Schneeverhältnisse 29.3.2016
29.03.2016
BEWERTUNG DER LAWINENGEFAHR
Die Lawinengefahr liegt derzeit im Grad 1. Tagsüber erhöht sich die Gefahr vor allem auf sonnigen Südhängen unter ca. 2000 m bei möglichem Sonnenschein.
Die Schneedecke ist meist stabil. Bei Sonnenschein taut und weicht der Schnee tagsüber auf sonnigen Hängen auf, weshalb am Nachmittag auf steilen, grasbewachsenen Hängen unter ca. 2000 m Meereshöhe Grundlawinen möglich sind. Auf Nordhängen im Hochgebirge ist der Schnee noch schlecht umgewandelt, sodass die Deckschichten etwas schlechter mit den darunterliegenden verbunden sind. Viele Klumpen. Eine Lawine kann bei starker zusätzlicher Belastung der Schneedecke nur stellenweise auf steilen Hängen und an windgepressten Stellen ausgelöst werden, höhere Wahrscheinlichkeit auch auf sonnigen Hängen mittags und nachmittags. Morgens besteht stellenweise Abrutschgefahr durch harte, teils vereiste Oberfläche.
SCHNEEVERHÄLTNISSE und AKTUELLER SCHNEEDECKENZUSTAND
Seit Freitag war in den Bergen meist trockenes und wechselhaftes Wetter. Gelegentlich gab es recht viel Sonne, mehr besonders im Hochgebirge und im östlichen Teil unserer Berge. Zunächst lag die Schneehöhengrenze bei ca. 1600 m Seehöhe, am Sonntag stieg sie auf ca. 2500 m und gestern tagsüber wieder unter 2000 m. Aktuell bei ca. 1800 m Seehöhe. Die Schneedecke taut tagsüber und fror nachts meist wieder zu. Nur im Hochgebirge oberhalb ca. 2300 m blieb der Schnee in Mulden meist trocken.
In den Julischen Alpen bei 2500 m 290 bis ca. 390 cm Schnee, bei 1500 m 150 bis ca. 280 cm, bei 1000 m bis ca. 20 cm. Sonst in unseren Bergen bei 1500 m 50 bis ca. 100 cm Schnee, weniger nach Osten. Erhebliche Schneedecke beginnt bei ca. 900 m Seehöhe, auf Südhängen höher.
Die Schneedecke ist mit Kruste bedeckt oder hart. Tagsüber taut sie bei Sonne auf sonnenexponierten Flächen auf, in schattigen Nordmulden im Hochgebirge ist Schnee noch meist trocken. Viele Windpäckchen und Platten. Auf windexponierten Stellen ist Schnee stark ausgehärtet. Morgens ist die Oberfläche stellenweise hart und vereist.
ERWARTETE WETTERENTWICKLUNG
Heute wechselnd bewölkt, mehr Sonne besonders im östlichen Teil unserer Berge, obwohl auch anderswo etwas, besonders im Hochgebirge. Besonders in den westlichen Julischen Alpen leichter Niederschlag möglich. Mäßiger Südwestwind. Schneehöhengrenze bei ca. 1900 m Seehöhe.
Morgen mehr Bewölkung, auch im östlichen Teil unserer Berge anfangs meist bewölkt, besonders in westlichen Julischen Alpen gelegentlich leichter Niederschlag. Höhere Berggipfel können über den Wolken liegen. Verstärkter Südwestwind. Schneehöhengrenze steigt auf ca. 2400 m Seehöhe.
Donnerstags ähnliches Wetter, nur wärmer. Schneehöhengrenze steigt über unsere höchsten Gipfel.
ENTWICKLUNGSTENDENZ DER SCHNEEVERHÄLTNISSE
Die Schneedecke setzt sich heute und morgen langsam ab und umwandelt sich, schneller auf sonnenexponierten Flächen. Donnerstags taut Schnee auch höher, im Hochgebirge, auch in schattigen Lagen. Schneedecke kann im Mittelgebirge bis zum Boden durchfeuchten. Nachts donnerstags frört Schnee nur im Hochgebirge, und auch dort nur an klaren Stellen.
Spontane Lawinen heute und morgen meist nicht zu erwarten, nur an sonnigeren Stellen kann sich von steilen grasbewachsenen Mittelgebirgshängen eine Nassschnee-Grundlawine lösen. Lawine löst sich nur bei starker zusätzlicher Belastung auf manchen steilen Hängen, besonders an windgepressten Stellen. Morgens ist Schnee meist hart und krustig, daher Abrutschgefahr.
Donnerstags erhöht sich durch die Erwärmung die Lawinengefahr leicht. Auch in schattigen Hochgebirgslagen wird die Schneedecke etwas weniger stabil. Besonders im Mittelgebirge kann sich eine Lawine auch in schattigen Lagen lösen.
Nächster Bericht erscheint DONNERSTAGS, 31.3.2016 nachmittags.
Quelle: ARSO