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Neuigkeiten / Über sicheres Tourenradfahren und Einstellungen auf dem Rad

Über sicheres Tourenradfahren und Einstellungen auf dem Rad

28.04.2020
Im Falle des Radfahrens auf Trails oder Waldwegen und Straßen müssen wir uns bewusst sein, dass die Grundlage für spaßiges und sicheres Radfahren unsere Einstellung ist. Unsere Einstellung zu uns selbst, zur Umwelt, in der wir uns bewegen, und die Einstellung zu anderen Nichtradfahrern, die wir auf diese oder jene Weise treffen. Wie diese Beziehungen aussehen werden, ist Sache der Entscheidung jedes Einzelnen, die sich in unserer Realität widerspiegelt, wie Atila Armentano, Leiter der Kommission für Tourenradfahren des PZS, die Bergsteiger auf dem Rad anspricht.

Liebe Bergsteiger auf dem Rad,



ich wollte euch ermutigende Neuigkeiten in dieser komplizierten Zeit mitteilen, aber mich zum Schreiben hat die aktuelle, unter anderem auch traurige Situation im Tourenradfahren angespornt.



Zwei Nachrichten über Unfälle, an denen Touren- (Berg- laut Medien) Radfahrer beteiligt waren, haben mich erschüttert. Einer der Unfälle endete tragisch, beim anderen wurde der Radfahrer schwer verletzt. Die offiziellen Unfallursachen klingen trocken, aber wir wissen alle, dass:

ein Missgeschick dem vorsichtigsten Radfahrer passieren kann,

für einen ungünstigen Ausgang der Situation reicht ein Moment Unaufmerksamkeit,

Missgeschicke passieren, wenn wir sie am wenigsten erwarten, bzw. wenn wir uns am sichersten fühlen.



Auch ich begebe mich in dieser Zeit im Bereich meiner Gemeinde mit dem Rad auf heimische, bekannte Wege. Ihr kennt das Gefühl, wenn zwei Stunden auf dem Rad euch glücklicher machen als hundert Gulden ohne Zinsen, wie man früher sagte. So viele Tourenradfahrer ich in der Zeit getroffen habe, als wir zu Hause sind, von zu Hause arbeiten oder im mehr oder weniger freiwilligen Urlaub, so viele habe ich im ganzen Vorjahr zusammen nicht. Das hat mich einerseits gefreut, andererseits besorgt. Als Tourenradführer habe ich gesehen, dass der Großteil dieser Radfahrer zwar sehr begeistert und motiviert ist, aber die grundlegenden Regeln für sicheres Fahren auf Schotter und Forststraßen nicht kennt bzw. nicht beachtet. Mangelnde Ausrüstung (ohne Helm und Fahrradhandschuhe), Bergabfahren sitzend auf dem hochgelassenen Sattel wie beim Anstieg statt stehend auf den Pedalen und Bremsen mit blockierter Hinterbremse waren die häufigsten Fehler, die ich bemerkt habe. Ebenso schien mir die Geschwindigkeit einer vierköpfigen Familie, die ich beim Abstieg traf, angesichts der Regel der Geschwindigkeitsanpassung für sicheres rechtzeitiges Anhalten ziemlich hoch.



Da eines der Aufgaben der Kommission für Tourenradfahren PZS die Entwicklung richtigen und sicheren Tourenradfahrens ist, sind wir Tourenradführer als qualifizierte Fachkräfte des PZS ethisch verpflichtet, unser Wissen und unsere Erfahrungen an weniger erfahrene Radfahrer weiterzugeben. Das können wir auch in einem kurzen freundschaftlichen Gespräch tun, wenn wir andere Radfahrer treffen und ein bisschen plaudern. Schon ein kleiner Tipp kann viel verändern. Ich rate allen gelegentlichen Bergsteigern auf dem Rad, sich auf Radtouren richtig ausgerüstet und informiert über die grundlegenden Regeln des Fahrens mit dem Rad auf unbefestigten Straßen und Wegen zu begeben. Wenn wir uns wieder treffen können, werden die größeren Tourenradabteilungen bei den Bergsteigervereinen wieder Tourenradfahr-Schulen und Seminare zur Fahrtechnik organisieren. Allen Freizeit-Tourenradfahrern – Bergsteigern auf dem Rad – rate ich herzlich, an diesen Schulen oder Seminaren teilzunehmen, denn richtiges Fahren ist auch sicherer und spaßiger.



