Sicherer in den Bergen auch in der zweiten Sommeshälfte
19.08.2016
Die Statistik der Bergunfälle in diesem Jahr hat bereits die Zahl 278 erreicht. In sage und schreibe 58 Fällen war ein Ausrutscher Ursache, 35 mangelnde Geländekenntnis und in 30 Fällen mangelnde körperliche Vorbereitung. Leider haben die Bergretter 10 tote Berggänger aus den Bergen gebracht, 12 weitere starben bei anderen Aktivitäten im Bergumfeld. Der Alpenverein Slowenien, der Bergrettungsverband Slowenien und die Bergstaffel der Polizei setzen sich in verschiedenen Bereichen der Bergwelt ein, um unnötige Unfälle zu minimieren. Der Sommer ist im August in seine zweite Hälfte getreten und neigt sich langsam dem Ende zu. Die Tage werden kürzer, die Wahrscheinlichkeit für Nachmittagsgewitter steigt, niedrige Temperaturen können uns häufiger überraschen und bei Gewittern sowie plötzlichen Verschlechterungen auch Schutt und Schnee.
Bergretter haben in kurzer Zeit an zehn Einsätzen teilgenommen, bei denen Einzelpersonen unterkühlt waren. Ein schöner sonniger Morgen in den Bergen kann sich schnell in einen echten Wintertag mit Schnee und Kälte verwandeln. Ungeeignete Kleidung wie Shorts, kurzärmeliges Shirt und möglichst ohne Rucksack, in dem immer die grundlegende Bergausrüstung inklusive warmer Schutzkleidung, Mütze und Handschuhen sein muss, kann schwere Unterkühlung und sogar den Tod verursachen, besonders wenn der Berggänger sich nicht bewegen kann.
Ein sonniger Tag kann für viele schnell zu heiß werden, besonders bei Schwüle, die mit der Bildung von Gewitterwolken einhergeht. Manchmal Übergewicht, mangelnde allgemeine Kondition und möglicherweise verborgene oder bekannte chronische Erkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Herzprobleme, onkologische Erkrankungen und onkologische Patienten nach Chemotherapie, Borreliose …), die im Tal beherrschbar sind und mit denen die Person normal lebt, können in den Bergen gefährlich und oft tödlich werden. Bergretter sind in diesem Jahr wegen Herzproblemen in sieben Fällen eingeschritten, bei vier war die Reanimation erfolglos. Dabei sei erinnert, dass bereits zahlreiche Hütten mit einem automatischen Defibrillator ausgestattet sind, was auch auf der Website des Alpenvereins Slowenien unter dem Abschnitt Hütten veröffentlicht ist.
Bei den Hütten muss betont werden, dass sie in der Hauptsaison überlastet sind und nicht zwangsläufig freie Kapazitäten für Übernachtungen haben. Daher vor mehrtägigen Touren in die Berge die Hüttenwarte anrufen und Reservierung vereinbaren (und bei Absage auch stornieren). Dies gilt auch für Personen, die die Berge mit Haustieren besuchen. Hunde gehören nicht in Schlafräume und Essensräume. Einige Hütten haben spezielle Räume für Hunde. Es ist gut, sich im Voraus beim Wirt zu erkundigen. So gibt es weniger schlechte Laune auf beiden Seiten, und wir können die geplante Tour anpassen.
Bivaks sind für Not- und Ausnahmefälle gedacht. Zu oft dienen sie als Hüttenersatz, und Nutzer hinterlassen Müll, offene Bivaks, Essen im Bivak …
Der Helm soll unser ständiger Begleiter sein, besonders auf Bergwegen unter Wänden, auf Schutthalden oder belebten Pfaden. Schon ein kleiner Stein kann tödlich sein.
Sorgen Sie für Ihre Sicherheit und gehen Sie verantwortungsvoll in die Berge, nicht aus einem spontanen Impuls. Halten Sie sich dabei an einige grundlegende Hinweise:
In die Berge immer mit Rucksack, darin die grundlegende Bergausrüstung (Stirnlampe, Erste Hilfe, Schutzbrille, große schwarze Mülltüte als Alufolie, Bergkarte, warme Schutzkleidung, Mütze und Handschuhe).
Vor der Tour Plan erstellen, sich über den Weg informieren, Reservierung in der Hütte machen.
Früh starten (um 5 Uhr), bei längeren Touren, da nachmittags Gewitterwahrscheinlichkeit höher ist.
Wetter auf ARSO oder Pro Vreme prüfen, dort objektive Vorhersagen. Wetter-Apps auf Mobiltelefonen nur ergänzende Info.
Auf exponierten Bergwegen unter Wänden, auf Schutthalden … Helm empfohlen (Berghelm mit UIAA- und CE-Zertifizierung), auch beim Abstieg, wenn müde, schützt Kopf vor Aufprall.
Bergschuhe passend zur Saison und Tour anziehen (Winterschuhe ungeeignet für Sommertouren – zu schwer, zu warm …).
Selbstsicherungs-Set und andere Technik nach Bedarf und Tourcharakter mitnehmen. Bei Unkenntnis hilft keine Ausrüstung viel. Besser Guide nehmen oder mit Verein gehen.
Jemanden über geplante Tour informieren oder Plan sichtbar im Auto lassen, in Hütten und auf Gipfeln eintragen. Diese Infos sind wichtige Datenquelle für Bergretter.
Regel des Schwächsten beachten – mit Kindern, Älteren, chronisch Kranken, Behinderten, weniger fiten Berggängern – Tour anpassen.
Genügend Flüssigkeit und Nahrung wie Nüsse, Energy-Riegel (gering Gewicht/Volumen) zu sich nehmen. Üppiges Mahl in der Hütte. Alkohol gehört nicht in die Berge, Tabak zu Hause lassen.
Bei Unfall ruhig bleiben. Sicherheit für sich, Mitunternehmer und Verunfallten sichern. 112 rufen oder bei schlechtem Empfang kurze SMS (ohne č, š, ž, da als MMS). Leitstelle informiert Bergretter, die kontaktieren Sie. Akku sparen, unnötig nicht wählen, Telefon wichtige Verbindung.
Denken Sie: Auf dem Gipfel erst die Hälfte geschafft – Ziel sicher heim. Abstieg wegen Müdigkeit schwerer, 70 % Unfälle beim Abstieg.