Schneeverhältnisse in den Bergen 28.12.2012
28.12.2012
Am Mittwoch gab es in den Bergen Niederschläge. Zunächst schneite es oberhalb von ca. 1600 m, danach sank die Schneefallgrenze unter 1000 m.
Es fielen 5 bis fast 30 cm Schnee. Tiefer war der Schnee nass und haftete gut am Untergrund, höher nicht, da es auf eine krustige Unterlage schneite. Starker Südwestwind transportierte Schnee in Verwehungen. Bis heute hat sich der neue Schnee etwas abgesetzt, von steileren Hängen sind einige Lawinen abgegangen. Der Südwestwind transportiert noch Schnee und bildet neue Verwehungen.
Die Schneedecke reicht bis ca. 1100 m ü. NN. Der Schnee ist meist weich, stellenweise hat sich durch Wind eine dünne Kruste gebildet.
An windexponierten Stellen ist der Schnee stark ausgeblasen, ausgedehnte Flächen mit verhauften Schnee. Auf 2500 m in den Julischen Alpen bis ca. 150 cm Schnee, auf 1500 m bis 50 cm. Sonst in unseren Bergen auf 1500 m 15 bis unter 30 cm Schnee.
Lawinengefahr im Hochgebirge 3. Stufe, unter ca. 1500 m 1. Stufe. Gefährlich sind steilere Hänge und Stellen mit verhauften Schnee, wo schon bei geringer Belastung eine Lawine ausgelöst werden kann. Verhaufter Schnee ist am meisten an Nord- und Ostseiten der Grate. Spontane Lawinen werden nicht erwartet. Im Mittelgebirge und an Stellen mit ausgeblasenem Schnee besteht stellenweise auch Rutschgefahr auf vereister Fläche.
Bis Montag trockenes Wetter. Heute setzt starker Nordwind ein, der Schnee transportiert und Verwehungen an Südseiten von Graten und Pässen bildet. Gefriergrenze sinkt bis Nacht auf ca. 1100 m ü. NN. Morgen und Sonntag meist klar. Wind schwach, im Hochgebirge meist westlich. Wärmere Luft strömt zu und Gefriergrenze steigt bereits samstags auf ca. 2400 m, bis Sonntagabend sinkt sie wieder auf 1800 m ü. NN. Schnee wandelt sich langsam, an der Oberfläche bildet sich Kruste vor allem an sonnigen Hängen. Besonders samstags wird durch Erwärmung die Schneedecke vorübergehend etwas labiler. Im Hochgebirge bleibt Lawinengefahr 3. Stufe.
Neuer Bericht wird am Montag, 31.12.2012, herausgegeben.
Allgemeine Lawinengefahr ist erheblich, d.h. 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala.
Quelle: ARSO