Ein weiteres Abenteuer geschah in der Nähe von Kranj, wo einige begeisterte junge Leute drei Wege fürs Radfahren (Trails, wie der weit verbreitete entlehnte Fremdbegriff bekannt ist) neu angelegt haben. Die Wege wurden mit Zustimmung der Eigentümer und Information des regionalen Amts der Forstverwaltung angelegt, die mit der Anlage einverstanden war. Also nach dem Buchstaben des Gesetzes. Bis hierher alles gut und richtig. Das Problem entstand bei der Nutzung dieser Wege. Der Andrang von Radfahrern auf die neuen Wege war in den letzten Tagen unerwartet groß. Einer der Grundstückseigentümer, durch dessen Parzellen die Wege verlaufen, räumte in den Tagen zuvor in der Nähe eines dieser Wege Äste auf, die von der Sanierschnitt wegen des Borkenkäfers übrig geblieben waren. Inzwischen kam ein Radfahrer diesen Weg entlang, dessen Fahrweise den Eigentümer störte, sodass dieser ihn ansprach und der Radfahrer anhielt. Nach Informationen, die ich von zwei indirekt Beteiligten habe, wechselten sie einige bittere Worte. Der Waldbesitzer soll sogar den Lenker des Rads gepackt haben. Der Konflikt brachte den Eigentümer so weit auf, dass er die sofortige Schließung der Wege forderte, die über seine Parzelle führen. Das geschah auch, da die Jungs, die alles organisiert haben, verantwortungsvoll sind und sich der Wichtigkeit guter Beziehungen und des richtigen Arbeitens bewusst sind. Sonst verursachte die Schließung der Wege etwas Missfallen bei Radfahrern, die vor allem Konsumenten sind, aber es blieb dabei.



Der Kern der Botschaft dieses Ereignisses ist, dass die Dinge, in denen wir uns erfreuen bzw. die wir nutzen, nicht selbstverständlich sind. Jemand vor uns hat die Bedingungen geschaffen, damit wir uns amüsieren können. Und wir können uns nur unter bestimmten Bedingungen amüsieren. Daher müssen wir im Falle des Radfahrens auf Trails oder Waldwegen und Straßen bewusst sein, dass die Grundlage für spaßiges und sicheres Radfahren unsere Einstellung ist. Unsere Einstellung zu uns selbst, zur Umwelt, in der wir uns bewegen, und die Einstellung zu anderen Nichtradfahrern, die wir auf diese oder jene Weise treffen. Wie diese Beziehungen aussehen werden, ist Sache der Entscheidung jedes Einzelnen, die sich in unserer Realität widerspiegelt. Dies sei eine positive Antwort auf jede der folgenden drei Fragen:

Bin ich vor, während und nach der Tour zufrieden, weil ich sie gut und vor allem richtig gefahren bin, also im Einklang mit den 10 Regeln des Tourenradfahrens? Das ist Einstellung zu sich selbst.

Habe ich die Tour ohne Spuren auf dem Weg zurückgelegt? Das ist Einstellung zur Umwelt.

War ich zu allen, die ich auf der Tour getroffen habe, freundlich (habe ich sie bemerkt, gegrüßt und als Radfahrer Wanderern Vortritt gewährt)? Das ist Einstellung zu anderen.



Wenn alle Radfahrer auf alle drei Fragen positiv antworten, haben wir in Slowenien große Chancen, auch die formelle Akzeptanz der Gesellschaft zu erreichen, deren Mitglieder wir sind. Solange Situationen eintreten, in denen nur eine der Antworten auf diese drei Fragen von einem von uns negativ ist, ist all die Arbeit motivierter, fähiger und fleißiger Einzelpersonen der Tourenradfahrergemeinschaft vergeblich. In diesem Fall habe ich als Leiter der Kommission für Tourenradfahren PZS keine Antwort. Mir bleibt nur eine gute Einstellung zu mir selbst, zur Umwelt und zu jedem, den ich auf meinen Wegen treffe. Und alle, die damit kein Problem haben, werden neu beginnen oder das Begonnene fortsetzen.



Ich wünsche euch sicheres, richtiges und fröhliches Tourenradfahren!



Atila Armentano,

Leiter der Kommission für Tourenradfahren des Alpenvereins Sloweniens





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Tourenradfahren – sicher und tolerant



10 Empfehlungen des Verbands der Bergsteigerorganisationen des Alpenbogens (CAA)



1. Radfahren Sie gesund.

2. Planen Sie die Tour sorgfältig.

3. Radfahren Sie nur auf geeigneten genehmigten Wegen.

4. Überprüfen Sie das Rad vor der Tour immer auf Tadellosigkeit.

5. Nehmen Sie alles mit, was Sie für die Tour brauchen.

6. Radfahren Sie mit Schutzausrüstung (Helm, Handschuhe, bei Abfahrten Schienbeinschoner).

7. Wanderer haben immer Vorrang.

8. Passen Sie die Fahrgeschwindigkeit an Ihr Können, Gelände und Bedingungen an.

9. Hinterlassen Sie keine Spuren.

10. Denken Sie an die Tiere, fahren Sie leise und rücksichtsvoll.
         
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