Berge.info
Berge.info
Anmeldung
Anmeldung
Benutzername:
Passwort:
Anmeldung
Noch nicht registriert? Registrierung.
Passwort vergessen?
Neuigkeiten / Was tun, wenn uns im Gebirge ein Gewitter überrascht...

Was tun, wenn uns im Gebirge ein Gewitter überrascht...

18.07.2018
Was tun, wenn uns im Gebirge ein Gewitter oder wir uns verirren überrascht...

Die Sommermonate stellen den Höhepunkt der Bergsportaktivitäten in den slowenischen Bergen dar, die jährlich von 1,7 Millionen Besuchern frequentiert werden, sowohl Slowenen als auch Ausländern. Der Aufbruch in die Berge muss sorgfältig geplant, vorbereitet werden und alle notwendige Bergsportausrüstung mitgenommen werden, die man auch zu benutzen weiß. Unverzichtbar ist auch ein Mobiltelefon mit voller Batterie, doch wenn die Elektronik ausfällt, sind die wertvollsten gedrucktes Kartenmaterial und Führer, die auch dann helfen, wenn man sich verirrt. Um Gewittern auszuweichen, bricht man frühmorgens auf, und wenn sie einen überraschen, steigt man so schnell wie möglich von Graten und exponierten Gipfeln ab.



„Dieses Sommer ist von Gewittern mit starken Niederschlägen geprägt, daher muss man das Wetter beobachten und früh in die Berge aufbrechen. In bestimmten Bereichen kann man noch auf verdichteten und gefrorenen Schnee stoßen, der nur mit geeigneter Ausrüstung – Eispickel, Steigeisen und passendem Schuhwerk – überquert werden kann. Wir empfehlen die Nutzung eines Helms, der den Kopf bei Stürzen auf nassen Wurzeln oder Felsen und vor kleinen herabfallenden Steinen schützt, von denen es dieses Jahr mehr gibt, vor allem wegen des reichlichen Schnees im Winter und der aktuellen Regengüsse, die die Felsen lockern. Wo Wege unter Wänden verlaufen, ist der Helm zwingend erforderlich“, rät ein fachlicher Mitarbeiter des Alpenvereins Slowenien (PZS) und Alpinlehrer Matjaž Šerkezi und erinnert daran, dass die Tour an die Erfahrungen und Fähigkeiten des schwächsten Teilnehmers angepasst werden muss, da Beiträge in Medien und sozialen Netzwerken Leser direkt und unbewusst zu Bewegungen auf schwierigerem Gelände verleiten können, was gefährlich ist und Ursache zahlreicher Bergunfälle ist, von denen es dieses Jahr bereits 244 gab, bei denen 19 Personen ihr Leben verloren.



Im Rucksack jedes Bergbesuchers, unabhängig von der Tourart, gehören Alufolie oder große schwarze Sack oder Biwaksack, persönliches Erste-Hilfe-Set, Stirnlampen und Ersatzbatterien, Mobiltelefon mit voller Batterie, Notizbuch und normaler Bleistift, Kerze und Streichhölzer in wasserdichtem Beutel sowie eiserne Reserve (Nahrung mit hohem Energiegehalt und langer Haltbarkeit, die leicht und platzsparend ist). Bergsportler sollten auch warme Kleidung sowie Mütze und Handschuhe mitnehmen; in der Bergwelt ändert sich das Wetter sehr schnell, sehr niedrige Temperaturen und Schnee in den Bergen im Sommer sind nichts Ungewöhnliches und die meisten Unterkühlungen passieren gerade im Sommer. Auch über den Weg und seinen Zustand muss man sich informieren. Die Bergwege in Slowenien sind hervorragend ausgestattet, liegen aber in der Natur und sind verschiedenen Einflüssen ausgesetzt wie Besucherzahlen, Lawinen, Regengüssen, sodass ein Weg, der gestern noch sicher und begehbar war, im nächsten Moment ein völlig anderes Bild bieten kann. Qualitativ hochwertige und geprüfte Informationen zum Zustand der Bergwege und sichererem Bergbesuch findet man auf der Website des Alpenvereins Slowenien, detailliertere Infos bei den Betreuern der Hütten. Bei Unfällen immer die 112 wählen.



