Wildcamping in den Bergen wird immer beliebter – viele möchten für soziale Medien magische Fotos von Übernachtungen in der Stille unter den Sternen machen. Wildcamping ist jedoch gefährlich, unverantwortlich und gesetzlich verboten.
Vor allem wegen sozialer Medien und Influencern, die immer den perfekten Shot suchen, möchten viele in den Bergen die scheinbare Idylle eines Übernachtens unter Sternen erleben. "Slowenien ist schön, wir verstehen die Menschen, warum sie solche Unternehmungen wählen," sagte Vizepräsident der Gorska reševalna zveza Slovenije Miha Primc in der Sendung Dobro jutro. Dabei betonte er, dass das Gesetz Wildcamping verbietet. Die Geldstrafen für Verstöße sind am höchsten im Triglav-Nationalpark, wo die Regeln noch strenger sind als anderswo. Statistiken darüber, wie verbreitet solches Camping ist, haben sie nicht.
"Solches Camping unterstützen wir auch nicht, weil es gefährlich sein kann," betonte Primc und erklärte, dass die größten Gefahren das Wetter und der Standort des Übernachtungsplatzes sind. Wetterbedingungen in den Bergen ändern sich rasch, besonders nachts oder bei Wetterumschwüngen kann die Temperatur stark fallen. Zudem gibt es in den Bergen ungeeignete Stellen zum Verweilen, da an manchen Orten Steine herabfallen, Lawinen oder Erdrutsche auftreten können.
Primc hob den Unterschied zwischen bezeichnetem Camping und Notübernachtung im Biwak hervor, falls die Nacht den Besucher überrascht oder er sich anderweitig in Schwierigkeiten befindet. "Aufgebaute Biwaks sind für Berggänger auf längeren Touren gedacht oder für Notübernachtungen. Sie sind kein Urlaubsziel, wie einige es sich vorstellen," sagte er und fügte hinzu, dass vor allem "architektonisch interessante Biwaks" belagert werden.
"Wir sagen immer, dass es in den Bergen schön ist, aber man muss mit dem Kopf hingehen. Früher gingen in die Berge die, die wussten, wie man sich dort bewegt, wir waren vorbereitet. Heute scheint es uns, als gingen alle in die Berge, weil sie in sozialen Medien sehen, wie schön es ist," meint Primc, der hinzufügte, dass eine größere Besucherzahl auch mehr Unfälle bedeutet. Bis heute hatten sie etwas über 300 Einsätze, das sind rund 40 mehr als im Vorjahr. Seiner Ansicht nach gab es in diesem Jahr auch viele Todesopfer.
So warnte er, dass man sich für eine Tour immer vorbereiten muss. Im Rucksack muss der Berggänger Erste Hilfe, ausreichend Flüssigkeit, Reservenahrung, warme Kleidung, Stirnlampe und ein vollgeladenes Handy haben. Darüber hinaus ist es unerlässlich, die Wettervorhersage zu prüfen und sicherzustellen, dass der Weg nicht zu anspruchsvoll ist.
Quelle:
https://www.rtvslo.si/zabava-in-slog/ture-avanture/gorsko-kampiranje-na-prostem-ni-nedolzna-pustolovscina/752320