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Karnischer Höhenweg 403

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bagi4. 09. 2018 21:30:43
Der Karnische Höhenweg 403 durchquert die gesamte Gebirgskette der Karnischen Alpen von Sillian nahe den Dolomiten bis Thorl-Maglern bei Tarvisio. Er heißt auch Friedensweg zur Erinnerung an die blutigen Ereignisse des Ersten Weltkriegs. Der fast 200 km lange Weg war damals eine einzige große Front und noch heute ist entlang seiner ganzen Länge voller Militärruinen.

Der Weg *Höhenweg 403* führt meist entlang des Grenzkammes zwischen Österreich und Italien, in der ersten Hälfte direkt unter den Gipfeln oder darüber. Wegen günstiger Bedingungen sind wir komplett auf dieser höchsten Höhenvariante gegangen. Bei schlechtem Wetter oder anderen Gründen sind gelegentlich auch niedrigere Umwege möglich, ebenfalls markiert 403 oder 403a. Für Übernachtungen gibt es vor allem auf österreichischer Seite genügend Hütten. In der Hochsaison sind sie ziemlich belegt und Reservierungen fast Pflicht.

Wir haben uns entschieden, den ganzen Weg für den diesjährigen Urlaub in einem Rutsch zu gehen. Wie sich später herausstellte, hatten wir unermessliches Glück mit der Datums Wahl, da trotz säuerlichem Sommer an keinem Tag nennenswerter Regen fiel und kein einziger Gipfel im Nebel war. Die Regenausrüstung ist diesmal nur mit uns spazieren gegangen und trotz ihres erheblichen Gewichts waren wir darüber überglücklich nasmeh.

Wir sind etwas weiter von Sillian gestartet, nämlich in San Candido, genau am Anfang des Karnischen Kamms. Dorthin kommt man mit dem Zug aus Villach, uns haben Freunde zum Startpunkt gebracht. Danke euch nasmeh. Von Ljubljana dorthin brauchten wir zweieinhalb Stunden.

Nach ein paar exzellenten Cappuccinos und Abschied sind wir endlich aufgebrochen zum langen Weg nach Slowenien. Es macht keinen Sinn, die täglichen Etappen zu beschreiben, denn jeder Tag war besonders und voller Erlebnisse. Der Weg ist gut gepflegt, hervorragend markiert, Ausblicke die ganze Zeit wunderbar. Wir haben nicht übertrieben mit dem Tempo, uns keine modernen Normen und Zeitpläne gesetzt velik nasmeh. Stattdessen haben wir gemütlich genossen und die meisten nahen Gipfel besucht. Ihre Schwierigkeit variiert, von leicht begehbaren grünen Gipfeln bis zu schwierigeren Felsanstiegen. Größere Probleme hatten wir nicht, aber an exponierten Stellen waren wir wegen des konkreten Gewichts der Rucksäcke ziemlich vorsichtig.

Wir haben in ordentlichen, gut organisierten Hütten mit freundlichem Personal geschlafen. Meistens haben wir Halbpension genommen und den PZS-Mitgliedsrabatt genutzt. Der gilt nur für Übernachtung. Für ein paar Euro konnten wir in jeder Hütte mit warmem Wasser duschen und das war nach ganztägigem Wandern unbezahlbar jezik.

Service war immer exzellent und pünktlich. Speisen abwechslungsreich, weit entfernt von unserem ričet, Jota und Bohnen. Frühstücke meist Selbstbedienung und unbegrenzt. Man konnte sich diebessatt essen und noch eine Brotzeit für unterwegs machen ohne schlechtes Gewissen nasmeh. Wo möglich, haben wir auch tagsüber für eine warme Mahlzeit angehalten.

Am Ende des Weges haben wir die Bilanz aller Kosten gezogen. Umgerechnet kamen Übernachtungen, Duschen, alles Essen und Trinken auf ca. 60 €/Tag/Person. Auf so langem Weg geht es nicht viel billiger, man kann aber vor der Hütte im Schlafsack oder Zelt übernachten und spart so einen Euro.

