Bei solchen Debatten beiße ich mir meist lieber auf die Zunge, statt zu kommentieren, aber manchmal muss man sagen, was einem auf der Seele liegt. Müllhalden in den Bergen beweisen, dass auch Schweine in die Berge gehen. Jeder urteile selbst, wohin er gehört und was er tun kann (muss). In all den Jahren Wandern habe ich so viel Schweinerei gesehen, viel runter in die Tal getragen, aber was hilft's, wenn diese Schweine in ihren Köpfen nie den Stand von naturfreundlichem Denken für uns erreichen.
In die Berge gehört nur nächtliches Feuerwerk mit Sternschnuppen, nicht mit ohrenbetäubendem Krach, der die verschreckte Wildnis in die verstecktesten Winkel treibt.
Die Umweltagentur der Republik Slowenien maß in der längsten Nacht des Jahres, genau zwischen Mitternacht und 1 Uhr, einen plötzlichen Anstieg der Luftverschmutzung. In Zagorje ob Savi maß sie PM10-Partikel 359 µg/m³, mehr als doppelt der maximal erlaubten Grenze. Plus Licht- und andere Verschmutzung. Ähnlich überall in Slowenien, der Welt und leider oft auch in den Bergen.
Die Erde als Planet wird unser Schweineverhalten überleben, unsere Nachkommen wegen uns nicht, vielleicht wir schon. Erhaltung der Berge und wertvoller Stücke Bergwildnis als Friedensgebiete sollte für uns, die dorthin gehen, selbstverständlich sein. Dort kann man noch echten Kontakt zur Natur erleben, gehen ohne Menschen zu treffen oder anderes als eigene Gedanken und Naturmusik zu hören. Je mehr wir Zivilisation in diese letzten ruhigen Bergteile lassen, desto seltener diese Musik zu hören...Klang von Steinadlerflügeln, Klatschen des Auerhahns, Blöken des Gamswächters, der vor Gefahr warnt, kaum hörbares Flüstern des Windes, das statt stummer Steinspitzen jahrhundertealte Geschichten aus dem Bergreich erzählt. Unsere Ohren voller Tal-Lärm brauchen jene seltenen Tage, wenn wir hochgehen, brauchen Zeit, um diese beruhigenden Klänge zu hören. Kein Wunder, dass viele von tauber Stille in den Bergen sprechen. Solches gibt's nicht in der Natur, es scheint nur so, weil wir fast taub sind.
Wahre Bergwildnis fast weg, aber halb unberührte Bergnatur noch reichlich. Doch bei jetzigem Verhalten wird auch die knapp. Am Ende sind wir alle Verschmutzer, nur dass manche müllen, andere reinigen. Hoffe auf das Gute in uns allen, so wenige Erste wie möglich. Ich gehöre zu den Zweiten, bin aber nicht perfekt. Erinnerung, dass ich mich früher fast schämte, fremden Müll aufzusammeln, bestätigt's. Heute stolz drauf und meine Nachkommen auch bei solchen Taten. Beispiele ziehen ja. Natur wird uns unermesslich dankbar sein und vielen Generationen darin leben lassen.
Grüße von unter den schönen Golte, Janez