Das Mobiltelefon ist nützlich für die Navigation in den Bergen und unverzichtbar, wenn Hilfe gerufen werden muss, für sichereren Bergbesuch gehören aber in jeden Rucksack Kompass und Bergkarte, warnt der Generalsekretär des PZS und Bergausbildungslehrer Matej Planko: „Auch wenn elektronische Geräte ausfallen, Batterien leer sind oder man den Bildschirm unabsichtlich beschädigt, sind wertvolle Hilfsmittel gedrucktes Kartenmaterial und Führer. Hier sind die Infos geprüft, im Gegensatz zu denen auf Websites und sozialen Netzwerken, wo Distanz gewahrt und viel Erfahrung im Urteilen nötig ist, zudem sind sie wichtige Datenquelle für die Tourenplanung, die aus Sicht des sichereren Bergbesuchs essenziell und entscheidend ist. Daher gehören in jeden Rucksack Kompass und Bergkarte, bei der Tourenplanung mit gedruckten Führern helfen, Webdaten sollen für Aktualisierung der Bedingungen und aktueller Ereignisse in einem Gebiet dienen.“ Der Alpenverein Slowenien gibt seit Jahrzehnten Bergkarten und Führer slowenischer Berggebiete heraus, die eine anschauliche und verlässliche Darstellung der Berge auf Papier sind und das beste Hilfsmittel für Bergbesucher vor Ort.



Karte und Kompass sind auch willkommen, wenn man vom Weg abkommt bzw. sich in den Bergen verirrt. „Mobile Apps, denen auch die aktuelle Ausgabe des Planinski vestnik gewidmet ist, helfen bei der Tourenplanung, ersetzen aber nicht gedrucktes Kartenmaterial und klassischen Kompass“, betont auch Matjaž Šerkezi: „Wenn man sich verirrt, bleibt man ruhig und versucht, sich sicher über den gekommenen Weg zur ersten bekannten Stelle zurückzukehren, z. B. Schilder, Markierung oder bekanntem Wegabschnitt. Wenn Dunkelheit oder Nebel einen überrascht und man nicht lebensbedroht ist – Lebensgefahr bedeutet Verletzungen, starker Frost ... und nicht Bedarf an Wasser und Nahrung –, versucht man, die Nacht im Freien zu verbringen bzw. notbiwakieren, indem man alle Kleidung anzieht, auf dem Rucksack in Schutz von Bäumen, Gebüsch, Baumstamm sitzt und positive Gedanken behält, dann tagsüber die Situation klären. Wichtig ist, Nächste über die Absicht zu informieren und sie so zu beruhigen. In der Nacht und im Nebel auf keinen Fall weiter in Unbekanntes gehen, da dies meist mit schweren Verletzungen endet durch Rutschen oder Sturz über eine Wand. Wenn das Leben bedroht ist bzw. man verletzt ist oder in einem Gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit objektiver Gefahren, 112 wählen. Wichtig ist auch, die Mobilfunkbatterie zu schonen, da dies die einzige Verbindung zu Bergrettern sein wird.“



Dieses Sommer spart nicht mit Schauern und Gewittern, daher ist es gut zu wissen, wie man sich verhält, wenn ein Gewitter in den Bergen überrascht. Schutz vor Blitzschlag gibt es nicht, nur Prävention, d. h. früh genug in die Berge aufbrechen und nachmittags, wenn Sommergewitter am häufigsten sind, bereits sicher in Tal oder Hütte sein, empfiehlt Šerkezi und erläutert: „Wenn ein Gewitter in den Bergen überrascht, muss man von Graten und exponierten Gipfeln absteigen, besonders wo Drahtseile bzw. Eisenobjekte sind oder der Fels rot ist, was bedeutet, dass er Metalle enthält. Alle Metallgegenstände ablegen und nicht wegwerfen, sondern an sicherem Ort ablegen fern von sich, da man sie nach dem Gewitter braucht. Empfohlen wird, auf Seil oder Rucksackrückenpolster zu sitzen, Füße in den Rucksack stecken und Schutzkleidung anziehen. Man muss so niedrig wie möglich sein. Auch alleinstehende Bäume und exponierte Objekte meiden, mit dem Körper keine Wände berühren, über die Blitzströme ‚wandern‘ können. Sicherster Schutz vor Blitzschlag ist auf Schuttkegel, wo man hockt oder auf Rucksack sitzt. Wenn man trotzdem weiter absteigt, Abstand zwischen Personen mindestens 20 Meter.“
         
Copyright © 2026 Berge.info, Nutzungsbedingungen, Datenschutz und Cookies