Zum Schluss…

Wir haben viel mehr bekommen als erwartet. Schönes Wetter, wunderbare Ausblicke, wirklich schöner Weg, einzigartige Erfahrungen. Es gibt Wege, wo du nur einmal gehst und Wege, wo du immer gerne wiederkommst. Karnischer 403 gehört ohne Bedenken zu letzteren nasmeh.

Mehr in der Fotostory geschrieben. Für alle Infos aus erster Hand bin ich wie immer per E-Mail oder PN erreichbar (beides im Profil).

Noch ein paar erbarmungslose Statistiken vom Garmin (Montana 600)…

Startkoordinaten in San Candido: 46°43''51.2"N / 12°17''03.9"E
Weglänge inkl. Gipfel: 190 km
Höhenmeter inkl. Gipfel: 14.355 m
Für ganzen Weg benötigt: 8 Tage



Karnischer Höhenweg 403 PERCHÉ, WARUM ... WARUM sind wir auf diesen langen Weg gegangen??? Weil wir es genießen und das Unbekannte entdecken mögen.1
Karnischer Höhenweg 403 Wir sind in San Candido gestartet und stiegen langsam auf dem leichten Weg mit Markierung 04 zu unserem ersten Gipfel auf.2
Karnischer Höhenweg 403 Rechts öffneten sich uns die Sextener Dolomiten.3
Karnischer Höhenweg 403 Blick zurück vom Monte Elmo. Zahlreiche Schornsteine unter dem Gipfel gehören zu ausgedehnten unterirdischen Militäranlagen aus dem Ersten Weltkrieg.4
Karnischer Höhenweg 403 Blick in Fortsetzungsrichtung. Nicht weit voraus liegt die sehr beliebte Sillianer Hütte, die heuer wegen Renovierung geschlossen ist.5
Karnischer Höhenweg 403 Direkt hinter dem Monte Elmo stößt der Karnische Höhenweg 403 mit offiziellem Start in Sillian dazu. Von hier an sind die Markierungen 403 üblich.6
Karnischer Höhenweg 403 An den meisten Tagen dominierte die grüne Farbe. Grund sind alte Vulkangesteine, bewachsen mit niedrigem Gras und viel Feuchtigkeit.7
Karnischer Höhenweg 403 Die Gipfel sind trotz freundlichem Aussehen ziemlich hoch. Die ersten drei Tage bewegten wir uns um 2500 m Höhe.8
Karnischer Höhenweg 403 Eine der Wegmarkierungen. An Kreuzungen immer Stangen mit Tafeln, anderswo auf Felsen, Objekten, Bäumen usw...9
Karnischer Höhenweg 403 Idyllische Landschaft mit vielen Teichen ist Standard. Auf dem Foto in der Mulde die Hütte, wo wir den ersten Tag übernachteten.10
Karnischer Höhenweg 403 Obstansersee Hütte, schöne gepflegte Hütte an einzigartiger Lage direkt am See. Mitte August komplett ausgebucht.11
Karnischer Höhenweg 403 Karnische Alpen, Dolomiten im Hintergrund.12
Karnischer Höhenweg 403 Unser Grat. Trotz scheinbar unschuldigem Aussehen war er nicht immer so zahm :)13
Karnischer Höhenweg 403 Der Weg besteigt einige Gipfel, andere musst du selbst in Angriff nehmen. Orientierungsprobleme gab es nirgends.14
Karnischer Höhenweg 403 Ständig stiegen wir auf und ab. Der gesamte Weg ist eigentlich eine Sammlung alter Militärwege.15
Karnischer Höhenweg 403 Alpenblumen trotz üppiger Vegetation nicht so viele wie bei uns.16
Karnischer Höhenweg 403 Pfade gut ausgetreten. Untergrund Schutt ohne große Felsen, sehr angenehm zum Gehen.17
Karnischer Höhenweg 403 Karnia ist geologische Verwerfung, Kalkfelsen gelegentlich auch hier. Charakter des Wanderns ändert sich sofort, anspruchsvoller.18
Karnischer Höhenweg 403 Monte Cavalino (Grosse Kinigat), sehr besuchter Gipfel. Zwei gesicherte alte Militärzugänge und D-Kategorie-Ferrata führen darauf.19
