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Neuigkeiten / Trotz Prävention immer noch zu viele Unfälle in der Bergwelt

Trotz Prävention immer noch zu viele Unfälle in der Bergwelt

16.08.2021
Trotz Prävention immer noch zu viele Unfälle in der Bergwelt. Fast jeden Tag müssen Bergretter auf Anrufe von verunglückten Bergwanderern reagieren. In diesem Jahr wurden 375 Einsätze registriert (483 im gesamten Vorjahr), was trotz aller Präventivmaßnahmen keine ermutigenden Zahlen sind. Für einen sicheren Weg ist die Planung einer Bergtour und die Beachtung grundlegender Tipps zum Bergbesuch unerlässlich. Einer der Tipps ist, vor der Planung zu prüfen, ob die Hütte geöffnet ist und bei Übernachtungswunsch diese zwingend rechtzeitig zu reservieren.



Eine stabile Wettervorhersage wird am Wochenende zahlreiche Bergwanderer in die Berge locken, einschließlich solcher ohne grundlegende Bergwanderkenntnisse. Um die Einsätze der Bergretter zu minimieren, muss der Rucksack angemessen gepackt und eine passende Tour je nach Kondition gewählt werden. „Die detaillierte Statistik der Bergunfälle dieses Jahres (Stand 12.8.2021) zeigt uns 375 Einsätze, davon 144 Personen unverletzt, 67 leicht und 111 schwer verletzt. 28 Personen waren leicht oder schwer erkrankt, 22 sind leider verstorben. Nicht ermutigend, dass Bergretter vor Ort noch immer unangemessen ausgerüstete Personen antreffen, die ihre Fähigkeiten überschätzen. Fast täglich begleiten wir von den Bergen Wanderer ab, die erkrankt sind oder den Abstieg über denselben Weg nicht wagen. Viele Ausländer aus den größten Alpenländern, von denen man ein hohes Maß an Bergbewusstsein erwarten würde“, fasste PZS-Experte und Bergretter Matjaž Šerkezi zusammen.



In die Berge immer mit Rucksack, in dem die wichtigsten Dinge sein sollten. Mehr zum angehängten Link.



Vor Ausflug oder Tour fragen wir uns:



Wie gut bin ich vorbereitet (psychisch und physisch)? Ist der gewählte Weg für mich geeignet?
Wie ist die Wettervorhersage? Schlechtes Wetter und Sichtbarkeit können die Gehzeit um das Zehnfache verlängern. Habe ich Kleidung, die mich vor starkem Wind, Kälte und Niederschlag schützt? Gibt es auf dem Weg Hütte, Biwak oder Schutzraum, in den ich mich zurückziehen kann?
Wie ist der gewählte Weg? In welche Richtung gehe ich (Norden, Süden, Osten, Westen)? Plant den Routenverlauf. Teilt den Weg in kleinere Abschnitte, plant Pausen und ungefähre Gehzeiten. Erzeugt ein Bild des Weges und durchlauft ihn gedanklich.
Habe ich im Rucksack alles Nötige für die gewählte Tour?
Wie weit ist es und wie viel Zeit brauche ich für den gesamten Weg? Auf dem Gipfel ist man erst auf der Hälfte – Ziel ist die sichere Rückkehr ins Tal und nach Hause.
Wie steil ist das Gelände? Muss ich es in Serpentinen gehen, was mehr Zeit braucht (aber weniger ermüdend ist)?
Wie ist das Gelände? Gibt es auf dem Weg Blöcke, Schutthalden? Gibt es Strauchwerk, das mich verlangsamt, oder kann ich es umgehen?
Gibt es auf dem Weg Merkmale, die ich überwinden muss: Schrofen, Wildbäche, steile Sprünge? Kann ich sie umgehen?
Mit welchen Gefahren kann ich auf dem Weg rechnen: Abgründe, grasbewachsene Hänge, herabfallenden Steinen?
Wie soll ich gehen?
Welchen Geh-Tempo soll ich anschlagen? Sind Kinder dabei?


Wählt eine Tour passend zu eurer physischen und psychischen Vorbereitung und berücksichtigt dabei eure Gesundheit und die der Tourteilnehmer. Besonders aufmerksam sein bei chronischen Erkrankungen, Allergien oder Herzkrankheiten.



Der Sommer ist in die zweite Hälfte gekommen, die einige nach Erfahrung für anspruchsvollere Bergtouren nutzen werden. „Abstieg in die Berge früh beginnen, da gerade jetzt Nachmittags-Gewitter mit Blitzen am häufigsten sind. Bei Überraschung durch Gewitter in den Bergen zwingend von Graten und exponierten Gipfeln absteigen, besonders wo Drahtseile oder Eisenobjekte sind oder der Fels rot ist, was Metalle enthält. Alle Metallgegenstände ablegen und nicht wegwerfen, sondern an sicherem Ort abseits von sich verstauen, da man sie nach dem Unwetter braucht. Empfohlen: Auf Seil oder Rückenpolster des Rucksacks sitzen, Füße in Rucksack stecken und Schutzkleidung anziehen. Auch auf Helm mit Metallnieten achten. Besser abnehmen“, ergänzt Šerkezi aufmerksam.



