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Forenliste / Slowenien / Allgemeine Gespräche / Ausrüstung der Wanderer in den Bergen

Ausrüstung der Wanderer in den Bergen

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sirt115. 11. 2015 08:46:22
1968 erstmals Triglav in Pumparcah, Winterhemd, selbstgestrickter Pullover und Wollsocken. Und Schuhe? Solche, die Eltern sich für einen Neunjährigen in JeBeTe-Zeiten leisten konnten. Das waren "Shanghai"-Stoff-Turnschuhe. Für alle Jüngeren - heutige "All Stars" sind verbesserte Version davon! Und hoch via Tominšek. Übernachtet in Stanič-Hütte. Zweiter Tag Gipfel, runter vorbei Planika, Dolič, 7 Seen bis Hütte am Kraj (damals nannte sie keiner Hütte unter Bogatin).
Und es gab damals weniger Unfälle. Nicht wegen Ausrüstung, sondern weil Eltern uns auf Bergsteigen vorbereitet haben! Damals fingen in Schulen Pionier-Bergsteiger und Bergsteigerschule an.
Und heute? Ins BTC und snobistischste Ausrüstung holen und los.....
Missversteht mich nicht. Braucht gute Ausrüstung, die nicht stört und in der man sich wohlfühlt. Viel wichtiger ist Bergenerziehung, damit man weiß, wie man in Bergen wandert!
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ločanka15. 11. 2015 09:51:05
1982 bei starkem Wind am Mt. Blanc mit breiten Skihosen mit verlängertem Vorderteil, warmer Wollpullover und normalem dünnem roten Anorak. Hat mich nicht durchgefroren!
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Trobec15. 11. 2015 10:48:21
Naja, früher hatten Autos auch keine Sicherheitsgurte, trotzdem weniger Tote auf Straßen...

Stimme absolut allem zu, was sirt geschrieben hat (obwohl ich persönlich nicht sagen kann, wie es 1968 warLächeln). Aber vergesse nie die Gruppe "überausrüsteter" Ungarn auf Triglav vor ca. 8 Jahren. Tolles Beispiel, wie moderne Ausrüstung mehr Schaden als Nutzen macht, wenn man sie nicht richtig kennt. Nämlich an der Stelle, wo Seil in Wand mit Haken gebaut war, hat der Ungar einfach mit jeder Hand einen Karabiner am SVK gepackt und beide gleichzeitig ausgeclippt und wieder eingehängt auf anderer Seite. Hab mir an den Kopf gefasst, ein älterer Bergsteiger hat ihn auf reinem Gorenjska-Dialekt angeschrien und natürlich paar saftige Wörter dazwischen.
Und keine Missverständnisse, bei geführter Tour verlange ich immer nötige Ausrüstung von Teilnehmern, aber Grundlage ist richtige Anwendung.
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dragon15. 11. 2015 12:02:53
Im Buch von Andrej Mašera 55 gesicherte Kletterwege finden wir einen Auszug aus dem Planinski vestnik von 1928, der die Eröffnung des Hanz-Wegs auf die Mala Mojstrovka beschreibt: "Sobald die Italiener unseren Touristen am Vršič den Grenzübertritt behinderten, wurde die Mojstrovka für uns unzugänglich... Darum beschloss der Zentralausschuss, einen gesicherten Touristenweg über ihre nördliche Grenze anzulegen... Die gesamte Aktion übernahm Dr. Stanko Tominšek... die Arbeit wurde Ivan Vertelj-Hanza aus Kranjska Gora übertragen, der vor gut einem Jahr auch den Weg am Prisojnik ausgeführt hatte...Der Weg ist kühn, aber durchgehend äußerst interessant... Wände, Kamine, Bänder und Rinnen wechseln sich ab, bei jedem Schritt etwas Neues, Unerwartetes... Am Sonntag, den 26. August wurde der neue Weg feierlich eröffnet und dem Verkehr übergeben. Etwa 100 Touristen legten den gesamten Weg zurück, unter ihnen fast die Hälfte Damen..."
Also geht man nicht erst seit gestern in die Berge mit aller möglichen Kletterausrüstung. Den genannten Weg haben ohne Helm und SVK mehrmals mehr Leute begangen als mit. Als ich das vor fünf Jahren selbst gemacht habe, erntete ich nichts Freundliches Blicke. Heute nutze ich auf exponierten Stellen einen Helm, weil ein Stein nicht wählt, auf welchen Kopf er fällt - erfahren oder unerfahren. SVK benutze ich aber nicht. Lieber meide ich einen Weg, dem ich nicht gewachsen bin. Das ist meine Meinung, wie andere sich für die Hügel ausrüsten, geht mich nichts an und ich will niemandem die Leviten lesen und damit sein Berg-Erlebnis kaputtmachen, denn wahrscheinlich geht keiner in die Hügel, um Predigten zu hören.
Die wichtigste Bergsportausrüstung ist gute Laune, Geduld und ein freundschaftlicher Umgang mit anderen Bergsteigern.
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jax15. 11. 2015 14:26:20
Aber damals gab es weniger Unfälle. Nicht wegen der Ausrüstung, sondern weil uns die Eltern auf das Berggehen vorbereitet haben! Damals haben in den Schulen auch Pionier-Bergsteiger und Bergsteigerschule angefangen.
Und heute? Ins BTC und die snobistischste Ausrüstung besorgen und ab.....
Aber missversteht mich nicht. Gute Ausrüstung ist nötig, die nicht behindert und in der man sich wohlfühlt. Viel wichtiger ist aber die Bergenerziehung, damit der Mensch weiß, wie man in den Bergen geht!