Karnischer Höhenweg 403 Benachbarter Monte Cavallatto (Kleine Kinigat) trotz unschuldigem Aussehen praktisch unzugänglich. Grund: Gipfel in Türmchen zerbrochen und bröckelig.20
Karnischer Höhenweg 403 Im Sattel zweigt der Weg zur Filmoor Hütte ab, die für mich eine ganz normale Bergsteigerhütte ist.21
Karnischer Höhenweg 403 Häufig Steinmännchen am Weg, aber völlig unnötig. Markieren wahrscheinlich Punkte eher als den Wegverlauf.22
Karnischer Höhenweg 403 Monte Cavalino von der Filmoor Hütte.23
Karnischer Höhenweg 403 Wegfortsetzung teilt sich in niedrigere linke Variante 403 und Hohenweg 403. Dieser verläuft auf wunderbarer Ferrata D’Ambros.24
Karnischer Höhenweg 403 Detail der D’Ambros-Ferrata, eigentlich wieder alte Militärstraße. Armee nutzte Grat als natürlichen Verteidigungswall.25
Karnischer Höhenweg 403 D'Ambros-Ferrata verläuft entlang des gesamten Grats im Vordergrund des Fotos.26
Karnischer Höhenweg 403 Unzählige Grenzsteine auf dem Weg. Alle mit 1920 als Folge der Grenzfestlegung in Saint-Germain kurz zuvor.27
Karnischer Höhenweg 403 Wegen der Gehrichtung hatten wir jeden Vormittag die Sonne direkt im Gesicht. Nachmittags zog zum Glück immer hohe Bewölkung auf.28
Karnischer Höhenweg 403 So sieht meistens der Verlauf des Weges aus. Sich zu verlaufen ist praktisch unmöglich.29
Karnischer Höhenweg 403 Diese sind nicht den ganzen Kamm durchgewandert, geparkt haben sie gleich auf der nahen Alm :)30
Karnischer Höhenweg 403 Hinter jedem Gipfel tunen sich zehn neue auf. Wir besuchten nur die Wegegipfel, die anderen hätten zu viel Zeit gekostet.31
Karnischer Höhenweg 403 Langsam nähern wir uns bekannten Gipfeln. Im Hintergrund Monte Peralba.32
Karnischer Höhenweg 403 Monte Pietra Bianca (Torkarspitz). Dorthin führen markierter und unmarkierter Weg, beide außergewöhnlich steil auf Gras.33
Karnischer Höhenweg 403 Die Markierungen sind typisch österreichisch und wegen Größe und reflektierender Farbe deutlich sichtbarer als unsere.34
Karnischer Höhenweg 403 Auf dem gesamten Weg trafen wir meist gelbe österreichische Tafeln, italienische rot-weiße nur probeweise.35
Karnischer Höhenweg 403 Kleiner See am Weg. Wegen der Bodenbeschaffenheit trafen wir außergewöhnlich viele davon.36
Karnischer Höhenweg 403 Beinahe alle italienischen Almen stammen aus ehemaligen Militärobjekten hinter der Front. Auch diese ist aus jener Zeit.37
Karnischer Höhenweg 403 Noch ein See und Alm daneben. Langsam gelangen wir ins Gebiet des höchsten Bergs der Karnischen Alpen … Monte Coglians (Hoche Warte).38
Karnischer Höhenweg 403 Auf dem Weg ...39
Karnischer Höhenweg 403 Wolayersee mit der Lambertenghi-Hütte direkt unter dem Rand des gegenüberliegenden Ufers.40
Karnischer Höhenweg 403 Unten Wolayersee mit Wolayersee-Hütte, rechts Monte Capolago, links Kamm zum Monte Coglians.41
Karnischer Höhenweg 403 Rauchkofel. Hier trafen wir den einzigen Slowenen, Jože aus Celje.42
Karnischer Höhenweg 403 Grau-grüne Kontraste43
Karnischer Höhenweg 403 Karnische geologische Verwerfung mit völlig unterschiedlichen Gesteinen.44
