Schneeverhältnisse 3.12.2020
3.12.2020
Die Lawinengefahr beträgt 2 auf der europäischen Fünfstufen-Skala – MODERAT.
Hauptproblem: Windschnee, Neuschnee, Nassschnee
Gefahrenbeurteilung
Die Lawinengefahr liegt derzeit oberhalb der Baumgrenze MODERAT, Stufe 2. Windschneefelder sind gefährlich, besonders auf steilen grasbewachsenen Hängen und dort, wo bereits eine alte Schneedecke vorhanden war, wo kleine Lawinen aus Block- oder Platten-Snow ausgelöst werden können. Vor allem im Hochgebirge der Julischen Alpen ist stellenweise auf mäßig festen Schnee geschneit worden, auf ausreichend steilen Hängen können sich spontan kleine bis mittelgroße Lawinen von trockenem Schnee lösen. Im Hochgebirge sind windexponierte Bereiche stellenweise vereist, daher gefährlich beim Ausrutschen.
Schneeverhältnisse
Mittwoch und in der Nacht auf Donnerstag schneite es, heute Morgen sind die Niederschläge größtenteils eingestellt. Es fielen meist 20 bis 40 cm lockerer Schnee, auf dem Pohorje und in den östlichen Hügeln weniger als 15 cm Schnee. Die Schneedecke ist ziemlich gleichmäßig verteilt, etwas weniger Schnee nur in den östlichen Kamnik-Savinja-Alpen und Karawanken. Während des Schneefalls wehte mäßiger, an exponierten Stellen auch starker Wind aus Ost bis Südost, der Schnee transportierte und an Westhängen Windschneefelder, Giebel und Platten aufbaute. Lockeren Schnee blies der Wind stellenweise bis zum Boden weg. Es schneite meist auf blanken Boden, nur im Hochgebirge der Julischen Alpen fiel Schnee auf harten, stellenweise vereisten, dünnen Schneeuntergrund. Für Block- oder Plattenlawinen sind westliche und nordwestliche steile grasbewachsene Hänge sowie Bereiche, wo auf Schnee geschneit wurde, gefährlicher. Im Hochgebirge können sich auf ausreichend steilen Hängen spontan auch Lawinen von trockenem Schnee lösen. Anderswo in unseren Bergen ist die Lawinengefahr wegen fehlendem Schnee gering.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt und stellenweise neblig. In den östlichen Karawanken und auf dem Pohorje gelegentlich leichter Schneefall. Wind schwach, wechselnde Richtungen, im Hochgebirge Südwestwind, nur an exponierten Stellen mäßig. Besonders im Mittelgebirge wird es tagsüber deutlich wärmer. Nachmittags Temperatur auf 1500 m ca. -2, auf 2500 m -6 °C. Freitag in den Bergen im Osten des Landes zunächst teilweise klar. Sonst meist bewölkt und stellenweise neblig. Nachmittags setzt in den westlichen Julischen Alpen Schneefall ein. Südwestwind nimmt zu, im Hochgebirge nachmittags schon stark. Wind transportiert Schnee und baut Platten auf. Temperatur auf 1500 m ca. -2, auf 2500 m -5 °C. Abends allmählich Tauwetter. In der Nacht auf Samstag, Samstag und Sonntag vor allem in den westlichen Julischen Alpen starke Schneefälle, mit über 1 m Neuschnee erwartet. Niederschlagsmengen nach Osten deutlich geringer. Oberhalb ca. 2000 m durchgehend Schnee, im Mittelgebirge zunächst Schnee, Samstag Übergang zu Regen, Sonntag bei Abkühlung wieder Schnee. Niederschläge breiten sich auch auf östliche Gebirge aus. Gewitter möglich. Mäßiger bis starker Südwind transportiert Schnee und baut Platten auf.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Bei Kälte bleibt die Schneedecke heute und morgen relativ stabil, Auslösungsgefahr von Block- oder Plattenlawinen vor allem an westlichen steilen grasbewachsenen Hängen. Wochenend durch starke Schneefälle und schwache Schicht nahe dem Boden steigt das Gefahrenpotenzial besonders im Bereich der Julischen Alpen DEUTLICH AN und liegt wahrscheinlich zunächst MODERAT Stufe 3, Sonntag bei erwarteten Mengen sogar BEDEUTEND Stufe 4. Auch im Mittelgebirge durch Tauwetter und Regen Gefahr von Nassschneelawinen. Geringeres Auslösungsrisiko in den Kamnik-Savinja-Alpen und östlichen Karawanken, aber auch dort Sonntag wahrscheinlich steigend.
Nächste Ausgabe: Montag, 7.12.2020
Quelle: ARSO