Zehn Jahre, fünf Veranstaltungsorte, ein und einzig...
27.01.2016
Zehn Jahre, fünf Veranstaltungsorte, ein und einzig: 10. Bergfilmfestival
Das Bergfilmfestival ist in einem programmatisch reichen und eigenständigen Jahrzehnt in Slowenien zu einem echten Bergsportfest im Tal geworden und reiht sich unter die renommiertesten und etabliertesten Filmfestivals der Welt ein. Das 10. Bergfilmfestival wird vom 15. bis 19. Februar 2016 in gleich fünf Orten in Slowenien gastieren: Ljubljana, Celje, Domžale, Ptuj und Krško. Zum diesjährigen Jubiläum wird das slowenische Festival auch das Treffen des Internationalen Bergfilm-Verbandes (IAMF) ausrichten, dessen Mitglied es seit 2010 ist.
Vom ersten bis einschließlich neunten Festival haben Zuschauer – in neun Jahren rund 35.000 – 400 Filme gesehen. In diesem Jahr stehen 46 Filme aus aller Welt in vier festen Kategorien auf dem Programm: Alpinismus, Klettern, Bergnatur und -kultur sowie Berge, Sport und Abenteuer. Im Cankarjev dom in Ljubljana, im Mestni kino Metropol in Celje, im Mestni kino Ptuj und im Kulturni dom Krško vom 15. bis 19. Februar 2016 erwarten fünf Tage inspirierender Geschichten charismatischer Individuen, die Grenzen im Klettern und Alpinismus verschieben, mysteriöser Bergkulturen und gefährdeter Tierarten, majestätischer Bergbilder, atemberaubender Abenteuer und nachhallender Naturschutzbotschaften aus dem Schatz des Bergwelt – fünf Tage purer bergsteigerischer Inspiration. Das Mestni kino Domžale beherbergt traditionell die Vorführungen der Gewinnerfilme, die in diesem Jahr am 20. und 21. Februar stattfinden, sodass der Geschmack der Berge im Tal den gesamten dritten Februarwochen andauert.
Das Bergfilmfestival hat das slowenische Publikum in den vergangenen Jahren mit zahlreichen renommierten Gästen aus der Welt des Alpinismus und Kletterns erfreut – so auch in diesem Jahr, wenn im Cankarjev dom die britische Meisterin des traditionellen Kletterns Hazel Findlay, der slowenische Sportkletter-Ass Domen Škofic, der US-Alpinist Jack Tackle, der Geschichte im Alpinismus Alaskas schrieb, und der österreichische Alpinist Kurt Diemberger, der einzige noch lebende Erstbesteiger zweier Achttausender, Broad Peak und Dhaulagiri, Vorträge halten.
Die britische Klettermeisterin Hazel Findlay ist 26 Jahre alt und klettert seit 20 Jahren. Sie begann mit traditionellem Klettern an küstennahen Kalkwänden in Wales und probierte auch Wettkämpfe aus, gab diese aber mit sechzehn auf und widmete sich dem Felsklettern, wobei ihre größte Leidenschaft das traditionelle Klettern ist. In den letzten vier Jahren ist sie Profi-Kletterin und reist um die Welt. Sie war die erste Britin, die eine Trad-Route im Grad E9 kletterte, und die erste, die El Capitan im Yosemite-Tal frei durchstieg, was ihr bereits dreimal gelang. Im Sportklettern ist ihr Höhepunkt 8c, und sie hat zahlreiche 8a on-sight geklettert. Sie mag alle Kletterarten, am meisten aber zieht sie der mentale Aspekt dieses aufregenden Sports an.
Der slowenische Sportkletter-Ass Domen Škofic wurde in Ljubljana geboren, lebt aber seit Kindertagen in Vrbnje bei Radovljica. Bevor er mit dem Klettern begann, fuhr er viel Ski, doch mit wachsendem Interesse am Klettern fehlte die Zeit und Motivation dafür. Mit vierzehn wurde er Mitglied des slowenischen Junioren-Nationalteams im Sportklettern und im Folgejahr stieg er seine erste 9a-Route. Nach der Matura verabschiedete er sich vom Juniorenklettern, da er bereits drei Jahre im Senioren-Nationalteam war. Bald wurde er Profi-Kletterer mit spannenden Projekten, Weltklasse-Routen und Teilnahmen am Weltcup, wo er bereits seinen ersten Sieg errang. Bisher ist seine schwerste Route Papichulo 9a+, doch wer weiß, was die Zukunft bringt …
Der US-Alpinist Jack Tackle hat zahlreiche Erstbegehungen in Alaska und anderen Gebirgen der Welt durchgeführt. Er besuchte den Himalaya, Patagonien, die Europäischen Alpen, Kanada, Alaska, Pakistan … Er hielt Vorträge auf Filmfestivals in Banff und Trent sowie im National Geographic-Hauptquartier in Washington. In seinem Vortrag fokussiert er sich auf sieben seiner Erstbegehungen in Alaska, schwierige neue Routen in Kanada und weitere wichtige Aufstiege im alpinen Stil. Der rote Faden des Vortrags, interessant für Kletterer und breites Publikum, ist die Bedeutung von Selbstversorgung und Hingabe ans Ziel. Hingabe, Vision und Vertrauen sind die wichtigsten Faktoren bei jedem alpinen Aufstieg, wo Vertrauen in sich selbst und den Partner entscheidend ist.
Kurt Diemberger, österreichischer Alpinist, Fotograf, Filmer und Autor von sechs Büchern, wurde 1932 in Beljak geboren und ist der einzige noch lebende Erstbesteiger zweier Achttausender, Broad Peak und Dhaulagiri. In Salzburg absolvierte er eine Handelsakademie und studierte weiter in Wien. Nach dem Diplom legte er die Bergführerprüfung ab und wurde Ende 1960 Profi-Alpinist. 1978 stand er auf zwei Achttausendern, Makalu und Everest, im nächsten Jahr auf Gasherbrum II. 1983 gründete er mit der Kletterpartnerin Julie Tullis, die drei Jahre später am K2 starb, das höchste Filmteam der Welt. Für den Film K2 – Traum und Schicksal erhielt er 1989 auf dem Bergfilmfestival in Trent den Goldenen Enzian. Die Republik Österreich zeichnete ihn mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste aus, und 2013 erhielt er in Chamonix den Piolet d'Or für das Lebenswerk.