Schneeverhältnisse in den Bergen 21.1.2013
21.01.2013
Am Freitag tagsüber schneite es noch leicht und fielen bis zu etwa 10 cm Schnee. Am Samstag tagsüber trockenes Wetter, abends und in der Nacht auf Sonntag schneite es in den Julischen Alpen wieder leicht. Bei den Niederschlägen hob sich am Sonntag die Schneefallgrenze auf ca. 1800 m. Bis heute Morgen war sie bereits auf ca. 1500 m gesunken. Unter der Schneefallgrenze hat Regen die Schneedecke durchweicht, auch durch die Tauwetter ist der Schnee schnell abgesackt. Auf dem Pohorje und in den östlichen Karawanken gab es wenig Niederschlag, daher hat der Schnee dort nicht so viel Wasser aufgenommen. Oberhalb der Schneefallgrenze fielen 10 bis über 30 cm Schnee, am meisten in den Julischen Alpen. Der neue Schnee hat sich gut mit dem Untergrund verbunden.
Die Schneedecke reicht bis in die Tieflagen. Der Schnee ist durchweicht und weich, im Hochgebirge gibt es jedoch reichlich neuen Schnee, der leicht ist und unter menschlichem Gewicht tief einsinkt. An windexponierten Stellen im Hochgebirge hat der Südwestwind neue Verwehungen und Ortler gebildet.
Auf 2500 m in den Julischen Alpen bis ca. 250 cm Schnee, auf 1500 m ca. 120 cm. Sonst in unseren Bergen auf 1500 m 30 bis 50 cm Schnee. Auf 1000 m ist die Schneedecke bis ca. 30 cm dick.
Die Lawinengefahr ist erheblich, im Hochgebirge wegen des neuen Schnees, tiefer wegen der durchweichten Schneedecke. In weiten Teilen der Julischen Alpen und der westlichen Karawanken 4. Stufe.
Sonst in den Bergen meist 3. Stufe. Gefährlich vor allem windgepresster Schnee, steilere Hänge, auch im Mittelgebirge, wo steile, grasbewachsene Hänge sind, auf denen sich Grundlawinen von nassem Schnee lösen können. Schon bei geringer Belastung der Schneedecke kann man höher Lawinen aus neuem, schlecht haftendem Schnee auslösen, möglich sind auch Spontanlawinen von steileren Hängen.
Die Verhältnisse beruhigen sich langsam. Die heutigen Niederschläge lassen nach, die Schneefallgrenze sinkt bis nachmittags unter 1000 m über Meer. In den Höhen kühlt es bereits ab. Die Hangfrostgrenze sinkt bis morgen früh auf ca. 600 m über Meer. Die Abkühlung stabilisiert die Schneedecke allmählich. Wegen des neuen Schnees auf durchweichtem Schnee kühlt die Schneedecke jedoch langsam ab, daher bleibt sie noch ein paar Tage instabiler. Im Hochgebirge bleibt der neue Schnee instabil und die Lawinengefahr nimmt daher nur langsam ab. Für heute und morgen erwarten wir noch spontane Abreißer von steilen Hängen, auch Grundlawinen können in tieferen Lagen ausgelöst werden.
Neuer Bericht wird am Mittwoch, 23.1.2013 herausgegeben
Die allgemeine Lawinengefahr ist erheblich, d.h. 4. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala.
Quelle: ARSO