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Neuigkeiten / Verleihung der Bloudek-Plakette für das Lebenswerk im Sport

Verleihung der Bloudek-Plakette für das Lebenswerk im Sport

12.02.2011
Gestern, am 11. Februar 2011, fand in der Unionshalle des Grand Hotel Union in Ljubljana die Verleihung der Bloudek-Preise statt, bei der die Anwesenden auch vom Ministerpräsidenten der Republik Slowenien Borut Pahor angesprochen wurden. Unter den Empfängern der Bloudek-Plakette für das Lebenswerk im Sport war auch unser Alpinist, Bergretter, Publizist und Schriftsteller Tone Škarja.



Den Bloudek-Preis für herausragende internationale sportliche Leistungen erhielten die Skifahrerin Tina Maze, die Judoka Lucija Polavder und der Boxer Dejan Zavec. Rolando Pušnik für außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung des slowenischen Sports und der Schachspieler Milan Kneževič für das Lebenswerk und außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung des Sports in Slowenien.

Die Bloudek-Plakette für das Lebenswerk im Sport erhielten neben unserem Tone Škarja auch David Antončič, ehemaliger Segelrepräsentant, und Jože Šlibar, ehemaliger Weltrekordhalter im Skispringen. Unter den Empfängern der Bloudek-Plakette waren auch der Kajakfahrer, Medaillengewinner bei der WM in Tacen Jure Meglič, Europameister im Boccia Davor Janžič, Trägerin zahlreicher Auszeichnungen bei WM im Kegeln Rada Savič und Miha Zupan, der erste professionelle taube Basketballspieler der Welt, hervorragende Wettkämpferin im Skiroll und Rollschuhlaufen Mateja Bogatec für wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Popularisierung des slowenischen Auswanderersports, der Leichtathlet Igor Primc für wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Popularisierung des slowenischen Sports sowie das Sportverein Sonček, das seit mehr als 15 Jahren mit seinen Aktionen junge Sportler begeistert.



Wer war der Ingenieur Stanko Bloudek und warum werden die Preise verliehen?

Der Ingenieur Stanko Bloudek (geboren in Idrija am 11. 2. 1890, gestorben in Ljubljana am 26. 11. 1959) war die Persönlichkeit, die bisher am sichtbarsten und gewichtigsten die Entwicklung der Körperkultur in Slowenien und in diesem Rahmen besonders das Wachstum des slowenischen Sports beeinflusst hat. Er war Flugzeugkonstrukteur, Sportorganisator und Lenker, selbst aktiver Sportler, Erbauer von Sportanlagen in Slowenien (auch die Schanzen in Planica) und in verschiedenen Ländern in Europa.

Bloudek-Preise (Preis und Plakette) sind die höchste staatliche Anerkennung der Republik Slowenien, die seit 1965 vom Ausschuss für die Verleihung der Bloudek-Preise für Leistungen im Bereich des Sports verliehen wird. Die Bloudek-Preise regelt das Gesetz über die Bloudek-Preise.



Die Größe der Persönlichkeit Stanko Bloudeks strahlt eine Anekdote aus dem Jahr 1930 aus, als an einem der damals modernsten Schwimmbecken in Europa – seiner Ilirija – die Meisterschaft im Schwimmen stattfand.

"Im neuen Becken der Ilirija wurden erstmals unter neuen Bedingungen die Wettkämpfe für die slowenische Meisterschaft im Schwimmen ausgetragen. Die Leitung des Schwimmverbands, die in den Händen der Mitglieder von Primorje lag, versuchte mit unregelmäßigen Entscheidungen und Ungültigerklärungen der im Wasser erzielten Erfolge der Ilirija zu schaden, wie es bei Schwimmmeisterschaften überhaupt üblich war. Bloudek beobachtete dieses Verhalten eine Zeit lang ruhig, dann kochte es in ihm über und mit einer einzigen Geste, obwohl er nicht am Schiedsgericht oder an der Leitung des Wettkampfs beteiligt war, machte er dem Verhalten ein Ende. "Aus unserem Wasser raus!" befahl er und am Nachmittag ließ er im Bad nicht mehr die Wettkämpfe fortsetzen. Sie beruhigten ihn erst am nächsten Tag und überredeten ihn, dass die Wettkämpfe, die in seinem Becken waren, fortgesetzt werden konnten, die Schiedsrichter überlegten es sich und brachten dann den Wettkampf im Geist der sportlichen Fairness zu Ende." (Auszug aus dem Buch: Drago Stepišnik: Stanko Bloudek, Državna založba Slovenije, 1971)

Und warum hat Tone Škarja, Alpinist, Bergretter, Publizist und Schriftsteller die Bloudek-Plakette für das Lebenswerk erhalten?

