Suche auf der Peca: Stiller Bund zwischen Mensch, Hund und Herde.
Bericht über die erfolgreiche Aktion von Dani Kropivnik.
Auf heimischem Gelände unter der Peca wurde vor einigen Tagen eine Suchaktion erfolgreich abgeschlossen, bei der Dani Kropivnik mit Hilfe seiner Hunde eine Herde von sechzehn Schafen aufspürte und sicher zurückführte, die vor zehn Tagen aus dem Nachbartal entkommen waren.
Obwohl das Gebiet groß und schwer zugänglich ist, sah Kropivnik dank seines guten Geländekenntnisses schnell voraus, wo sich die Schafe aufhalten könnten. Seine zwei Hunde nahmen sofort die Fährte auf und führten ihn mehrere Kilometer weit, bis auf die österreichische Seite des Berges. Inmitten einer Menge von Wildspuren – Gämse, Rehe, Füchse – blieben sie gefasst, unerschütterlich beim Verfolgen der richtigen Schafspuren (und Kotklümpchen).
An den Veških stanih führten die Spuren einen steilen Hang hinunter ins Tal. Dort zeigte Kelpie, einer der Hunde, mehrmals klar, dass sie wusste, wo die Herde war, und dass ihr Herr ihr die Initiative überlassen solle. Nach einigen Rutschern und Kämpfen durch das Unterholz entschied Kropivnik, ihr zu vertrauen – obwohl die Schafe noch nie Kontakt mit einem Hütehund gehabt hatten.
Mit dem anderen Hund kehrte er zum Fahrzeug zurück und fuhr ins Tal, wohin er annahm, dass Kelpie die Herde lenken würde. Nach eineinhalb Stunden erreichten sie eine Lichtung, wo Kelpie die Schafe hingebracht hatte, als folge sie einem unsichtbaren Faden zwischen Instinkt und Aufgabe. Die ganze Zeit über beobachtete Kropivnik ihre Arbeit über den GPS-Tracker, den sie trug.
Auf der Lichtung folgte eine Stunde der Eingewöhnung, da die Schafe anfangs niemanden näher als 50 Meter heranließen. Kelpie verrichtete derweil leise ihre Arbeit, während ihr Herr einige Anrufe tätigte und das Telefon prüfte. Als sie sicher war, alles unter Kontrolle zu haben, schob sie die Schafe zu ihm, beruhigte sie – und die Heimfahrt konnte beginnen.
Uralte Verbindung
Diese Geschichte offenbart mehr als nur eine erfolgreiche Suchaktion. Es geht um einen uralten Bund zwischen Mensch und Hund, der Befehle, Apps und Tracker übersteigt. Ein Hund, der mit dem Menschen arbeitet, tut dies nicht für eine Belohnung, sondern aus Treue, aus einer Aufgabe, die er als seine eigene empfindet. Der Herr, der zuhören kann, führt nicht mit Gewalt, sondern mit Vertrauen.
Diese Verbindung ist still, doch tief – wie ein Faden, der nomadische Hirten, keltische Krieger, tibetische Wächter und heutige Sucher verknüpft. Es gibt darin keinen Wettbewerb, kein Prahlen. Es ist Arbeit, die getan wird, weil sie getan werden muss. Und wenn die Herde zurückkehrt, die Schafe sich beruhigen, der Hund zurückblickt – dann weiß man, dass die Aufgabe erfüllt ist.
Quelle:
https://gore-ljudje.net/novosti/iskanje-na-peci-tiha-zaveza-med-clovekom-psom-in-tropom/