Diese Debatte ist nicht so einfach. Grundsätzlich muss man etwas wissen: In diesen paar Jahrzehnten hat sich die Gesellschaft (na ja, nicht vollständig, nicht überall und nicht nur zu dieser Zeit) von überwiegend ländlich (oder zumindest mit lebendigen Bindungen ans Land) zu überwiegend städtisch verändert. Folge davon ist auch, dass Menschen schon von Kindheit an viel weniger an Bewegung in der Natur gewöhnt sind, viel schlechteres Gefühl für Bewegung auf anspruchsvollem Gelände haben. Und das merkt man auch in den Bergen. Schauen wir uns ein schönes Beispiel an, wie heute Wege bewertet werden, die vor Jahrzehnten entstanden sind. Ich wage zu behaupten, dass jenes Schneefeld auf der Hanzova vor fünfzig Jahren nicht einmal der Erwähnung wert war. Die Leute wussten sich auf steilem Schnee zu bewegen. Heute ist das ein Problem geworden. Die Leute sind einerseits viel besser trainiert und klettern viel besser (denkt nur an das, wozu Sportkletterer fähig sind), andererseits haben sie viel schlechteres Gefühl für bröckeligen Untergrund, steiles Gras, anspruchsvolle ungesicherte Abschnitte. Deshalb hören wir heute so oft, dass auf anspruchsvollen Wegen die technisch schwierigen Abschnitte regulär "die leichtesten" sind, mehr Probleme gibt's dazwischen auf irgendeinem leichten, aber heiklen Stück. Letztlich sind Symptome davon auch Klettersteige - der heutige Mensch will in seiner Bergwahrnehmung größtenteils die technische Schwierigkeit steigern und gleichzeitig sicher sein. Jener ursprüngliche Kontakt zur ungesicherten Welt, die auch gefährlich sein kann, obwohl leichter, wird immer weniger. Nun - ihr könnt behaupten (ich schließe mich da teilweise an), dass der Ansatz von vor fünfzig Jahren besser war. Aber das ändert nichts daran, dass sich die Zeiten geändert haben und jene Zeiten nicht wiederkommen. Deshalb weiß ich nicht, ob es berechtigt ist zu behaupten, dass man uns damals besser auf die Berge vorbereitet hat. Einfach war uns die anspruchsvolle Welt vertrauter. Um jene Zeiten kann man bedauern, aber - jetzt haben wir, was wir haben, und in die Berge gehen wir immer noch gerne, auch wenn vielleicht ein bisschen anders.
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Am Shagar18. 11. 2015 13:03:49
Na ja, da ist schon was dran, dass man früher besser in die Berge gehen konnte, weil meistens die da hingegangen sind, die darunter gelebt haben. Erst dann hat's langsam angefangen. Auch soweit ich weiß, gab's gar nicht so viele Ausflüge usw., geschweige denn in die Berge. Heute gibt's immer mehr Wanderer. Aber ich denk, die Hauptsache ist, dass man zuerst ausreichende Ausdauer hat und nicht aus dem Nichts ins Hochgebirge geht. Um zu wissen, was einen erwartet, schaut man Wettervorhersage an, schaut sich den Weg auf Bildern an, was im digitalen Zeitalter kein Problem ist. Dann ist natürlich auch Ausrüstung wichtig, mit der man manchmal übertreibt. Kurzum, Vorbereitung ist am wichtigsten, damit man nicht dann auf die Raduha in Sneakers um 2 Uhr nachmittags bei größter Hitze startet und kurz über der Hütte fragt, wie weit noch zum Gipfel. Oder Ende Oktober in Sneakers überrascht von Schnee und Eis auf dem Weg zur Slemenova špica auf der schattigen Seite. Gleichzeitig andere Wanderer gefährdet.
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heinz18. 11. 2015 13:24:44
Die Gefährdung anderer Leben durch unzureichende Vorbereitung oder Ausrüstung ist kein "Kleinkram". Das Hervorheben des Themas ist absolut angebracht, auch wenn es in der Vergangenheit schon behandelt wurde.
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iUnknown18. 11. 2015 16:06:41
@Am Shagar - Ich denk aber, die Hauptsache ist, dass man zuerst genügend Ausdauer hat und nicht aus dem Nichts ins Hochgebirge geht.