Wichtig:

Wettervorhersage hören/lesen und bei Planung von Aktivitäten im Hügelgelände beachten.
Mit Wetter- und Klimamerkmalen des gewünschten Ziels vertraut machen.
Nach Wettervorhersage ausstatten, Wetter und Bedingungen beachten. Besser trockene Anorak als nassen Kopf.
Während der Tour Wetterentwicklung beobachten und nach Wetter und Bedingungen handeln.
Früher Morgen ist golden – Schauer und Gewitter meist nachmittags.
Entwicklung von Kumuluswolken beobachten, frühe Morgenbildung kündigt Gewitter an.
Bei spürbarer Luftfeuchtigkeit oder eingeschränkter Sicht (trübe Luft) steigt Feuchtigkeit, was Gewitterwahrscheinlichkeit erhöht.
Bei aufziehenden Gewitter exponierte Punkte verlassen, idealerweise Schutz suchen.
Bei gutem Wetter und günstigen Bedingungen ist jedes Bergziel leichter erreichbar.


Besuche im Hochgebirge ähnlich wie letztes Jahr



Für den bisherigen Teil der Bergsteigersaison 2021 zeigt sich guter Besuch im Hochgebirge, in manchen Gebieten sehr gut. Andererseits ist für Hütten im Mittelgebirge die diesjährige Halbsaison im Durchschnitt schwach, doch einige Hütten verzeichnen trotz allem sehr guten Besuch. Vorsaisonbesuch war durch Corona-Epidemie eingeschränkt und reduziert, im Sommer gehen die Leute lieber höher ins Hochgebirge. „Besonders im Hochgebirge auffällig mehr Ausländer als letztes Jahr. Saisonstart durch wechselhafteres Wetter unterdurchschnittlich. Aktuelle stabileren Wetterbedingungen und sprichwörtlich größeres Interesse der Slowenen an Bergbesuchen im August bedeuten volle Auslastung der Hütten, besonders um Feiertagswochenende. Gilt vor allem für am häufigsten besuchte Hütten im weiteren Triglav-Umfeld“, stellt PZS-Experte Dušan Prašnikar fest.



Planinsko društvo Jesenice verwaltet fünf Hütten und Schutzhütten. Erjavčeva koča na Vršiču, Tičarjev dom na Vršiču, Koča pri izviru Soče, Zavetišče pod Špičkom und Koča na Golici verzeichnen heuer exzellenten Besuch. „Diesjährige Saison anders als letztes Jahr. Ende Juli und Anfang August exzellenter Besuch in unseren Hütten. Mehr Ausländer als letztes Jahr. In Hütten näher an Italien viele Italiener, anderswo auch viele Wanderer aus anderen Ländern. Koča na Golici verzeichnet außergewöhnlich hohen Besuch auch nach der Narzissenblüte. Fleißig den ganzen Tag arbeiten. Sehr zufrieden mit Übernachtungsgästen. Jedes Jahr größere Probleme, gute Hüttenwirte zu finden. Studenten scheinen kein Interesse zu haben. Hoffen trotzdem auf lange Saison“, fasste Maja Perko von PD Jesenice zusammen.



Corona-Bedingungen schränken Besuche von BergHütten in gewissem Maße ein, doch in Hochgebirgshütten herrscht Toleranz und Akzeptanz der PCT-Bedingung für Hüttenbesuch. Bedeutet: Hüttengäste müssen genesen, geimpft oder getestet sein (detaillierte PCT-Erklärung auf https://www.pzs.si/novice.php?pid=15082 ). In BergHütten (wie anderen Unterkünften in Slowenien) aufgrund Covid-19-Maßnahmen weiterhin begrenzte Bettenzahl. Maskenpflicht innen, Händedesinfektion und Abstandhalten obligatorisch.



Auch Betriebsweise der BergHütten geändert. Ausschank von Speisen und Getränken größtenteils nur auf Hüttenterrassen möglich. Zur Saison im Doma na Smrekovcu, Betreiber Tomo Drolec: „Nach teilweiser Schließung zu Jahresbeginn endlich in akzeptablen Bedingungen gestartet. Aber wegen Angst vor PCT-Anforderungen ist Übernachtung schlechter als in Vorjahren. Waren letztes Jahr meist Slowenen Gäste, heuer mehr Ausländer. Hauptsächlich Tagesbesucher. Aktuell Heidelbeersaison, viele entsprechende Wanderer. Oft kommen Wanderer aus Tälern-Camps. Vielfältige Gäste von Bergwanderern bis Touristen. Mehr Einheimische auf Slowenischem Bergweg bemerkt. Für Außenausschank mehr Personal nötig, das jährlich schwerer zu bekommen ist.“



Reservierungssystem



Im Jahr 2021 haben die meisten Hütten um Triglav Reservierungen über das Hüttenreservierungssystem aufgenommen. Link zu Hütten mit System und Erklärungen unter https://www.pzs.si/vsebina.php?pid=268. System erleichtert Hüttenbetreibern Arbeit und ermöglicht jedem, Reservierung online jederzeit zu machen oder bei Bedarf rechtzeitig zu ändern. Ergänzende Erklärung: Bei Nichterscheinen für reservierte Betten oder fehlender Stornomitteilung spätestens 48 Stunden vor geplantem Eintreffen (bis 17 Uhr zwei Tage vorher) wird 11 EUR pro Nacht pro Person berechnet.



Auch in BergHütten Touristenbons einlösbar. Nicht überall, daher vorab bei Hütten nachfragen.



Wie letztes Jahr beobachtet, hat sich Gäste-Struktur in Bergen geändert, daher Mahnung allen: Müll ins Tal mitnehmen und Bergwelt mit viel Respekt, Toleranz und Verständnis betreten.



Guten Weg und sicheren Schritt!
         
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