Sicherer und bunter Herbstbesuch in den Bergen
25.10.2024
Im Oktober haben die Hütten im Hochgebirge ihre Türen geschlossen, die niedrigeren sind auf herbstlich-winterlichen Betriebszeitplan umgestellt, weshalb auch der herbstliche Bergbesuch anzupassen ist und mehr Aufmerksamkeit der Tourenplanung zu widmen. Die Tage sind kürzer, daher früh genug aufbrechen. Der Herbst bringt auch höhere Nebelwahrscheinlichkeit, ein plötzliches Wetterverschweren mit Schnee darf uns nicht überraschen. Herbstfarben begeistern uns immer wieder und laden ein, die Natur sicher, respektvoll und verantwortungsvoll zu erleben.
„Diese Sommersaison in den Alpenhütten war wieder eine der besseren, den Endeingruck hat relativ schlechtes Wetter und damit geringere Besuche im September und Oktober verdorben. Hochgebirgshütten sind mit Ausnahmen geschlossen, die übrigen haben Winterbetriebspläne, die meist Wochenenden und Feiertage bedeuten, einige bleiben aber ganzjährig geöffnet. Aktuelle Infos zur Öffnung finden Sie auf der Website des Alpenvereins Slowenien pzs.si/koce,“ erklärt Dušan Prašnikar, fachlicher Mitarbeiter des Alpenvereins Slowenien (PZS).
Mittelgebirgs- und Niederlagenhütten erwarten über die Allerheiligenfeiertage offene Türen für Besucher. Der Alpenverein Slowenien empfiehlt zudem, sich für geplante Übernachtungen oder Gruppenbesuche vorab anzumelden. So können die Hüttenwirte rechtzeitig für beheizte Zimmer und ausreichend Verpflegung sorgen. Zusammengestellte Infos zu Hüttenöffnungen sind auf der PZS-Website in der Nachricht „Hochgebirgshütten sind geschlossen!“ zu finden.
Bei geschlossenen Hütten gilt noch mehr Aufmerksamkeit für Tourenplanung und Suche nach zuverlässigen, geprüften Infos. Der Herbst bringt auch mehr Nebelgefahr, ein plötzlich stürmisches Wetterverschweren, das im Bergreich durch niedrige Temperaturen Schneefall bedeutet, darf uns nicht überraschen. Natürlich serviert der Herbst auch Farben, die uns immer wieder begeistern und zur Naturerlebnis einladen. „Lärchen ziehen goldene Livree an. Täler hüllen sich in Nebel. Tiere sammeln Herbstfrüchte für langen Winter. Seid Naturbeobachter. Zeigt Kindern einen Bildschirm-freien Moment und lehrt sie die Pflege der unberührten Bergwelt. Lehrt sie Lesen von Bergkarten und Erkennen von Bergmerkmale wie Gipfel, Grat, Schuttkegel ... Smartphone sicher im Rucksack verstauen und nicht als Erstes bei Pause in die Hand nehmen,“ betont vor den Herbstferien PZS-fachlicher Mitarbeiter und Bergretter Matjaž Šerkezi.
Bei Aufstieg mit älteren Familienmitgliedern sorgen, dass Ausflug nicht körperlich überfordernd ist, rät Šerkezi: „Informiert euch über mögliche chronische Erkrankungen und Hilfe bei Problemen. Prüft auch, ob Grundmedikamente dabei sind. Da Hilfe in den Bergen stundenlang dauern kann, wählt Ausflüge mit Autozugang nahe einer Hütte oder Siedlung. Hubschrauberhilfe ist nicht immer möglich.“
Wie Hüttenöffnung vor Abmarsch zu prüfen ist, mit Web-App maPZS auch prüfen, ob auf Bergweg Warnung vor Sperrung durch umgestürzte Bäume oder Erdrutsche. „Bei unpassierbarem Weg oder Gefahr melden via maPZS. Selber aber umkehren. Berg wartet. Anweisungen und Empfehlungen beachten, es geht um Sicherheit. Tage kürzer jeden Tag, früh genug starten und Kopflampe mitnehmen. Erste Hilfe, ständiger Begleiter bei Bergausflügen und Aktivitäten, ergänzen mit drei Dreiecksbinden, da damit meisten Verletzungen zu versorgen, und zwei Allergietabletten rezeptfrei in Apotheke,“ empfiehlt Šerkezi und rät, Empfehlungen für sicheren Herbst-Bergbesuch zu befolgen.
Empfehlungen für sicheren Herbst-Bergbesuch von Matjaž Šerkezi
Planung und Vorbereitung
- Wettervorhersage: Vor Abmarsch Wettervorhersage prüfen und auf schnelle Wetterwechsel vorbereitet sein.
- Frühmorgens aufbrechen: Wanderung früh starten, um Tageslicht zu nutzen, da Herbsttage kürzer.
- Bergkarten und Apps: Immer neueste Bergkarte dabei, auf Smartphone nur zuverlässige Apps nutzen. Empfohlen maPZS und LocusMap. Daten kritisch prüfen.
Ausrüstung
- Warme Kleidung: Mehrschichtiges Ankleiden (Zwiebelprinzip) für Wärme, inklusive wetterfester Jacke gegen Feuchtigkeit und Wind. Mütze und Handschuhe nicht vergessen.
- Bergschuhe: Bequeme, wasserdichte Bergschuhe mit gutem Grip.
- Grundausstattung: Rucksack mit Basis-Bergausrüstung wie Erste Hilfe, Karten, Kopflampe, Energienahrung und alkoholfreie Getränke.
- Technische Ausrüstung: Bei Schnee Bergbesuch erfordert Erfahrung und Wissen richtiger Ausrüstung, also Steigeisen und Eispickel, bei Verwendung Helm schützen Kopf.
Sicherheit
- Wegkenntnis: Über Wegzustand via maPZS informieren und nur markierte Wege gehen.
- Wetterbeobachtung: Wetter wechselt schnell, auf Gewitterzeichen oder Gefahren achten, um rechtzeitig umzukehren.
- Kommunikation: Geladenes Telefon dabei, Pläne mitteilen. Bei Hilfebedarf 112 wählen.
Respekt vor Natur
- Keine Spuren hinterlassen: Müll mitnehmen und Natur schützen, Heimat empfindlicher Tierarten. Auch Bananenschalen und Zitrusreste gehören ins Tal in die Tonne.
- Wild- und Weidetiere, Blumen und Pilze: Abstand zu Wildtieren halten, nicht füttern. Blumen in Natur belassen. Ungeschützte Heilkräuter nur mäßig für Hausgebrauch sammeln. Gleiches für Pilze.
Genießen
- Fotografie und Beobachtung: Herbst ideal für Farbfotos und Wildtierbeobachtung. Aber nicht riskieren, Jagd nach Bildern kein Unfallgrund.