Schneeverhältnisse 22.1.2020
22.01.2020
Die Lawinengefahr beträgt Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala – MÄSSIG.
Hauptproblem: Nassschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr in den Julischen Alpen liegt oberhalb ca. 1800 m, anderswo oberhalb ca. 2000 m, MÄSSIG, Stufe 2, tiefer gering. Die Lawinenlage hat sich nicht wesentlich verändert. Gefährlicher können nur steile Südhänge sein, wo kleinere Felder mit windverfrachtetem Schnee sind. Dort können kleine Lawinen mit Platten auslösen. Aufgrund der harten und teils vereisten Oberfläche besteht erhöhtes Rutschrisiko. Durch die Erwärmung können jedoch mittags und nachmittags auf steileren Südhängen Lawinen aus windverfrachtetem, récrystallisiertem Schnee (Zucker-Schnee) abgehen.
Schneelage
In den letzten Tagen trockenes Wetter. Montag noch kalt, dienstags bei Erwärmung auf Sonnseite hat der Schnee tagsüber stellenweise récrystallisiert (zuckerartig) und nachts wieder gefroren. Die Schneedecke ist meist krustig und hart, nur an Stellen mit windverfrachtetem Schnee, der vor allem in den Julischen Alpen am Wochenende fiel, ist der Schnee weicher. Alter Schnee hält vor allem auf sonnigen und windoffenen Hängen das Gewicht eines Skibesteigers. Hohes Rutschrisiko. Oberhalb 2200 m in schattigen Lagen noch Flächen mit schlecht umgewandeltem Schnee, wo der Schnee auch weich ist. Viel windverfrachteter Schnee in Form von Verwehungen und Giebeln.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute meist klar mit etwas hohen Wolken. Relativ warm mit Temperaturinversion, trockene Luft. Morgen, donnerstags, im Layer unter ca. 1500 m vorübergehend etwas kühler, vor allem an Osthängen kann etwas Bewölkung auftreten. Freitags tagsüber meist klar und warm, es weht Südwestwind.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Die Lawinenlage verändert sich bis freitags nicht wesentlich. Tagsüber récrystallisiert Schnee auf Sonnseite etwas und friert nachts zu, dort wandelt sich der am Wochenende gefallene Schnee um und die Kruste verstärkt sich. Anderswo keine größeren Veränderungen. Mittags und nachmittags sind windverfrachtete Stellen an Südhängen etwas labiler, Plattenlawinen können leichter ausgelöst werden. Hohes Rutschrisiko bleibt bestehen.
Nächste Ausgabe: Freitag, 24.1.2020
Quelle: ARSO