Schneeverhältnisse 23.3.2018
24.03.2018
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 23. 3. 2018
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: schwache Schichten, Windschnee
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, frischer ungebundener Schnee mit Wind
Risikobewertung
Lawinengefahr oberhalb ca. 1500 m Meereshöhe meist ERHEBLICH, 3. Stufe. Tiefer wegen geringerer Schneemengen MODERAT, 2. Stufe. Hauptproblem bleibt schwache Bindung zwischen alter harter Schicht und größeren Mengen neuer ungebundener Schnee. Neue Schichten, besonders Windkissen, sind durch Frost auch sehr zerbrechlich. Besonders gefährlich steile Hänge und Bereiche mit Windschnee. Dort kann schon bei geringer Belastung der Schneedecke eine Lawine ausgelöst werden. Wahrscheinlichkeit spontaner Lawinen steigt tagsüber leicht, besonders auf sonnigen Hängen.
Schneeverhältnisse
Meist trockenes und in den Bergen kaltes Wetter setzt sich fort, Mitte der Woche wirkte auch immer stärkeres Sonne auf sonnige Hänge. Schnee bis Montagmorgen gefallen meist noch trocken und locker geblieben und noch nicht mit alter harter Unterlage verbunden, verstärkter Wind der letzten Tage hat ihn zudem vielfach zusätzlich in Windkissen und Lawinenwülste getrieben. Lokal auf sonnigen Hängen Kruste entstanden, die menschliches Gewicht nicht trägt. Alte Schneedecke teilweise wieder gefroren, hart und noch leicht feucht geblieben. An windexponierten Lagen, wo Schnee abgetragen, alter Schnee gefroren, hart und vereist. Verhältnisse lokal sehr veränderlich, besonders auf sonnigen Flächen wechselnde Einflüsse von Wind und Sonne auch über kurze Distanzen spürbar. Oberer Schicht in Ablagen kann durch Sonne tagsüber umgewandelt werden und zu erhöhter Labilität sowie Möglichkeit kleinerer und mittlerer Spontanlawinen beitragen - besonders an Übergängen zwischen Buckeln und Mulden nahe Graten. Lokal auf sonnigen Hängen auch Risse sichtbar, die beim Tagestourenbereich Auslösungsbereiche für Grundlawinen sein könnten.
Erwartete Wetterentwicklung
In kommenden Tagen wechselnd bewölkt, einige Gipfel zeitweise in Nebel. Nordostwind nimmt langsam ab. Temperatur bei 1500 m ca. -3, bei 2500 m zunächst ca. -10 °C, dann in tieferen Lagen etwas weniger kalt. Täglicher Temperaturgang wird zunehmend spürbar. Gefriergrenze nachts zwischen 800 und 1000 m, tagsüber über 1300 m. Sonnige Hänge noch etwas wärmer. Ab Wochenanfang wird es wärmer und nasser, Nullgradgrenze tagsüber deutlich über 1500 m.
Tendenz Schneeverhältnisse
Verhältnisse bleiben zumindest lokal relativ ungünstig. Wind schwach, Temperaturen in Bergen langsam steigend. Hauptquellen der Schneeverwandlung durch Tagestemperaturgang und Sonne - recht unterschiedlich auf Südhängen/Nordhängen. Durch niedrige Temperaturen Oberflächenschicht vor allem auf Nordhängen trocken und weich bleibend, auf Südhängen durch Sonne tagsüber stark antaunend und nachts wieder einfrierend, Kruste bildend, die im Hochgebirge weniger ausgeprägt. Schnee wandelt sich besonders im Mittelland schneller um, dort Lawinengefahr tagsüber etwas höher, insgesamt aber langsam abnehmend, Kruste verstärkend. Auf Nordhängen Möglichkeit bestehen, auf steileren Hängen bei geringer Belastung Windkissen noch unbearbeitet auszulösen. Auf Südhängen Oberflächenschicht in Windkissen durch Sonne tagsüber umwandelnd und zu erhöhter Labilität sowie Möglichkeit kleinerer/mittlerer Spontanlawinen beitragend. Auslöser auch Schneerutsch von Felsen oder Schutt.
Nächste Ausgabe: Montag, 26. 3. 2018
Quelle: ARSO