Karnischer Höhenweg 403 Morgen und wieder auf dem Weg. Nach welchem Tag fühlen sich Kilometer nicht mehr lang und Rucksack nicht mehr schwer an. Dann läufst du nur noch und genießt :)45
Karnischer Höhenweg 403 Es erscheint eine neue Form der Markierungen, aber die Nummer 403 bleibt.46
Karnischer Höhenweg 403 Monte Coglians liegt schon weit hinter uns und wir sind über den Plöckenpass gekommen. Gipfel hier niedriger, Temperaturen deutlich höher.47
Karnischer Höhenweg 403 Noch immer ist alles grün, nur das Gras ist höher und es ist schwül geworden.48
Karnischer Höhenweg 403 Polinik im Hintergrund49
Karnischer Höhenweg 403 Creta di Timau in der Nähe50
Karnischer Höhenweg 403 Markacist hatte eine Idee und Zeit :)51
Karnischer Höhenweg 403 Richtung Cuestalta (Hoher Trieb)52
Karnischer Höhenweg 403 Ein uns sehr bekannter Gipfel … Veliki Koritnik. Nach dem Rückzug vom Grat wegen eines Gewitters im Nachbartal haben wir ihn später von der österreichischen Seite in Angriff genommen.53
Karnischer Höhenweg 403 Das Wetter war in den letzten Tagen instabiler geworden, aber trotz Regengüssen in unserer Nähe brauchten wir keine Regenausrüstung.54
Karnischer Höhenweg 403 Gelegenheit für eine nasse Abkühlung kurz vor Mokrine (Nassfeld). Mokrine waren die einzige größere Siedlung auf dem gesamten Weg.55
Karnischer Höhenweg 403 Wir haben uns auch dem Poludnig gewidmet. Es liegt nicht direkt am Weg, aber an diesem Tag waren wir schnell und hatten Zeit.56
Karnischer Höhenweg 403 Poludnigalm-Alm57
Karnischer Höhenweg 403 Damm zur Viehtränke58
Karnischer Höhenweg 403 Die Sonne wurde wieder von bedrohlichen Wolken verdeckt, aber wir hatten uns schon daran gewöhnt. Gewöhnlich bedeckten wir für einen schönen Eindruck die Rucksäcke mit einer Plane und bereiteten Schirme vor :)59
Karnischer Höhenweg 403 Bistriška-Planina unter Ojstrnik und Kuhgesellschaft bei der Rast60
Karnischer Höhenweg 403 Kapelle Maria Schnee in der Nähe der Bistriška-Planina61
Karnischer Höhenweg 403 Das war unser letzter Tag. Im Hintergrund Gorjanski vrh, wohin wir noch müssen.62
Karnischer Höhenweg 403 Wir sind schon fast zu Hause. Die westlichen Julier grüßten uns :)63
Karnischer Höhenweg 403 Sehr aussichtsreiche Gorjanska-Planina. Die Grenze zwischen Italien und Österreich verläuft durch die Mitte der Planina. Von hier aus nur noch Abstieg.64
Karnischer Höhenweg 403 Unser Finale nach dem steilen Abstieg ins Dorf Thorl-Maglern an der alten Italien-Österreich-Straßenverbindung.65
Karnischer Höhenweg 403 GPS-Track der begangenen Route...66
Karnischer Höhenweg 403 Unsere Daten sollen nur Hilfe bei der Routenplanung sein. Jeder passe die Etappen seinen Fähigkeiten an.67
(+31)gefällt mir
bbugari14. 09. 2018 23:11:54
Phänomenal, wunderbar, Glückwünsche... nasmeh nasmeh nasmeh
Nur kleine historische Korrektur: auf Bild 27 ist Grenzstein, der das Jahr der Installation (1920) nach Vertrag von Saint-Germain (1919) markiert, nicht Rapallo, obwohl Grenze hier gleich blieb wie vor Erstem Weltkrieg.
(+3)gefällt mir
skalaš705. 09. 2018 00:21:42
Sprachlos, sage nur BRAVO und sicherer Schritt weiter!nasmeh
(+4)gefällt mir
maks575. 09. 2018 06:53:40
Fantastisch! Bravo! Herzlichste Gratulation!

