| VanSims12. 07. 2013 21:19:28 |
Letzten Sonntag bin ich zu den Krniške skale (Gartnerkofel) über eine etwas andere Variante als die Vorgänger und die meisten Anstiege zu diesem Gipfel gekommen.
Starte im Dorf Möderndorf neben Šmohor, genauer am Anfang der malerischen Schlucht Garnitzenklamm, wo ich um ca. 06:30 Uhr auf dem Parkplatz parke. Gehe in die Schlucht, die bald ihr Bestes zeigt. Schön, wild, pittoresk. Unterteilt in vier Abschnitte. Nach erstem und zweitem Abschnitt Notausstieg, nach drittem auch. Weg nicht ganz einfach. Erster Teil noch technisch unbedenklich, zweiter und dritter teilschwierig. Also auf Schutzeinrichtungen achten, besonders bei Hochwasser, nass... Letzter Teil grenzt schon an schwierigen Weg, daher mit Kindern und Unerfahrenen vorsichtig! Trotzdem für durchschnittlichen Bergsteiger mit Schutzeinrichtungserfahrung kein großes Problem und Schönheit wiegt die Mühe auf. Zeit: gute zwei Stunden.
Am Ende zurück über anderen leichten Weg oder weiter. Ich weiter zur Kühweger Alm (gute Stunde). Von dort zur Kühweger Thörl (ca. 1,5 Stunden). Von dort Blick auf Mokrine und alle Standardgipfel daneben: Malurh, Konjski špik, markanter Veliki Koritnik... Hierher auch von Mokrine (ca. 1,5 Stunden). Von hier rechts (links von Mokrine) zu Kammleiten, bekannt für interessante Gesteinsart anders als Umgebung und schöne Kristalle (ca. ½ Stunde zum Gipfel).
Nun, links (rechts aus Mokrine-Richtung) geht es bei mir hin. Das ist der Kletter-NW-Grat der Krniške skale. Aber kein Hinweisschild, keine Markierungen Gehe 50-100 m schwach sichtbarem Pfad und dann am Fels unter Schutt roten Punkt. Rote Punkte und Striche führen ganz. Weg gut versteckt, damit Unerfahrenere, von denen viele herum sind, nicht draufgeraten. Klettern laut Vid Pogačnik auf Summitpost (http://www.summitpost.org/north-west-ridge/204826) durchgehend UIAA I. Ok, Kenner ist Kenner, ich denke mindestens an manchen Stellen (mind. Schlüssel) mindestens II-. Und dass der Weg gerade 'easy' ist wie geschrieben, na ja, für wen. 
Weg stellt sich gleich zu Anfang konkret senkrecht, Anfangsteil steilst, Fels zerklüftet, Griffe ok. Nach steilster Stelle exponierte Rampe, am Ende Leute oben hören, Stein fliegt vorbei (Helm natürlich da, wo er hingehört und empfohlen für diesen Weg). "Achtung!", rufe ich. Weg wieder senkrecht, muss erstes scary Stelle queren d.h. aus Steilheit direkt in Traverse um vorstehenden 'Buckel'. Dann treffe ich die Leute - Tschechen, die diesen Weg abgestiegen sind. Schöner Gruß und weiter. Weg dann eine Weile leichter (Gehen auf Gras, Pfadchen, hier und da Klettern...) aber Schwierigkeiten noch lange nicht vorbei. Komme zum Punkt, wo Gipfelkreuz sichtbar, aber erst ca. Halbweg. Gerade hier Schlüsselstelle. Steiler Aufstieg am Fels mit etwas schlechteren Griffen dann exponierter Abschnitt, wo auf 1-2 m praktisch kein Tritt oder vorsichtig auf Kanten gehen. Vid Pogačnik meistert es sicher mit Stöcken in Händen. Oder nur so posiert. 
Auch danach nicht alles zu Ende. Steilheit lässt nach, aber Fels etwas weniger zerklüftet. Dann Stelle zum Abklettern und schon beim Kästchen. Eintragshäufigkeit: ca. 2-3/Tag. Erfahre, Tschechen aus Pardubitz. Von da scheint steil, aber am Felsnah Rinnental sehen. Hier geht's. Mitte Punkte weg. Absteigen und finde sie links. Folge, verwirrt, dann merk: gleicher Punkt über Rinnental-Ende, und leichter. 
Hier Klettern praktisch Ende. Noch exponierte Passagen ähnlich vielleicht Rogatec-Kletter vor Gehen. Passiert auch hier, Weg stößt nach 1-2 Min. an Normalweg, dann noch 1-2 Min. zum Gipfel.
ZUSAMMENFASSUNG: SEHR SCHWIERIGER GEMARKTER WEG. Markierungen offenbar erneuert (nach Rok 2007). Rot (alte verblasste blaue stellenweise sichtbar). Auf Weg achten wg. viel Geröll, Griffe/Tritte ziemlich stabil. Anfang steil, später weniger, Anfang Fels gut zerklüftet, später etwas weniger. Obwohl Grat nur stellenweise abbrunftig exponiert, kein klassischer Grat (à la Triglav) mit Abstürzen l./r. zugleich. Gebirgsstruktur besonders: Rinnen, Türmchen... und am Kletterweg Sinn sloven. Namens Krniške SKALE erkennbar - Weg sehr malerisch. WEG NICHT GESICHERT. Keine Schutzeinrichtung, und soweit ich mich erinnere kein Haken für Seil. Und da Rogatec-Kletter (auch ungesichert) genannt: dieser eine Stufe schwerer. Trotzdem, wer Rogatec ohne Probleme geschafft hat und Erfahrung mit sehr schwierigen Wegen oder besser schwierigen Weglosen hat, sollte hier keine großen Probleme haben.
Gipfelpanorama ganz gut. Italienische Julier sichtbar (bis unsere nicht ganz), Karnischer Grat zu Ojstrnik, Coglians, süd Kanaltal, nord Gailtal und Gailtaler Alpen natürlich Dobrač. Versteckt bleiben Dolomiten (auch Lienzer) und Hohe Tauern.
Abstieg Normalweg, oben Seilbahnstation Bier gönnen, dann zurück zu Kühweger Thörl und Alm. Dort hungrig Bretteljause bestellen d.h. Wurst, Speck, Käse auf Teller mit Brot und Bier. Hat super geschmeckt. Wirtin (nach Woher-Frage) überrascht mit Slowenisch, 2 Jahre Schule. Worte gesucht (einige geflüstert), aber gut gelungen. Da schwarzer Hund (wie Neufundländer) beobachtete mich ständig. Weiß nicht, ob wegen Ausländer oder Wurst gerochen! 
Wirt sagt Rückweg. Gut beschrieben, aber wegen schwacher Markierung etwas gesucht (ja, auch bei Österreichern). Eigentlich ein Abschnitt praktisch markierungslos. Dann Bach aus Schlucht hören und zu schöner Kirche St. Urbani darüber. Paar Minuten abseits, offen und nett. Von da noch gute ½ Stunde zum Auto. Rückweg Umweg Trbiž Eis (Italiener besser als Österreicher) dann heim.
Super Ausflug!
| (+2) |  | |
|
|