Slowenen erfolgreich bei der Weltmeisterschaft...
2.03.2017
Beim Ski-Alpinismus-Weltmeisterschaft, die vom 23. Februar bis 2. März in Alpago und Piancavallo in Italien stattfand, traten vier slowenische Athleten an: Karmen Klančnik, Nejc Kuhar, Luka Kovačič und Anže Šenk. Unter ihren Ergebnissen im starken Feld, das sich bereits auf die Olympischen Spiele 2022 vorbereitet, ragen heraus: Klančniks 10. Platz im Sprint, Kovačičs 10. Platz im Einzel und 12. Platz im Anstieg bei U23 sowie Kuhars 18. Platz im Anstieg bei den Herren.
Die slowenische Nationalmannschaft im Wettkampf-Ski-Alpinismus, unter der Leitung des Trainers Iztok Cukjati unter der Schirmherrschaft des Alpenvereins Sloweniens, trat erfolgreich bei der WM 2017 Alpago-Piancavallo an, an der rund 300 Teilnehmer aus 25 Ländern teilnahmen. Am Freitag (24.2.) stand das Einzelrennen an, in dem der erfahrene Nejc Kuhar (TSO PD Jezersko) und der Neuling bei Großereignissen Luka Kovačič (TSK Olimpik) antraten, am Dienstag (28.2.) der Sprint, in dem Karmen Klančnik (TSK Olimpik) zu den Schnellsten gehörte, gestern, 1. März, der Anstieg, an dem neben dem Trio auch Anže Šenk (TSO PD Jezersko) teilnahm.
Die beiden Herren brachen am 24. Februar beim Auftakt-Einzelrennen, das der Italiener Damiano Lenzi gewann, das Eis. „Die Strecke mit 1900 Höhenmetern anspruchsvoller vier Auf- und Abstiege war so beschaffen, dass sie definitiv die besten Ski-Alpinisten der Welt in den Vordergrund rückte. Schon an den Ergebnissen ist zu sehen, dass diesmal die besseren Skifahrer Vorteile hatten, die mit ihrem Wissen und höherem Risikobereitschaft bergab viele Minuten gutmachen konnten“, schrieb Nejc Kuhar in seinem Blog und holte sich Platz 23: „Am Ende habe ich Platz 23 unter 75 Teilnehmern aus 25 Ländern herausgeholt. In einer Zeit, in der alle ausländischen Teams ihre Athleten systematisch auf die Olympischen Spiele 2022 vorbereiten, ist das Ergebnis durchaus zufriedenstellend.“ Auch der junge Luka Kovačič wagte sich auf dieselbe Strecke und erzielte bei den U23 einen exzellenten 10. Platz. „Hinter mir liegt das erste Highlight dieser WM, das Einzelrennen. Ich habe es in die Elite-Top-10 bei U23 geschafft – echt geil! Auch diesmal technische Probleme, aber das gehört dazu“, schrieb der 21-jährige Kranjer. Die vollständigen Ergebnisse sind auf der Website des Internationalen Ski Mountaineering Verbands (ISMF) zu finden.
Am Dienstag, 28. Februar, stand der Sprint an, geprägt von Regen. Karmen Klančnik vertrat slowenische Farben und freute sich über Platz 10 bei ihrer ersten WM; unter 40 Starterinnen siegte die Spanierin Claudia Galicia Cotrina (Ergebnisse). Am nächsten Tag maß sich die erfolgreichste slowenische Ski-Alpinistin auch im Anstieg und erreichte Platz 22; die Schnellste unter 49 Frauen war die Österreicherin Andrea Mayr (Ergebnisse). „Die WM war das Hauptziel dieser Wintersaison, am meisten trainiert habe ich Sprints. Am Dienstag lief es super. Ich kam problemlos durch die Qualifikationen, im Viertelfinale war ich so fokussiert und selbstbewusst, dass ich meine Gruppe mit starken Mädels gewann. Im Halbfinale Pech: Direkt nach dem Start klemmte die hintere Bindung, Finale-Chance dahin. 10. auf der Welt ist Top-Platzierung, ich bin extrem zufrieden. Beim Vertical rechnete ich mit besserem, aber Eliteliga pur und über Platz 22 keine Enttäuschung. So viel Kraft habe ich noch nie gegeben. Wichtig sind Vorbereitung, Auftritt und Erfahrung, alles bleibt positiv im Gedächtnis“, zufrieden die 26-jährige Gorenjka.
Beim Anstieg am 1. März hatte die slowenische Mannschaft in der Herrenkonkurrenz drei Eisen im Feuer. Die Prüfung mit 570 Höhenmetern auf 3,5 km krönte den Spanier Kilian Jornet Burgada unter 66 Startern und brachte dem slowenischen Ass Nejc Kuhar Platz 18 bei den Herren. „Nach dieser WM habe ich gemischte Gefühle. Offen gesagt erwartete ich mehr, obwohl die Ergebnisse realistisch sind. Wenn sich in Slowenien die Lage im Ski-Alpinismus nicht bald grundlegend ändert, verpassen wir den Zug, den wir später nicht mehr erwischen. Seit klar ist, dass Ski-Alpinismus 2022 olympisch wird, arbeiten Spitzenmannschaften mit Athleten, besonders Jungen, auf einem Niveau, dem wir mit unserem ‚Freizeit‘-Ansatz nicht mehr gewachsen sind“, zog der erfolgreichste slowenische Ski-Alpinist die Bilanz.
Bei den U23 glänzte Luka Kovačič erneut mit Platz 12. „Das ist meine erste Ski-Alpinismus-Saison auf höchstem Weltlevel und damit meine erste WM, daher bin ich sehr zufrieden mit meinen Leistungen und Ergebnissen. Im klassischen Rennen kann ich die Besten noch nicht mithalten, mir fehlen Erfahrung und Trainingsumfang in echten Bergen und ‚Offroad‘-Geländen, aber das kommt noch. Der Anstieg ist meine Paradendisziplin, von der ich am meisten erwartete. Obwohl ich vielleicht ein Plätzchen höher wollte, war der Wettbewerb brutal; ich gab alles, fiel über die Ziellinie und landete, wo ich heute hingehörte“, fasste Kovačič zusammen und ergänzte: „Mit großem Optimismus blicke ich voraus, ich mache rasante Fortschritte, Jugend ist mein Trumpf, aber ich weiß, dass auf höchstem Niveau jedes weitere Plätzchen schwerer wird bei solcher Konkurrenz. Über 80 % sind Profis, also müssen wir in Slowenien ähnlich denken, um mitzuhalten.“ Der Jezersko-Mann Anže Šenk beendete das Rennen auf Platz 56.