Wie viele aller Gipfel habt ihr auf dem Weg erobert?
(+5)gefällt mir
geppo5. 09. 2018 07:49:27
Mit Genuß gelesen und interessante Foto-Präsentationcool
lp
(+4)gefällt mir
bagi5. 09. 2018 08:59:44
Danke allen für herzliche Glückwünsche nasmeh
@maks57 ... wir haben 33 Gipfel durchwandert
@bbugari ... danke, ergänzt
(+5)gefällt mir
zokmann5. 09. 2018 11:05:03
verrückt, wunderbar, Glückwünsche,
l.g
(+4)gefällt mir
janez.novak5. 09. 2018 12:07:33
Gratuliere! Jeden Tag über 30 km und 2300 Höhenmeter - ganz schön Tempo!
(+5)gefällt mir
serznoz5. 09. 2018 20:03:13
Bravo, Respekt-
(+4)gefällt mir
lino5. 09. 2018 20:31:10

Das ist so wunderbarer Urlaub dass er schon an schönes Märchen grenzt. Viel Glück und viel Freude auch zukünftig wünsche ich. Lp
(+4)gefällt mir
MatejaP6. 09. 2018 08:44:33
Auch ich danke euch schön für die Gratulationen und empfehle einen Besuch, wenn ihr die Möglichkeit habt, da logistisch kein großer Aufwand.

Solche Urlaube sind uns unter die Haut gegangen, du schaltest den Kopf aus und läufst nur und genießt die schönen Ausblicke, wo kein Ende in Sichtvelik nasmeh

Möge uns allen solches Genießen noch lange vergönnt seinnasmeh




(+7)gefällt mir
2061alessio12. 09. 2018 20:08:50
ihr wisst wahrscheinlich, dass auf italienischer Seite ein 7-tägiger Wanderweg "traversata carnica" von S.Candido nach Coccau (Dorf an der Grenze vor Thoerl Maglern wo KHW 03 endet) existiert; er setzt so fort: s.candido-obstannersee hutte- m.cavallino-malga melin- passo palombino -val visdende- casera manzon-malga chivion- passo oregone-sorgenti del piave- rif. calvi- passo sesis- val fleons- casera sissanis- passo giramondo- lago volaia-rif. lambertenghi- sentiero spinotti-rif. marinelli- passo monte croce carnico- pal piccolo - pal grande- passo avostanis- malga pramosio-sella cercevesa- cason di lancia- pramollo-poludnig-rif. nordio-malga acomizza-sella bartolo-m.goriane-coccau . sucht auf der Webseite nach „traversata carnica“.
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AI11. 10. 2019 13:55:36
Seit Bagis Beitrag hat mich die Sache nicht zur Ruhe kommen lassen.
Die Karnischen Alpen mag ich schon lange, acht Tage durch die Karnischen zu wandern ist nahezu Nirvana.
Die vorletzte Woche im September versprach mindestens vier Tage gutes Wetter, auch die Zehn-Tage-Prognose war optimistisch, daher fiel die Entscheidung fast im Nu.
Zwei Tage Vorbereitung, Kauf einiger fehlender Ausrüstung und Studium der (umfangreichen) Bagischen Dokumentation, die er mir freundlicherweise geschickt hat.
Ursprünglicher Plan: morgens von zu Hause zur nahen Bahnstation, dann über Jesenice, Villach und Lienz nach Sillian. Aber es stellte sich heraus, dass man durch Umstiege viel Zeit verliert, die am ersten Tag wegen Höhe und Distanz nicht im Überfluss ist. Daher hat mich ein Freund freundlicherweise nach Villach zur Station gebracht, dann ging's glatt und um halb zehn stand ich schon am Start in Sillian, wo auch der offizielle Beginn des Weges 403 ist.
Der Weg zum ersten Kammgipfel, Helm, ist schön angelegt, Bänke und historisch-informative Tafeln erleichtern den Aufstieg, wo man gerne paar Minuten ruht und die Tafeln in drei Sprachen anschaut. Wasser am Weg fehlt auch nicht. Zusätzlich haben mir süße Blaubeeren den Aufstieg gewürzt, die auf 2000+ m gerade reif waren. nasmeh
Was den Weg selbst angeht, hat Bagi das meiste schon gesagt. Der Weg ist wirklich ausgezeichnete Therapie für Seele und Körper. nasmeh
Ohne solide Kondition nicht machbar, aber keine besonderen Vorbereitungen nötig. Meistens kann man statt auf Kämmen und Gipfeln Umwege darunter machen. Aber die Tour verliert dadurch Attraktivität.
Meistens habe ich Bagis Plan gefolgt und bin auf die meisten Gipfel gestiegen. Dafür sind die Etappen ziemlich lang und anstrengend und meist war ich unter den Letzten in der Hütte.
Interessant, dass mehr Leute als erwartet einen ähnlichen Plan hatten. Ziemlich viele ältere Paare. Meistens folgten sie "talmäßigen" Varianten, also kein Gedränge auf Kämmen, aber Hütten voller als gedacht.
Hütten beim Schlafen in Bergen meide ich normalerweise, aber auf so langem Weg keine Wahl, und österreichische Hütten hinterlassen einen viel besseren Eindruck als unsere.
Leider endete die Karnische Querung früher als gehofft. Die Zehn-Tage-Wettervorhersage lag falsch und ich habe nach vier schönen Tagen am Plockenpass abgebrochen. Das Wesen solcher Touren ist das Genießen von Weg und Ausblicken, daher hat mir Wandern im Regen und Nebel gar nicht geschmeckt. Aber ich kehre sicher zurück.
Zum Schluss nochmals Dank an Bagi, Mateja und Slavko für alle Infos und natürlich die Heimfahrt.