Tone Škarja stellt die Säule des slowenischen Alpinismus dar, der mit seinem aktiven Engagement wesentlich zur Durchsetzung desselben in der Welt beigetragen hat. Die an sich kleine Zahl von Alpinismus-Anhängern im slowenischen Raum (aktuell sind 526 im PZS registriert) hat er erfolgreich von den ersten Besteigungen in heimischen Bergen, über die Zentralalpen, zur Arena des Weltalpinismus, dem Himalaya, geführt. Mit fester Arbeit, Planung und Vorhersage auf Basis von Erfahrung hat er sich mit einem starken Team schnell durchgesetzt und die Weltelite überholt. In der Welt hallt noch immer sehr der Aufstieg über den Westgrat auf den Gipfel des Everest nach, der unparteiisch in dem Buch Everest- the Mountaineering History des Autors Walt Unsworth aus dem Jahr 2000 beschrieben ist. Trotzdem dass er selbst ein Spitzalpinist war, hat er seine Position nie ausgenutzt, im Gegenteil, Möglichkeiten hat er jedem gegeben, der die Wille zum Arbeiten hatte. Unter seiner Leitung haben wir Slowenen als Erste begonnen, hohe Berge im alpinen Stil zu besteigen (vom Basislager zum Gipfel in einem Schwung, ohne Zwischlager), der heute die geschätzteste Art des Kletterns ist. Ganze dreißig Jahre leitet er die Kommission für Expeditionen in fremde Gebirge, die gerade wegen der Spaltung unter Alpinisten und damit der Angst entstanden ist, dass zu neuen Expeditionen in fremde Gebirge überhaupt nicht kommen würde.

Kurz gesagt, sein ganzes Leben ist mit dem Alpinismus verbunden und gespannt zwischen dem Heimatort, dem Alpenverein Sloweniens und dem damaligen Bergrettungsdienst. Seine ganze Zeit hat er der Organisation von Alpinistenexpeditionen gewidmet, was in der Zeit der damaligen gesellschaftlichen Ordnung und Transportmöglichkeiten nicht leicht war, den slowenischen Alpinismus im Geist an die Spitze zu führen.

Der Alpenverein Sloweniens erhält jedes Jahr Bulletins der Ereignisse im Bereich des Weltalpinismus (American Alpine Journal, The Himalayan Database of Elisabeth Hawley), in denen jedes Mal der Name unseres Landes erscheint und hinter jedem solchen Namen steht auch die Arbeit von Tone Škarja.

Leistungen bzw. Erfolge, wegen derer Tone Škarja für den Empfänger des Bloudek-Preises vorgeschlagen wurde

- Leiter der Kommission für Expeditionen in fremde Gebirge seit 1979, die dem slowenischen Alpinismus weltweite Bekanntheit eingebracht hat. Ohne seine selbstlose und gerechte Leitung eines so wichtigen Teils des Alpenvereins Sloweniens, wie Expeditionen in fremde Gebirge sind, wäre der slowenische Alpinismus heute nicht an der Weltspitze. Mit geplanter Lenkung und qualitativem Leitungsteam ist es ihm gelungen, dass zuerst Jugoslawien und dann Slowenien in nur wenigen Jahren von nichts zu Spitzenbesteigungen in himalayischen Wänden gekommen ist, die wegen des spezifischen Umfelds und der großen Höhe als die schwierigsten der Welt gelten. Zahlreiche Einzelpersonen, die sich im Klettern alpiner Wände ausgezeichnet haben, haben die Gelegenheit bekommen und wir können behaupten, dass ohne seine Anwesenheit Slowenien nicht drei Goldene Eispickel (Piolet d Or) hätte, die die höchste Anerkennung für den Alpinismus sind.

