Silber für Janja Garnbret bei den Weltspielen
24.07.2017
Nach zwei anfänglichen Siegen im Weltcup 2017 hat die Sportkletterin Janja Garnbret bei den Weltspielen, die in diesem Jahr Breslau ausrichtet, am 23. Juli eine Silbermedaille im Schwierigkeitsklettern errungen. Dies war der Premierenauftritt der 18-jährigen Kärntnerin bei den Olympischen Spielen für nicht-olympische Sportarten, während die erfahrenen Mitglieder der slowenischen Sportkletter-Nationalmannschaft Domen Škofic und Mina Markovič den fünften bzw. siebten Platz belegten.
Bei den Weltspielen in Polen vertritt Slowenien eine 16-köpfige Athletenriege, darunter drei Sportkletterer, die traditionell für eine slowenische Medaille sorgen. Sportklettern wurde erstmals 2005 bei den Weltspielen präsentiert, als Natalija Gros in Deutschland Silber gewann, 2009 siegte Maja Vidmar in Taipeh und 2013 freute sich Mina Markovič in Kolumbien über den Sieg.
Bei ihren ersten Weltspielen hat Janja Garnbret (Šaleški AO) eine neue Medaille für Slowenien geklettert. „Schon zu Saisonbeginn freute ich mich auf die Weltspiele, ich habe gerne geklettert, Organisation und Wettkampf haben mir sehr gefallen. Mit meinem Halbfinalleistung war ich nicht ganz zufrieden, ich konnte mich nicht genug auf die Route konzentrieren und mein Maximum zeigen. Im Finale habe ich mich entspannt, fühlte mich gut, schade nur, dass die Route wieder etwas zu leicht war, dann ein schwerer Zug, bei dem alle Mädchen auf dem Podium gefallen sind. Trotzdem ist Platz zwei super und ich bin sehr zufrieden“, fasste die aktuelle Weltmeisterin und Führende der Weltcup-Gesamtwertung nach dem Wettkampf ihre Eindrücke zusammen, die dieselbe Höhe wie die Siegerin, die Europameisterin Belgierin Anak Verhoeven erreichte, aber die Qualifikationsergebnisse entschiedeten über die Endplatzierung. Dritte wurde die Französin Julia Chanourdie. „Die Eröffnung der Spiele war etwas Besonderes, ich war Fahnenträgerin, was mir zum ersten Mal passiert ist, und so eine große Veranstaltung habe ich noch nie erlebt. An die Weltspiele habe ich mich wie an andere Wettkämpfe herangemacht, mit dem Wunsch, so gut wie möglich zu klettern und das beste Ergebnis zu erzielen, da es meine ersten und letzten Weltspiele waren, bedeuten sie mir etwas mehr als andere“, ergänzte die 18-jährige Kärntnerin, der 2020 bereits die Olympischen Spiele in Tokio bevorstehen, wo Sportklettern in die olympische Familie eintritt.
Zum dritten Mal bei den Weltspielen trat die aktuelle Vizeeuropameisterin Mina Markovič (ŠPK Plus) an, die nach ihrem Sieg von vor vier Jahren diesmal Siebte wurde. „Zum dritten Mal bei den Weltspielen anzutreten ist eine schöne Leistung, die Qualifikationsplätze sind sehr begrenzt, daher musst du schon viel zeigen, um dich zu qualifizieren. Obwohl es zahlenmäßig weniger Starterinnen gibt, ist der Wettbewerb hart und gut vorbereitet. Der Wettkampf war gut, die Route intensiv, kurz, kraftvoll, daher muss ich mit dem Klettern zufrieden sein, mit dem Ergebnis nicht“, sagte die 29-jährige aus Sežana, die vor vier Jahren in der Schwierigkeit siegte, während sie 2009 in Taipeh Sechste wurde: „Da die Weltspiele alle vier Jahre stattfinden, haben sie besonderes Gewicht, ein gutes Ergebnis bei solch einem Wettkampf wie meinem Sieg in Cali 2014 ist eine schöne Leistung, die in deinen Karriere-Lebenslauf eingetragen wird. Auch wenn sie den Weltcup-Rhythmus etwas stören, sind sie wichtig und definitiv teilenswert.“
Im Herrenwettbewerb vertrat Domen Škofic (ŠPO PD Radovljica) die slowenischen Farben und landete auf Platz fünf, während er vor vier Jahren Achter war. „Mit dem Klettern bin ich nicht zufrieden, da ich in den Qualifikationen zwei Züge nach dem Schlüsselzug fiel, als ich mir mitten in der Wand den Knöchel unangenehm verdreht habe, aber glücklicherweise hat das die Fortsetzung des Wettkampfs nicht beeinflusst. In der Finalroute bin ich entspannt gestartet, leider aber bei dem Sprung die Griffe verfehlt, was wirklich schade ist, da ich nicht weitermachen konnte, obwohl die Route vielversprechend aussah. Aber so ist Klettern, wo ein Griff entscheidet, ansonsten bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“, bewertete der 23-jährige aus Radovljica seinen Auftritt in Breslau, zu den Weltspielen sagte er noch: „Persönlich bedeutet mir der Weltcup viel mehr und ich bin motivierter, weil dort die volle Konkurrenz antritt, daher ist es viel schwerer, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Natürlich ist es schwer, sich für die Weltspiele zu qualifizieren, da nur Meister bzw. Weltcup-Sieger am Start sind, was den Wettkampf spannender macht.“ Erste und zweite Plätze freuten sich die Japaner Keiichiro Korenaga und Yuki Hada, dritten der Kanadier Sean McColl.
„Die Qualifikationen haben uns überrascht, dass sie ziemlich schwer waren, was natürlich in Ordnung ist. Das Finale war okay, leider sind alle drei Mädchen auf dem Podium am selben Zug gefallen, sodass sie nach Qualifikationsergebnissen sortiert wurden; bei den Herren war es ein selektiver Sprung, an dem leider auch Domen gefallen ist. Ergebnismäßig freue ich mich, dass wir eine Medaille haben, aber ehrlich gesagt hoffte ich auf noch eine. Enttäuscht bin ich keineswegs, da bei den Weltspielen nur die Besten zusammenkommen, wie z. B. im Finale der Weltmeisterschaft, wo es nicht leicht ist, eine Medaille zu gewinnen“, setzte der Nationaltrainer der slowenischen Sportklettermannschaft Gorazd Hren den Schlusspunkt.
Die Sportkletterkarawane kehrt zum Weltcup im Schwierigkeitsklettern zurück, das nächste Rennen ist schon am kommenden Wochenende – 28. und 29. Juli in französischem Briançon.