Beginn des Weges 403 in Sillian1
Infotafel und Trog mit ausgezeichnetem Wasser am Weg2
Blaubeeren in 2300 m ü. NN.3
Helm/Monte Elmo, Beginn des Grats4
Helm ist ein hervorragender Aussichtspunkt5
Blick auf Sillian im Tal6
Jetzt geht es richtig los7
Erster Tag folgt größtenteils dem Grat, auf diesem Abschnitt führt auch die MTB-Tour entlang des Grats8
Der Tag neigte sich schon dem Abend zu, als ich den Obstansersee und die Hütte erblickte9
Morgendlicher Blick vom Grat nach Süden10
Blick von Grosse Kinigat/Monte Cavalinno nach Osten. In der Ferne sind schon Peralbo und Coglians zu sehen.11
Filmoor Hütte, dahinter ist Veliki Klek zu sehen.12
Der Grat setzt sich über die schöne D'Ambros-Klettersteig fort13
Leichterer Weg führt durch das Tal mit Teichen14
Bisher interessantestes Klettersteig-Detail, von der Leiter direkt in den Tunnel15
Vom ersten Tunnel zum zweiten, dann entlang einer schmalen Bande mitten in der Wand in leichteres Gelände16
So sieht es aus von ferne. Für den Klettersteig ist Helm Pflicht.17
Porza/Cima Palombino lockt...18
Am Weg war es voller Steinpilze19
Interessantes Relikt aus dem 1. WK unter der Porza20
Nächste Hütte, Porze Hütte von Porza21
Abstieg von Porza entlang einer exponierten Rampe mitten in der Wand22
Schön eingerichtete Hütte Porze Hütte und dahinter Porza. In allen Hütten sprachen sie gutes Englisch, daher brauchte ich mein gebrochenes Deutsch nicht.23
Rückblick auf Porze und Crode dei Longerin24
Aufstellen eines Kreuzes auf dem Gipfel Stollen25
Große Schafherde, die interessant von einem Hirten mit Hund bewacht wird26
Hochspitz/Monte Vancomun27
Torkarspitz/Monte Pietra Bianca links und riesige Peralba rechts28
Zum Torkarspitz auf der Südseite führt ein attraktiver Pfad, der etwas an den Weg vom Mangart zum MKM erinnert29
Blick Richtung Peralba vom Torkarspitz30
Sich haben schon einige Kilometer angesammelt31
Aber es werden noch mehr... In der Ferne Coglians/Hohe Warte.32
Hochweisssteinhaus. Die einzige Hütte ohne GSM-Empfang. Wenn du fragst, sagt die Hüttenwirtin, der Empfang sei 10 Minuten Gehens oberhalb der Hütte Richtung Peralba. Sie hatte recht. :)33
Interessanter Fels auf dem Weg zum Sattel Passo Giramondo34
Kleine Teiche entlang des Weges gibt es wirklich reichlich35
Die Berge über dem See Volayer/Volaia sind wirklich fotogen, auf dem Bild Coglians/Hohe Warte, mit 2780 m ü. NN höchster Gipfel der Karnier36
Auf der anderen Seite noch schöner Monte Capolago/Seekopf37
Noch ein Dickicht über Obere Valentialm. Kurz darauf kam ich unter dem Plockenpass an, wo der Abtransport nach Hause wartete.38
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matzaj17. 03. 2025 06:54:12
Hallo.
Mich interessiert - die, die den Weg gegangen sind - wenn man nur auf dem Weg bleibt und Gipfel umgeht - ist Helm nötig?
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bagi17. 03. 2025 09:19:37
Hallo