- er ist erfolgreicher Publizist mit zahlreichen kritischen Artikeln aus dem Bereich des Bergsteigens und Alpinismus sowie Schriftsteller literarischer Werke, in denen er auf authentische Weise den Alpinismus darstellt: vom Weg, Leben im Basislager, Arbeit am Berg, bis zum Glück und Tränen am Gipfel, Trauer um den Verlust eines Freundes ...

Auszug seiner Werke aus COBISS (aufgelistet von France Malešič):

1972, 1974, 1984 - Hoja in plezanje v gorah - Mitautor Tine Mihelič - Handbuch - Planinska zveza Slovenije, Ljubljana, drei Ausgaben

1975 - Stene mojega življenja - Monografie - Obzorja, Maribor

1976 - Kangbačen - Mitautoren Jože Andlovic, Stane Belak, Danilo Cedilnik, Janez Dovžan, Zoran Jerin, Franc Jeromen, Bojan Pollak, Roman Robas, Peter Soklič, Tone Trobevšek - Monografie - Mladinska knjiga, Ljubljana

1979 - Na vrhu sveta - Mitautoren Jože Andlovic, Danilo Cedilnik, Aleš Kunaver, Matjaž Maležič, Franci Savenc, Ante Mahkota - Sammelband - Mladinska knjiga, Ljubljana

1979 - Na vrhu svijeta - Mitautoren Jože Andlovic, Danilo Cedilnik, Aleš Kunaver, Matija Maležič, Zoran Jerin, Franci Savenc, Ante Mahkota - Sammelband - Mladinska knjiga Zagreb, Globus

1981 - Everest - Mitautoren Stane Belak, Ivan Kotnik, Marjan manfreda, Vanja Matijevec, Dušan Podbevšek, Roman Robas, Andrej Štremfelj, Marko Štremfelj, Igor Tekavčič, Nejc Zaplotnik - Monografie - Mladinska knjiga, Ljubljana

1987 - Jalung Kang - Monografie - Borec, Ljubljana

1992 - Stoletje v gorah - Mitautoren Jože Dobnik, Božo Jordan, Marjan Raztresen, Pavle Šegula, Danilo Škerbinek, Albin Vengust, Kazimir Rapoša, Franci Savenc, Franc Vogelnik, Sammelband zum hundertjährigen Jubiläum des PZS - Cankarjeva založba, Ljubljana

2002 - Zgodovina reševanja v gorah nad Kamnikom - Mitautoren France Malešič, Cene Griljc, Vlasto Kopač, Miro Štebe - Monografie - Planinska zveza Slovenije, Ljubljana

2003 - Planinski zbornik, Ob 110-letnici Planinske zveze Slovenije - Mitautoren Franc Ekar, Matjaž Deržaj, Tone Strojin, Stanko Klinar, Jurij Dobravec, Anton Ramovš, Janez Duhovnik, Bine Mlač, Tomo Česen, Danilo Škerbinek - Sammelband - Planinska zveza Slovenije, Ljubljana

2004 - Slovenci v Himalaji - Slovenians in Himalaya - zweisprachige Monografie - Planinska zveza Slovenije, Ljubljana

2008 - Kangčendzenga, gora usode - Monografie, Didakta, Radovljica

- er klettert seit 1956 und ist bekannt für zahlreiche Erstbesteigungen, die einen Meilenstein der damaligen Zeit darstellten und an denen sich die Jugend auch heute noch orientiert. Im Folgenden die Liste einiger seiner wichtigsten Besteigungen:

Kalška gora: Direkte Einstiegsvariante in den Nordostriss

Zajeda (Route Humar-Škarja)

Kalški greben - Nordwand: winterlich, solo

Kogel: Kamniška-Route

Skuta: Direkte Route über Plošča, Rechter Pfeiler in der Nordwand, erste Winterbesteigung

Štruca: Direkte Route

Dolgi hrbet: Route Šimenc-Škarja, Trikot, Route Saša Kamenjeva

Brana:

- Westwand: Weißer Pfeiler, Bos-Route, erste Winterbesteigung, Orion, Erstbesteigung, winterlich

- Ostwand: Zentrale Route, erste Winterbesteigung, teilweise Erstbesteigung

Planjava:

- Nordwand:

Drofenikova-Tschadova, erste winterliche Wiederholung mit Metod Humar, Drofenikova: erste Winterbesteigung, solo

- Südostwand: Humar-Škarja

Ojstrica:

- Südkamm: Riss zur Schulter

- Ostwand: winterlich, solo

Zadnji Prisojnik: Direkte Route, erste winterliche Wiederholung

Alpen - wichtigere Besteigungen:

Mt. Blanc: nächtliche Überschreitung, solo

Mt. Blanc du Tacul: Gabarrou-Albinoni

Mt. Blanc - Dent du Requin: Rébuffat-Couttet

Grands Chamoz: Welzenbach-Merkl, direkter Ausstieg Heckmair-Kröner

Aiguille Verte:

- Nordwestwand: Charlet-Platonov

- Nordostwand: Couturier, solo

Aiguille du Midi: Kosmischer Grat, solo

Les Droites: Einstiegsvariante in den Nordriss, Erstbesteigung

Sattelhorn: Direkter Einstieg, Erstbesteigung

Les Courtes: Nordostriss

Österreichische, solo

Schweizer Route

Weisshorn: Nordwand

Monte Rosa, Nordend: Direkte Route

Mont Blanc du Cheillon: Nordwand

Breitlauihorn - Tyfelsgrat: Nordrippe, Erstbesteigung

Lonzahörner: Nordwand

Aiguille du Chardonnet: Migot-Pfeiler, im Seilteam und solo

Pic sans Nom-Coup de Sabre: Nordwand, solo

- er war Leiter zahlreicher Alpinistenexpeditionen, was die anspruchsvollste Rolle eines Individuums auf einer Expedition ist. Ohne qualitatives Leiten, schnelle und durchdachte Entscheidungen gibt es keine erfolgreiche Expedition auf die Gipfel. Als seinen größten Erfolg können wir die jugoslawische Expedition auf den Everest 1979 zählen, als sie als Erste den Westgrat des Everest durchstiegen haben. Am Berg haben sie 11 km Seile gespannt, durch den Anfangsteil haben sie die Ausrüstung sogar mit einer Handseilbahn transportiert. Die Route haben bis heute, trotz zahlreicher Versuche der besten alpinen Nationen, nur die Bulgaren wiederholt und auch das nicht im Original. Anhang 1: Liste der Expeditionen von Tone Škarja.

- zwischen 1968 und 1978 war er Leiter des Bergrettungsdienstes Station Kamnik. In dieser Periode hat er die Disziplin gefestigt und für weiteres Wachstum der Qualität der Arbeit der Retter gesorgt, sowie für die Verbesserung der Rettungstechnik und Fähigkeiten des modernen Alpinismus.

- Mitglied des Alpenvereins Sloweniens seit 1955

- Alpinist seit 1956

- Bergführer seit 1993

- in der Alpenorganisation hat er aktiv mitgewirkt als:

- Vizepräsident PZS, 1998

- Redakteur der Mitteilungen PZS, Planinski vestnik und Alpenkalender

- Initiator und Betreuer des slowenischen Teils des Nepalesischen Alpenmuseums.

Bisherige Auszeichnungen von Tone Škarja im Bereich des Sports:

1987, Ehrenzeichen GRS 25 Jahre

1964, Silbernes Ehrenzeichen PZS

1965, Goldenes Ehrenzeichen PZS

1974, Goldenes Ehrenzeichen PZS

1997, Gedenkplakette PZS

1979, Goldenes Zeichen PSJ (PSJ-Planinarski savez Jugoslavije)

1965, Silbernes Zeichen PSJ

1997, Verdienstzeichen GRS 35 Jahre

2002, Feierliche Urkunde PZS

2005, Gedenkauszeichnung - Čopov steber

2009, Für außergewöhnlichen Beitrag zum Bergsteigen

         
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