Beschreibung:
Das Rifugio Sciora gehört dem Schweizer Alpen-Club, gehört aber zu Recht auf unsere Seite der Valtellina-Hütten, nicht nur weil es leicht von Italien erreichbar ist, sondern vor allem weil es hinter den spektakulären Gipfeln liegt, die sich südlich über die Valmasino erheben. Der Weg zu diesem Ziel ist nicht lang, aber die Schwierigkeit ergibt sich aus dem starken Gefälle des Pfades, der bis zum Ende keine ebenen Abschnitte kennt. Um zur Hütte zu gelangen, muss man die Zollstelle an der Schweizer Grenze in Castasegna (10 km von Chiavenna) passieren und von dort Bondo erreichen (823 m, nach weiteren 3-4 km). Hier, rechts abbiegend, gelangt man ins Dorfzentrum, wo bei Aufstieg mit Auto auf der Fahrstraße zur Val Bondasca eine Maut beim Albergo Donato Salis zu entrichten ist (derzeit 12 Franken für Autos, 6 für Motorräder). Die Maut kann auch bei der kommunalen Forstverwaltung oder Geschäften in Bondo bezahlt werden. In das prächtige Tal gelangt man direkt vom Hotelplatz, nach einigen km erreicht man das Ende und lässt das Auto (1330 m) auf dem Parkplatz. Zu Fuß betritt man dann den ebenen Pfad bis zu einer Gabelung, wo man nach tiefem Atemzug links abbiegt und auf die Ebene von Laret (1368 m) stößt und dem Pfad folgt, der das Bachbett streift. Der Weg wird nun sehr steil und felsig, doch seine Rauheit wird durch die erhabene Landschaft belohnt, die sich vor unseren Augen öffnet mit Gipfeln in Folge von Ost nach West: Sciora Dafora (3169 m) und Dadent (3275 m), Cima della Bondasca, Vedretta della Bondasca, Pizzi Gemelli (3262 und 3223 m), Cengalo (3370 m) und weiter rechts der majestätische Badile (3308 m) in seinem vollen Profil! Durch Zwergkiefern, Tannen und Lärchen erreicht man den Panoramahügel Eraveder (1843 m). Man steigt weiter und schließlich mit einem langen diagonalen Weg südostwärts zur Hütte, umarmt von den imposanten Wänden des Sciore-Kamms. Die Hütte, besser die alte 'Capanna', wie Hütten hier in der Schweiz genannt werden ('Chamanna'), wurde zuerst 1905 errichtet; später brannte sie aus und wurde 1947 zerstört. Dies führte zu ihrer Renovierung und Eröffnung 1948; schließlich gab eine Erweiterung 1985 den letzten Schliff der Struktur, die heute Wanderer in diesem wilden Tal beherbergt.
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Videolänge: 08:22