Der Schutz des Auerhuhns ist nicht nur für die Natur, sondern auch für den Menschen wichtig. Besonders im Frühling, wenn es sein charakteristisches Lied anzustimmen beginnt, legen wir Wert auf die Ruhe, die es für die Fortpflanzung benötigt.
Der Auerhahn (Tetrao urogallus) ist der größte Vertreter der Hühnerartigen. Sein Lebensraum sind bergige Misch- und Nadelwälder, vor allem alte Wälder mit Heidelbeeren, die für ihn eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Am stärksten bedrohen ihn der Verlust des Lebensraums und die Störungen im Wald, die meist durch menschliche Aktivitäten verursacht werden.
Warum ist der Auerhahn auch für den Menschen wichtig?
In den letzten Jahren gibt es häufig Diskussionen über die Bedeutung des Schutzes des Auerhuhns und die Einschränkungen, die Schutzmaßnahmen im Triglav-Nationalpark mit sich bringen. Obwohl der Auerhahn nicht die einzige gefährdete Art im Park ist, gehört er zu den sogenannten Schirmarten. Seine Anwesenheit zeigt nämlich die gute Erhaltung des Lebensraums an. Die Sorge um geeignete Lebensbedingungen für den Auerhahn bedeutet auch die Erhaltung eines qualitativ hochwertigen Umfelds für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Indirekt wirkt sich das auch auf die Lebensqualität der Menschen aus.
Biologische Vielfalt – die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren – bringt zahlreiche Vorteile. Lebensräume mit höherer Biodiversität sind in der Regel widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Schädlinge und Naturkatastrophen und erholen sich nach solchen Ereignissen schneller. Wälder in solchen Gebieten erfüllen ihre zentralen Funktionen besser: ökologisch, produktiv und auch sozial.
Empfindliche Perioden für den Auerhahn
Eine der markantesten Merkmale der Auerhähne ist das Frühlingsbalzverhalten. Die Männchen versammeln sich dann an besonderen Plätzen – Balzplätzen. An exponierten Punkten spreizen sie den Schwanz und singen ein charakteristisches Lied, das aus zwei Teilen besteht: „Klappern“ und „Schleifen“. Während der Schleifphase verliert das Männchen vorübergehend die Aufmerksamkeit für die Umgebung, obwohl es sonst ein sehr scheues Vogel ist. Aufgrund hormoneller Störungen können einzelne Männchen ungewöhnlich mutig oder sogar angriffslustig gegenüber Menschen werden.
Die Zeit bis Ende Juni ist für den Auerhahn besonders empfindlich, da dann die Aufzucht der Küken stattfindet. Störungen in dieser Phase können den Bruterfolg verringern.
Telemetrische Untersuchungen auf der Pokljuka zeigen, dass Störungen den Auerhahn auch im Winter beeinflussen. An sonnigen Tagen mit vielen Besuchern bewegt er sich bis zu fünfmal mehr als üblich, obwohl er sonst tagelang am selben Baum bleiben kann. Eine solche erhöhte Bewegung bedeutet einen höheren Energieverbrauch und damit ein größeres Risiko, die harten Winterbedingungen nicht zu überleben.
Ruhige Zonen im Triglav-Nationalpark
Zur Erhaltung empfindlicher Arten wurden im Triglav-Nationalpark sogenannte ruhige Zonen ausgewiesen. Es handelt sich um Flächen, auf denen Aktivitäten zeitlich oder räumlich beschränkt sind, um geeignete Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen zu gewährleisten. Solche Zonen dienen dem Schutz mehrerer Arten, darunter Auerhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Gämse, Steinadler und hohe Seggen. Im Park sind insgesamt 134 ruhige Zonen ausgewiesen, die etwa 10.000 Hektar umfassen.
Auf der Pokljuka, dem Mangartsattel und dem Vitranc wurden sie im Rahmen des Projekts Vrh Julijcev in Zusammenarbeit mit Experten für Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Bergsport und Naturschutz sowie Grundbesitzern eingerichtet. Im Herbst 2021 wurden auf einigen Forststraßen der Pokljuka auch 11 Schranken errichtet, um Störungen in empfindlichen Bereichen weiter zu reduzieren. Ruhige Zonen auf Wanderwegen und Forststraßen sind mit besonderen Tafeln gekennzeichnet.
Besondere Regeln in Gebieten, in denen der Auerhahn lebt
Im Triglav-Nationalpark sind 42 ruhige Zonen ausgewiesen, die vor allem dem Schutz des Auerhuhns dienen. In der Phase höchster Empfindlichkeit – von März bis Ende Juni – ist der Zutritt zu diesen Zonen eingeschränkt.
Im restlichen Jahr ist auf den meisten Zonen das Gehen auf markierten Wanderwegen erlaubt. Besonders strenge Regeln gelten im Gebiet Mesnovec in der Nähe des Rudno polje auf der Pokljuka, wo das Besuchen aufgrund der außergewöhnlichen Bedeutung für den Artenschutz ganzjährig eingeschränkt ist.
Wie können Besucher und Anwohner des Parks zum Schutz der Art beitragen?
Auch Anwohner und Besucher des Triglav-Nationalparks spielen eine wichtige Rolle beim Schutz des Auerhuhns. Dabei können wir helfen, indem wir einige einfache Regeln beachten:
- wir respektieren die zeitlichen Zugangsbeschränkungen zu empfindlichen Zonen,
- wir gehen auf markierten Wanderwegen und fahren auf markierten Radwegen,
- wir führen Hunde in der Natur an der Leine,
- wir sammeln Waldfrüchte und Pilze nur dort, wo es erlaubt ist, und in vorgeschriebenen Mengen.
Ein solches Verhalten hilft, das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten und stellt sicher, dass die Lebensräume des Auerhuhns und anderer Arten auch zukünftig geeignet bleiben.
Quelle:
https://www.tnp.si/sl/javni-zavod/medijsko-sredisce/novice/novica/371/zakaj-je-ohranjanje-divjega-petelina-tako-pomembno.html