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Neuigkeiten / Zusätzliche Erläuterungen zur Sperrung des Wanderwegs über Komarča

Zusätzliche Erläuterungen zur Sperrung des Wanderwegs über Komarča

3.07.2019
Angesichts des großen Interesses der Medien und der Öffentlichkeit an der Sperrung des Wanderwegs über Komarča erscheint es uns sinnvoll, zusätzliche Erläuterungen und Informationen zur Sperrung des Weges zu geben.







Gemäß § 16 des Gesetzes über Bergwege (Amtsblatt der RS, Nr. 61/2007) haben der Alpenverein Slowenien und der Bergsteigerverein Ljubljana-Matica, der für den Weg zuständig ist, am 2. Juli die Öffentlichkeit informiert, dass der Abschnitt des Bergwegs Koča pri Savici (653 m)-Komarča-Črno jezero (1324 m) bis auf Weiteres wegen Beschädigungen am Weg gesperrt ist.







Bergsteigervereine führen in den meisten Fällen Sanierungen an gesicherten Wegen nicht selbst durch, sondern kooperieren dabei mit dem Technischen Team der Bergwegkommission des Alpenvereins Slowenien, das über die gesamte notwendige Ausrüstung für solche Arbeiten verfügt. Für alle größeren Transporte von Ausrüstung, Holz und anderem Material ist die Unterstützung der Hubschraubereinheit der Slowenischen Armee oder der Polizei unverzichtbar.







Nach unseren Erkenntnissen kam das Unglück der niederländischen Bergsteigerin nicht durch Mängel am Weg zustande. Der Weg ist für einen gut ausgerüsteten Bergsteiger mit den erforderlichen Erfahrungen für einen schwierigen Weg auch jetzt noch gangbar, ist aber wegen geplanter Arbeiten gesperrt, weshalb wir die Bergsteiger bitten, die Sperre zu beachten, damit die Sanierung des Weges ungehindert verlaufen kann; für den Weg zur Koča pri Triglavskih jezerih steht eine alternative leichte Bergwegvariante über Komna oder die Planina Viševnik zur Verfügung.







Der Zustand der Sicherungen an gesicherten Bergwegen wird regelmäßig mindestens einmal jährlich überprüft, mögliche Mängel werden festgestellt und je nach Dringlichkeit auf die Liste der Reparaturen für die nächste Saison gesetzt. Der Weg über Komarča wurde zuletzt am 13. Oktober 2018 inspiziert, wobei festgestellt wurde, dass alle metallenen Sicherungen in gutem Zustand waren, jedoch einige Stämme auf den Weg gefallen sind, die entfernt werden müssen, und dass an manchen Stellen die hölzernen Seitenauflager und Stufen abgenutzt sind. Aus diesem Grund ist er auf die Prioritätsliste für die diesjährigen Reparaturen gesetzt. Der Weg ist für einen angemessen ausgerüsteten und qualifizierten Bergsteiger, wie wir ihn auf diesem Weg erwarten, der als schwieriger Bergweg kategorisiert ist (an bestimmten Stellen müssen Hände zum Sichern verwendet werden, Sicherungen dienen der Sicherheit des Bergsteigers, Helm wird empfohlen), noch gangbar; man muss sich jedoch bewusst sein, dass aufgrund des spezifischen Geländes (Erde, Laub) auf diesem Weg ein höheres Abrutschrisiko besteht als auf vielen technisch deutlich anspruchsvolleren Wegen in unseren Bergen, was durch eine Unterbausanierung des Weges nicht verhindert werden kann.







Die Arbeiten am Weg sollen voraussichtlich am 12. Juli beginnen. Sie werden in zwei Phasen ablaufen, wobei in der ersten Phase die Entfernung umgestürzter Bäume und Steine geplant ist, in der zweiten die Montage neuer hölzerner Sicherungen. Wann der Weg wieder freigegeben wird, ist schwer vorherzusagen, der tatsächliche Umfang der Arbeiten zeigt sich erst bei der Auswechslung der hölzernen Sicherungen. Der Transport von Holz zur Komarča-Wand erfolgt mit einem Hubschrauber der Slowenischen Armee, die auch zahlreiche andere Verpflichtungen hat.







Auf Basis der Vereinbarung des Verbands der Bergsteigervereine des Alpenbogens (CAA) werden in Slowenien auch die Schwierigkeit der Wege an Wegweisertafeln angegeben, wobei ein leerer Dreieck schwierig und ein Dreieck mit Ausrufezeichen sehr schwierigen Bergweg bedeutet; fehlen beide Zeichen, handelt es sich um einen leichten Bergweg. Ebenso ist die Schwierigkeit auf allen Bergkarten angegeben, wobei eine durchgehende rote Linie einen leichten Bergweg, eine gestrichelte einen schwierigen und eine gepunktete einen sehr schwierigen darstellt.







Laut Angaben des Planinski vestnik gilt als erster markierter Weg in den Julischen Alpen der 1879 eingerichtete Aufstieg von Bohinj über Komarča zum Triglav, was bedeutet, dass Bergbesucher diesen Weg bereits vor 140 Jahren ohne zusätzliche Hilfsmittel begehen konnten. Bergsteiger können sich heute über die Schwierigkeit des Weges über Komarča in Führerliteratur sowie in zahlreichen Internetquellen informieren, die Schwierigkeit ist auf Bergkarten und Wegweisertafeln sowohl an den Ausgangspunkten als auch am Weg selbst angegeben.







Slowenien wirbt als grüne, aktive, gesunde Tourismusdestination, in der Bergsteigen und Wandern unter den Naturaktivitäten im Vordergrund stehen, weshalb immer mehr Menschen die Berge ohne angemessenes Wissen und Ausrüstung besuchen; wir beobachten auch, dass unkritische Beiträge in sozialen Netzwerken zu einer nicht ausreichend durchdachten Auswahl der Bergziele beitragen. Im Alpenverein bereiten wir Materialien für Mitarbeiter in Unterkünften und Tourismusorganisationen vor, damit sie Besuchern richtig raten können, wir bemühen uns, ausländische Bergbesucher mit Informationen und Sicherheits Hinweisen aufzuklären, soeben sind präventive Faltblätter mit Tipps für sichereren Bergbesuch auf Slowenisch und Englisch erschienen.







Dennoch muss man vor dem Aufbruch über die Schwierigkeit des Weges und die notwendige Ausrüstung informieren. Es ist zu betonen, dass die slowenische Alpenwelt anspruchsvoll ist und einen exzellent vorbereiteten Einzelnen mit Erfahrung und Kenntnissen im Umgang mit der Ausrüstung erfordert sowie dass auf Wegen in der Natur ein ständiges Risiko besteht, dessen man sich bewusst sein muss, ebenso wie der objektiven und subjektiven Gefahren, denen der Alpenverein Slowenien mit präventiven Maßnahmen große Aufmerksamkeit schenkt.







Jože Rovan,

Präsident des Alpenvereins Slowenien
         
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