Schneeverhältnisse in den Bergen 28.4.2017
28.04.2017
Allgemeiner Lawinengefahrengrad - Freitag, 28. 4. 2017
Gefahrenstufe 3 auf der europäischen 5-stufigen Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Lawinengefahr im Hochgebirge oberhalb ca. 1800 m ERHEBLICH, Stufe 3, tiefer GERING, Stufe 1. Aufgrund der Menge an Neuschnee hat sich die Gefahr am stärksten in den Julischen Alpen erhöht, am wenigsten in den östlichen Karawanken. Spontan können sich zahlreiche kleine und mittelgroße sowie einzelne große Lawinen aus neuem, unverbundenem Schnee lösen, eine Lawine kann bereits bei geringer Belastung der Schneedecke ausgelöst werden.
Schneelage
In den vergangenen Tagen gab es in den Bergen Niederschläge. Die reichlichsten in den Julischen Alpen, besonders im westlichen und südlichen Teil, dann in den westlichen und mittleren Karawanken sowie in den Kamnik-Savinja-Alpen, am wenigsten in den östlichen Karawanken. Insgesamt fielen in den Julischen Alpen 1 bis 2 m Schnee, unter ca. 2200 m weniger. Andernorts deutlich weniger Neuschnee, teils wegen niedrigerer Gipfel. Der neue Schnee ist leicht und unverfestigt. Starker Südwestwind hat Schnee in Windpackungen transportiert, die sich an Nord- und Osthängen von Graten und Sätteln bildeten. Unter ca. 2200 m regnete es meist, erst heute senkt sich die Schneegrenze.
Voraussichtliche Wettersituation
Heute nehmen die Niederschläge von Westen ab, nur im Nordwesten treten sie gelegentlich noch auf. Schneefallgrenze zwischen 1000 und 1300 m. Es weht schwacher bis mäßiger Südwestwind. Morgen sonnig, nachmittags wechselnd bewölkt mit lokalen Schauern, oberhalb ca. 1300 m Schneeschauern. Schwacher bis mäßiger Nordostwind weht und transportiert Schnee auf Westhänge. 0 Grad in ca. 1800 m. Sonntag sonnig mit zeitweiliger Bewölkung. Gefriergrenze steigt auf ca. 2500 m. Montag zunächst teilweise klar, tagsüber bewölkt. Abends erste Niederschläge im Posočje, die in der Nacht auf Dienstag etwas zunehmen und ostwärts wandern. Schneefallgrenze sinkt auf ca. 1100 m. Voraussichtlich 5 bis 20 cm Neuschnee, wieder am meisten im Nordwesten. Dienstag meist bewölkt, keine nennenswerten Niederschläge mehr. 0 Grad in ca. 2000 m.
Tendenz der Schneelage
Die Schneedecke setzt sich langsam ab und wandelt sich um. Von steileren Hängen lösen sich noch spontan Lawinen aus neuem, unverbundenem Schnee. Samstag, Sonntag und teils Montag beschleunigt die Sonne die Abtragung, aber auch die Labilität der Schneedecke. Nach und nach stabilisiert sich der Schnee zu Wochenbeginn, die Lawinengefahr nimmt langsam ab, teils durch bewölktes und etwas kühleres Wetter. Die Niederschläge in der Nacht auf Dienstag sind nicht so stark, dass sie die Lawinenlage wesentlich verändern.
Nächste Ausgabe: Montag, 1. 5. 2017
Quelle: ARSO