Weg 403 verläuft meist auf Gratenwegen mit einigen alternativen Umwegen. Der Weg war ursprünglich für die Armee gedacht und entsprechend angelegt. Oft geht er direkt über Gipfel, die meisten besucht man nach Wahl. Wir hatten Helme dabei, aber keinen besonderen Bedarf zur Nutzung.
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gasperv6. 07. 2025 18:33:13
Ende Juni haben meine Frau und ich den Weg Nr. 403 durchwandert.
Basis waren Etappen aus dem Führer Karnische Alpen und Spur von Mapzs (https://mapzs.pzs.si/path/139774). Bei Hüttenreservierungen half die Webseite https://www.karnischer-hoehenweg.com/

Hütten sehr voll erste fünf Etappen (bis Valentinalm). Meiste Hütten nur Bar. Dusche in jeder Hütte verfügbar, Essen gut, Gemeinschaftslager nicht zu groß.

Zum Start in Arnbach hatten wir Autotransport organisiert, nach Ende schnell und problemlos mit ÖPNV heim (Bus und zwei Züge).

Erster Teil Weg hält höhere Seehöhe, alpines Umfeld. Aber auch letzte Etappen boten tolle Ausblicke. Am Weg viele Teiche, einige Gämsen gesehen, Mengen an Murmeltieren und bunte Blumen.

Keine Wassermangel am Weg. An jeder Hütte auffüllen möglich, auch zwischendrin Optionen.

Weg komplett schneefrei. Gut markiert (außer um Mokrin), aber einige Abschnitte, vor allem zweite Hälfte, dicht mit hohem Gras oder Gebüsch überwuchert.

Schaut man einzelne Etappen an - keine sticht in Länge oder Höhenunterschied heraus. Aber acht Tage hintereinander wandern kann trotzdem anstrengend sein.

Weg Nr. 403 ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Wenn interessiert, herzlich empfohlen.
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Indi6. 08. 2025 19:59:03
Mitte Juli haben sva und noch zwei Bergsteigerinnen den Hohen Karnischen Weg zurückgelegt. Für mich besonders toll waren völlig neue Bergwege und Ausblicke. Stimmung auf dem Weg und in Hütten ein bisschen wie auf dem Camino, mit manchen Wanderern oft getroffen und geplaudert. Auch Hirten und Förster haben uns mal angesprochen. Übernachten kann man fast an allen österreichischen und italienischen Almen entlang dem Weg, nur Kontakte zu dortigen Hütten etwas schwerer zu finden. Und deutsche Führer zum Hohen Karnischen Weg haben kürzere Etappen als oben von Habjan und Bagi vorgeschlagen, erfuhr ich von deutschsprachigen Wanderern. ;-) Zum Startpunkt nach Sillian Arnbach mit Zügen, Abfahrt Ljubljana 5:24, Ankunft Sillian Arnbach 10:32 für 20 Euro.
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bernarda hrovat7. 08. 2025 20:43:19
Hallo,
nächste Woche planen mein Mann und ich den Hohen Karnischen Weg bis Plockenpass. Hütten sehr belegt, tatsächlich konnte ich nirgends reservieren. Aber richtig verstanden, dass man auch bei Hirten schlafen kann und nicht nur in Alpenhütten? Nehmen sie dich in der Hütte unter Dach auch wenn voll - wie bei uns - zum Schlafen auf dem Boden?
Wir werden sehr dankbar für jede Antwort sein.
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Lunatixz12. 08. 2025 07:28:02
Ich nutzte ein schönes Wetterfenster und von Freitag bis Sonntag den Hohen Karnischen Weg bis Plockenpass - in unter drei Tagen ca. 60km und 4000hm. Es ist eine wundervolle Landschaft und empfehle sie allen Fans längerer Wege. Großer Vorteil: unzählige Seen und Wasserquellen am Weg, wo man trotz starker Hitze abkühlen konnte (praktisch alle zwei Stunden oder weniger, Ausnahme nur Abschnitt zwischen Porzehütte und Hochweißsteinhaus)

