Die Amsel (Turdus merula) ist einer unserer am weitesten verbreiteten und erkennbarsten Singvögel, denen Wanderer von Tieflandgärten bis zu hochmontanen Wäldern unterhalb der Waldgrenze begegnen. Adult Männchen sind unverkennbar mit ihrem vollständig schwarzen Gefieder, das stark mit dem leuchtend gelben oder orangen Schnabel und einem schmalen gelben Augenring kontrastiert. Weibchen und Jungvögel sind deutlich weniger auffällig, da ihr Gefieder schützend dunkelbraun mit helleren Flecken auf der Brust ist, was sicheres Nisten in dichtem Gebüsch ermöglicht. Sie wird bis zu 25 Zentimeter lang und gilt als einer der besten Vogel-Sänger, da sie mit ihren melodischen Flötenmotiven als Erste den Morgengrauen ankündigt oder sich am Abenddämmer abends vom Tag verabschiedet.
In der hügeligen Welt beobachtet man sie am leichtesten am Boden, wo sie mit dem Schnabel unermüdlich in trockenem Laub und Erde nach Regenwürmern, Schnecken und verschiedenen Insekten sucht, im Herbst aber gerne Beeren und Früchte frisst. Typisch für die Amsel ist das Hüpfen auf dem Boden mit erhobenem Schwanz und gesenkten Flügeln, wobei sie bei jeder Pause die Umgebung aufmerksam betrachtet. Obwohl sie sich in der Nähe von Hütten und Siedlungen stark domestiziert hat, bleibt sie in Wäldern ein vorsichtiger Vogel, der bei Gefahr laut und erregt schimpft und mit schnellem Flug knapp über dem Boden in sicheres Versteck flieht. Mit ihrer Lebhaftigkeit und dem wundervollen Gesang, der zwischen Bergabhängen widerhallt, ist die Amsel ein unverzichtbarer und beliebter Begleiter bei jedem Ausflug in die Natur.
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