Schneeverhältnisse 27.3.2023
27.03.2023
Allgemeine Gefahrenstufe - Montag, 27. 3. 2023
Die Gefahr beträgt Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MÄSSIG.
Hauptproblem: Windschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Kälte
Risikobewertung
Lawinengefahr oberhalb ca. 1800 m MÄSSIG, Stufe 2. Besonders gefährlich sind steile Hänge und windabhängige Schneeablagerungen, vor allem an südlich exponierten Hängen. Dort kann bei geringer Belastung eine Lawine aus neuem, schlecht haftendem oder teilweise haftendem Schnee ausgelöst werden. Tiefer unten ist die Gefahr aufgrund geringerer Schneebedeckung GERING, Stufe 1. Windexponierte Lagen sind bis zur alten Basis abgetragen, die durch Abkühlung gefroren ist, daher dort Rutschgefahr.
Schneeverhältnisse
In den Bergen fiel am Wochenende 10 bis ca. 50 cm Schnee, am meisten oberhalb ca. 1800 m und in den Julischen Alpen. Unter 1800 m regnete es zuerst, daher verband sich der Schnee dort besser mit dem Untergrund und fiel weniger. Höher war der Schnee trocken, vor allem der Nordwind transportierte ihn und bildete Windkissen. Die Schneedecke ist weich und pulvrig, es gibt bereits einige Windkissen. Aufgrund des gewitterartigen Charakters der Niederschläge sind in der Schneedecke lokal schwache Schichten durch Graupel und Reifkorn möglich.
Erwartete Wetterentwicklung
Montag wechselnd bis meist bewölkt und stellenweise neblig, kurzfristige Schneeschauer bilden sich, möglich auch Gewitter. Nordwinde verstärken sich. Nullgradgrenze bei ca. 1400 m, abends kühlt es ab. Dienstag teilweise klar mit wechselnder, zerfaserten Bewölkung. Gipfel zeitweise in Wolken. Mögliche kleinere Schneeschauer. Meist starker Nordwind. Nullgradgrenze unter 1000 m. Mittwoch mäßig bis meist bewölkt und stellenweise neblig. Mäßiger Südwest- bis Nordwestwind. Nachmittags strömt wärmere Luft zu. Donnerstag meist bewölkt und an vielen Orten neblig. Vor allem in den Hügeln Westsloveniens gelegentlich leichte Niederschläge, Schneefallgrenze bei ca. 1800 m. Mäßiger Südwestwind.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Auf Schneeverhältnisse und Lawinenlage wirkt der verstärkte Nordwind ein, der neuen Schnee transportiert, Windkissen bildet und Lawinenhänge aufbaut. Es wird kalt, daher bleibt der Schnee in den Bergen trocken und leicht. Auf sonnigen Hängen bildet sich tagsüber eine leichte Kruste auf der Schneedecke und friert nachts zu, jedoch nicht mehr im Hochgebirge. Tiefer unten taut der Schnee langsam. Oberhalb ca. 1800 m erhöht sich die Lawinengefahr und wird ERHEBLICH, Stufe 3. Besonders gefährlich sind steile Hänge mit Windschnee an den Südseiten von Graten und Pässen sowie Rinnen, in die der Nordwind Schnee einbläst. Von steilen Hängen kann sich auch eine spontane Lawine aus neuem Schnee lösen.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 30. 3. 2023
Quelle: ARSO