der Waldgrenze MODERAT, 2. Grad, tiefer meist GERING, 1. Grad. Besonders gefährliche Stellen mit frisch verhärtetem Schnee, vor allem auf südseitigen Hängen oberhalb der Waldgrenze. Dies gilt besonders für Mulden, wo größere Mengen verhärteten Schnees vorhanden sind. In schattigen Hochlagen gibt es auch schwache Schichten in der alten Schneedecke, die besonders dort nachgeben können, wo weniger Schnee liegt. Aufgrund wärmeren Wetters tagsüber erwarten wir, dass sich vor allem auf sonnigen steilen grasbewachsenen Hängen auch einzelne kleinere Nassschneelawinen und Gleitschneelawinen lösen. Viele Stellen sind vereist, daher ist die Sturzgefahr erheblich.
Schneeverhältnisse
Die Schneedecke war in den vergangenen Tagen dem Schmelzen und Gefrieren ausgesetzt, insbesondere gilt dies für Südlagen. Die Schneedecke unterhalb der Waldgrenze ist relativ gut verdichtet und umgewandelt, an vielen Stellen ist eine Kruste entstanden. Trockenen und lockerem Schnees gibt es relativ wenig. Andere Verhältnisse herrschen im Hochgebirge oberhalb 2000 m, wo der Umwandlungsprozess der Schneedecke deutlich langsamer verlief. An exponierten Stellen wehte die ganze Zeit ein mäßiger Nordwind, der die Schneedeckenoberfläche stark umgestaltete. Zahlreiche Hänge sind bis auf harten und stellenweise sogar bis auf blanken Untergrund abgetragen. Der Wind lagerte Schnee vor allem auf Südabhänge ab, wo zahlreiche Schneehaufen, Lawinenfelder und Cornices vorhanden sind. In schattigen und geschützten Hochlagen konnten sich durch klares Wetter auch schwache Schichten in der alten Schneedecke bilden. An Südlagen tagsüber erwarten wir durch warmes Wetter, dass der Schnee stark anfeuchtet, weshalb einzelne Nassschneelawinen und Gleitschneelawinen möglich sind. Dies gilt besonders für steile grasbewachsene Hänge.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute meist klar, besonders im östlichen Teil der Karawanken und auf dem Pohorje nachmittags zeitweise wolkiger. Es weht mäßiger, im Hochgebirge auch starker Nordwind. Temperatur auf 1500 m ca. 2, auf 2500 ca. -2 °C. Noch einige Grad wärmer im Gebiet der Julier. Nachts transient abkühlend, weht starker Nordföhn. Morgen überwiegend klar, einige Wolken im östlichen Teil unserer Berge mittags oder am Abend. Es weht mäßiger bis starker Nordwind, der tagsüber nachlässt. Temperatur auf 1500 m von -5 bis -1, auf 2500 ca. -5 °C. Sonntag klar, bei mäßigen Nordwinden erreicht uns eine für diese Zeit sehr warme Luftmasse. Auf 1500 m von 4 bis 8, auf 2500 m ca. 0 °C. Auch zu Beginn der nächsten Woche trockenes und windiges Wetter. Es kühlt deutlich ab. Montag nachmittag auf 1500 m ca. -4, auf 2500 m -10 °C.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Auch in den nächsten Tagen bis Montag setzt sich der Zyklus von Schmelzen und Gefrieren der Schneedecke fort. Die Kruste verstärkt sich, vereiste Flächen nehmen zu. An exponierten Teilen des Hochgebirges transportiert starker Nordwind Schnee und baut weiter neue Felder auf. Sonntag erwarten wir deutliche Erwärmung, weshalb tagsüber besonders an Südlagen die Gefahr von Nassschneelawinen und Grundlawinen ZUSTÄNDIG STEIGT. Oberhalb der Waldgrenze BEACHTLICH, 3. Grad, tiefer MODERAT 2. Grad. Besonders gefährdet sind steile grasbewachsene Hänge. Auch einige Felder an Südabhängen können nachgeben. Die Schneedecke stabilisiert sich montags durch Abkühlung rasch. Es besteht aber hohe Sturzgefahr. Nächsten Lawinenbericht veröffentlichen wir Montag, 20.12.2021.
Nächste Ausgabe: Montag, 20. 12. 2021
Quelle: ARSO