Die meisten Wege zur Kredarica sind normale Spazierwege und da rauf kommt wirklich jeder mit mindestens etwas Kondition. Gerade dieses Jahr hab ich einen zum Triglav geführt, der noch nie in den Bergen war und es war für ihn ein Klacks. Wir sind aber praktisch vollgas den ganzen Weg gegangen, sodass mein Pulsuhr fast den ganzen Weg anaerobe Zone angezeigt hat. Stimmt schon, er betreibt ziemlich Marathons.
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pikica118. 11. 2015 16:28:55
Und zeigt dir dein Herzfrequenzmesser vielleicht auch, wie aufgeblähter Spaziergänger du bist?
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mailman18. 11. 2015 19:17:39
Die meisten Wege zur Kredarica sind normale Spazierwege? Vielleicht sogar Wallfahrtswege, wie ich schon mal gehört hab? Na sieh mal einer an...zmeden
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Am Shagar18. 11. 2015 21:21:16
@iUnknown

Ja, gratuliere, wenn du so ein Ass bist. Ansonsten hab ich bisher auf Spazierwegen keine Seile entdeckt und sie sind auch nicht 5+ Stunden lang. Und natürlich trägt man auf Spazierwegen keinen Rucksack. Und Schutt usw. Und es gibt Leute, die keine Fans der Seile sind und solche, denen schon beim Blick darauf schwindlig wird, sogar an völlig sicheren Stellen. Also für mich sind sie nicht zufällig Spazierwege. Ich vermute, ihr seid aus der Krma gegangen (na die ist wirklich "leicht") und mit dir hattest du einen Läufer, der Marathons läuft. Versuch mal, einen Durchschnittstypen mitzunehmen, sagen wir. Mein Vater hat den Kollegen meines Bruders zum Triglav geschleppt, für den man nicht sagen kann, dass er fett ist, aber zu wenig Kondition hat. Irgendwie hat er sich bis Kredarica geschleppt, Triglav hat er nur aus der Nähe gesehen.
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tinky19. 11. 2015 11:36:46
wieder ein "Angeber"
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