Wegen Hüttenbelegung blieb mir nichts anderes als Bivak am Weg (aufgebaut bei Dämmerung, um 6 Uhr morgens gepackt), was sich am Ende als top Entscheidung erwies. Da ich den Tag meist eine Stunde vor letzter Hütte beendete, wanderte ich fast den ganzen Tag allein, Leute nur bei Hüttenpausen getroffen, und selbst da nicht viele.. zumindest im Vergleich zu TNP-Besuch.

@Bernarda - Hütten wirklich sehr voll, aber normalerweise bekommt man ohne Reservierung noch Platz, zumindest Erfahrung einiger Personen, mit denen ich unterwegs gesprochen habe. Natürlich besteht Risiko, dass sie komplett voll sind und was dann passiert, weiß ich leider nicht.
Auf dem Weg zur Obstanersee Hütte, im Hintergrund einer der vielen Wasserfälle auf dem Weg.1
Im Bereich des Bivaks Unterstand Obstanser Boden.2
Obstanersee-See und die Hütte daneben.3
Im ersten Teil des Weges stehlen die Sextner Dolomiten ständig die Blicke.4
Noch eine Variante mit Blumen, von denen es auf dem Weg zu dieser Zeit viele gibt.5
Quelle bzw. kleiner Wasserfall auf dem Weg vom Sattel zur Porzehütte.6
Blick zurück zum Sattel, über den du absteigst, wenn du die untere Variante des Weges von der Filmoor-Standschützen Hütte nimmst. Ich selbst habe praktisch die ganze Zeit den Hochweg gehalten, ähnlich wie Bagi.7
Blick zurück auf den zurückgelegten Weg.8
Die erste Nacht habe ich in der Gegend von Croda Nera auf 2400m gebivakt.9
Ein wunderbarer Tag zeichnet sich ab, es handelt sich um die königliche Etappe des Marsches zum Hochweißsteinhaus, auf dem Weg gibt es aber zumindest in diesem Abschnitt praktisch kein Wasser.10
11
Blick zurück zum Hochweißsteinhaus und im Hintergrund der Sattel, über den du auf dem Weg zur Hütte absteigst. Im zentralen Teil gibt es massenhaft Heidelbeeren, im letzten Teil des Weges zur Hütte überraschenderweise auch Himbeeren.  12
Fleons-Tälchen auf dem italienischen Teil des Weges, im Hintergrund die mächtige Wand des Monte Fleons (wenn ich mich nicht täusche)13
Noch ein Blick zurück zum Fleons-Tälchen.14
Der morgendliche Blick aus dem Zelt versprach wieder einen wunderbaren Tag. Diesmal warteten knapp 20km auf mich bis zum Plockenpass, glücklicherweise konnte ich mich zwischendurch im kalten Wolayer See abkühlen. 15
(+8)gefällt mir
bagi12. 08. 2025 08:43:15
@bernarda ... jede Hütte hat ein paar Extrakojen für sehr schlechtes Wetter, aber bei schönem Wetter übernachten sie dich kaum, besonders Österreicher. Das sind eher spontane Entscheidungen der Hüttner, darauf kannst du nicht sicher bauen. Unsere Schlafvarianten kennen sie nicht.

An jeder Alm nicht möglich zu übernachten, an manchen schon. Im September beruhigt sich der Karnische 403 etwas wegen Urlaubsende, wenn dir der Zeitraum passt.
gefällt mir
AI26. 08. 2025 13:09:40
@Lunatixz, da ich etwas Ähnliches plane, so selbstversorgt wie möglich für den Herbst, interessiert mich, was du mit Essen und Wasser gemacht hast, versorgt in Hütten oder Essen dabei gehabt, Wasser unterwegs nachgefüllt?
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